zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 04:36 Uhr

Ziel erreicht: Milchpreis ist gestiegen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2017 | 14:05 Uhr

Das Thema Milchpreise stand ganz oben auf der Agenda im Friesenhof: Zur Informationsveranstaltung des Bauernverbandes Schleswig-Holstein und des Kreisbauernverbandes Südtondern kamen zahlreiche Milchbauern aus dem Kreis Nordfriesland.

Eine gute Nachricht zum Anfang: Der Referent des Bauernverbandes für Milch, Vieh und Fleisch, Nicolai Wree, gab Entwarnung für den Milchpreis und gab sich zuversichtlich, was den künftigen Preis von circa 32 Cent pro Liter beträfe.

Noch vor knapp einem Jahr war der Preis auf einen Tiefstand von fast 20 Cent gesunken. „Letztendlich hat alles der Markt geregelt“, so Wree, der mit zahlreichen Daten die Entwicklung des letzten Jahres beschrieb. „Der Maßnahme-Effekt darf bezweifelt werden. Ich sehe es so, dass die Politik zu spät eingegriffen hat – da war der Tiefstand schon überschritten.“

Tatsächlich stellte die EU 150 Millionen Euro bereit, um die Milchproduktion zu reduzieren. „Für Zuschüsse mussten sich die Landwirte verpflichten, die Menge zurückzufahren.“ 52  000 Anträge dazu gab es EU-weit, in Schleswig-Holstein nahmen 1020 von 4200 Milcherzeugern an der Aktion teil. Die Produktion blieb so in Deutschland stabil, während andere Länder wie Polen, Holland oder Irland zulegten.

Weitere Maßnahmen wie die Verlängerungen der Interventionszeiten und -mengen waren hilfreich. Viel wichtiger: Der 1. November 2016 war der Stichtag für neue Halbjahresverträge zwischen Molkereien und Handelskonzernen für Trinkmilch sowie eine Reihe von Milchprodukten in unteren Preislagen. Die Molkereien konnten bei der Verhandlungsrunde höhere Preise durchsetzen. Discounter Aldi hatte danach den Preis für fettarme Frischmilch um 18 auf 60 Cent je Liter angehoben. An den Aldi-Preisen orientieren sich üblicherweise auch die anderen Supermarkt-Giganten. Des Weitern hat die Bundesregierung mit 50 Prozent-Unterstützung der EU ein neues Programm zur Liquiditätshilfe mit einem Volumen von 116 Millionen Euro für das Jahr 2017 auf den Weg gebracht. Die Hilfen sind für Betriebe gedacht, die ihre Produktionsmenge nicht ausweiten. Hieran können sich Betriebe noch beteiligen.

Als Faktoren für Unsicherheit in der Entwicklung des Milchpreises führte Nicolai Wree den Brexit, protektionistische Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump, Ölpreis- und Euro-Schwankungen sowie das Wetter an.

Kreisgeschäftsführer Armin Reiche ging auf den Fleischmarkt ein. „Wir freuen uns, dass der Rindfleischverzehr konstant ist“, so der Experte. „Schweinefleisch ist zunehmend weniger gefragt.“ Beim Verbraucher seien Faktoren wie Tierwohl, Nachhaltigkeit, Transparenz bei der Herkunft des Tieres und Regionalität stark im Trend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen