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Verkehrsbehinderung : Zufahrt nach Sylt wird lahm gelegt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ab 29. Mai bleibt die Bäderstraße zwischen B 5 und Autoverladung gesperrt. Der Sylt-Verkehr verstopft regelmäßig die Einfahrt nach Niebüll.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 08:00 Uhr

An sich dient die Veranstaltungsreihe, mit der der „Arbeitskreis Wirtschaftsförderung in Niebüll“ derzeit durch die Gewerbegebiete der Stadt zieht, dazu, die Sorgen und Wünsche der Betriebe zu erfahren und diese an die Stadt oder andere Ansprechpartner weiterzuleiten. Das Problem, das ab Ende Mai auf das Gewerbegebiet Ost zukommt, dürfte sich für den Verkehr zur Autoverladung nach Sylt zum Fiasko entwickeln – und das ausgerechnet über das lange Pfingstwochenende.

„Ab Ende Mai wird die Straßendecke in der Bäderstraße, im Peter-Schmidts-Weg und der Deezbüller Straße bis zum Hotel Morgenstern erneuert“, kündigte Udo Schmäschke, Bauamts-Leiter des Amtes Südtondern, während der Veranstaltung an. Dieses Großprojekt wird in Abschnitten realisiert, die während der Bauphase jeweils voll gesperrt werden müssen. Für die Bäderstraße – die Verbindung zwischen der B5 und dem Kreisverkehr, der zur Autoverladung nach Sylt führt, bedeutet das: Voraussichtlich bis zum 10. Juni wird die Verbindung zwischen der Bundesstraße und dem Kreisverkehr zur Autoverladung gesperrt. „Es muss mit erheblichen Behinderungen gerechnet werden“, sagt Udo Schmäschke.

Der Sylt-Verkehr soll dann weiträumig schon weiter südlich von der B5 über den Peter-Schmidts-Weg umgeleitet werden. Auf diesem Weg liegt im Gegensatz zur üblichen Strecke ein Bahnübergang, der den Verkehrsfluss zusätzlich immer wieder zum Stillstand bringen wird. Das Gewerbegebiet Ost wird in dieser Zeit von der B5 aus praktisch gar nicht erreichbar sein, befürchten die Geschäftstreibenden. Zumal in diesen Zeitraum das Pfingstwochenende fällt, das für zusätzlichen Andrang an der Autoverladung sorgen wird.

Sechs bis acht Wochen sollen die Straßenbauarbeiten bis zum Morgenstern insgesamt andauern, die auch durch weitere Sperrungen die Zufahrt zum Gewerbegebiet und auch in die Niebüller Innenstadt erheblich erschweren werden. „Geht es an den letzten Abschnitt, wird von Emmelsbüll-Horsbüll aus keine Anfahrt nach Niebüll mehr möglich“, sagt Udo Schmäschke, der ankündigt: „Das werden spannende Wochen.“ Auch der Legerader Weg, der Schleichweg für Ortskundige, kann die Engpässe nicht entschärfen, denn auch dieser wird derzeit saniert.

Doch nicht nur mit Blick auf die anstehenden Bauarbeiten, auch generell ist der Ärger der Gewerbetreibenden über den Sylt-Verkehr groß, der vor langen Wochenenden, Feiertagen und zu Ferienbeginn die Zufahrt zum Gewerbegebiet Ost behindert und gar ganz verstopft. „Uns gehen dadurch Kunden verloren, Wohngebiete sind nicht erreichbar und ein Rettungswagen kommt im Notfall nicht durch, wenn der Kreisel zur Autoverladung zugeparkt ist“, kritisierten mehrere Geschäftsinhaber.

Diese regten an, an diesen kritischen Tagen, den Verkehr rund um die Autoverladung durch die Polizei regeln zu lassen. „Es gab bereits Gespräche, doch der Polizei fehlen dazu die personellen Kapazitäten“, sagte Udo Schmäschke.

Der Bauamts-Chef machte auch die Verkehrsanbindung des östlichen Gewerbegebietes zum Thema. Seit Jahrzehnten bestehe der Wunsch der dortigen Betriebe an eine direkte Anbindung an die B5. Doch trotz mehrerer Anläufe der Stadt gibt es keine Genehmigung vom Land. Die Begründung: Erst nach einem zweispurigen Ausbau der B5 würde das Land eine weitere direkte Zufahrt genehmigen.

44 Hektar groß ist das jüngste der Niebüller Gewerbegebiete, das mittlerweile gut ausgelastet ist. Und auch für die noch verfügbaren Flächen gebe es laut Schmäschke eine Nachfrage. Geplant sei nun eine nördliche Weiterentwicklung in Richtung und mit Anbindung an die Gather Landstraße. Diese wäre dann unabhängig vom Verkehr zur Autoverladung nach Sylt.

Die Betriebe in den Gewerbegebieten sind insgesamt unzufriedener mit den Niebüller Standortfaktoren als die Geschäfte in der City. Das ergab im vergangenen Jahr eine Umfrage bei rund 340 Unternehmen, die der Arbeitskreis auf den Weg gebracht hat. Auf der Kritikliste stehen unter anderem eine bessere überregionale Verkehrsanbindung, die Verfügbarkeit von Parkplätzen für Kunden und Anlieferer oder auch fehlende Übernachtungskapazitäten für Kunden. Aber auch in der Gesundheitsversorgung, der Gastronomie und im Tourismus wünschen sich die Befragten ein besseres Angebot.

„Der Handlungsbedarf ist in den Gewerbegebieten größer, deshalb fangen wir mit unseren Veranstaltungen dort an“, sagt Arbeitskreis-Mitglied Anja Wollesen von der Fachhochschule Westküste. Und – so das Fazit des Abends – eine Lösung für die Verkehrsbehinderungen durch den Verkehr zur Autoverladung ist das Problem, das am dringlichsten gelöst werden sollte.

 

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