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Naturschauspiel oder Ärgernis? : Zigtausende Gänse zu Gast

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Aahng-Ong“ oder „Grägrä“ tönt es derzeit wieder über den Rickelbüller Koog: Was Vogelfreunde freut, ärgert die Bauern.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 08:15 Uhr

Sie sind wieder da – Graugans und Nonnengans: des Naturfreunds Freud‘, des Bauern Leid. Wer gute Ohren hat, kann im Rickelsbüller Koog das klangvolle „Aahng-Ong“ der Graugans hören, wenn sie nicht gerade den Schnabel voll des satten Grüns hat, oder das „Grägrä“ der elegant gefiederten Nonnengas – beide gemeinsam dabei, sich satt zu fressen.

Die Graugans (lateinischer Name Anser anser), einer der häufigsten Wasservögel und zweitgrößte Gänseart in Europa, auch Feldgans genannt und „Vorfahr“ der domestizierten Hausgans, trifft zu Zigtausenden Mitte Oktober an ihren Überwinterungsplätzen ein und bevorzugt zur Ernährung frisches Grün, insbesondere jungen Raps und gerade aufgegangene Getreidearten.

Die Nonnengans (Branta kleucopsis), eine „Meergans“, die ihr Dasein in Küstennähe verbringt, bevorzugt salzarme Kost und fliegt auch weit, um Süßwasser zu trinken. Ihre Brutplätze hat sie in eisigen Regionen. Mit der Graugans ist sie sich darin einig, dass ihr das küstennahe Hinterland einen reich gedeckten Tisch an grüner Kost bietet.

Für den Landwirt sind sie ungebetene Gäste. Der eine oder andere Bauer muss zuweilen zwei, drei Mal nachsäen, um nicht vor einem leeren Kornfeld zu stehen. Er muss leidvoll zur Kenntnis nehmen, dass die Population der gefräßigen Gänse stark zugenommen hat.

Wolfgang Stapelfeldt Kreisbauernverband Südtondern) spricht sogar von einer mittleren Katastrophe. Die Feld- und Meergänse, die in Scharen in die Felder einfallen, dürfen allenfalls nur vergrämt werden. Was auch immer dabei geschieht, ist oft nur der Tropfen auf den heißen Stein. Die Bauern sehen sich von dieser Art von Vögeln erheblich unter Druck gesetzt.

Wie viele Vögel über die Felder herfallen, darüber gibt es keine genauen Schätzungen. „Es sind immer mehr geworden“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, der sich von Politik und Administrative allein gelassen sieht. Von Ausgleichzahlungen für besonders geschädigte Landwirte sei auch keine Rede. Aus Holland hingegen sei zu hören, dass man dort angeblich rigoros gegen das Problem angeht.

Die Vögel indes stört’s nicht. Sie sind darauf bedacht, gehörig eiweißhaltige Kost zu sich zu nehmen. Und deren gibt es reichlich auf den küstennahen Äckern. Naturfreunde haben sie auch. Gestern pendelten zahlreiche mit Ferngläsern und Kameras bewaffnete Dänen hinaus an den Deich, zur linken Seite vor dem Rickelsbüller Koog Vogelscharen zu beobachten, zur rechten in „ihren“ Margretenkoog zu schauen, was sich dort tut.

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