Ziel: Die Rettung der Friesenhäuser

Eines der ältesten Gebäude Niebülls wurde „gerettet“ und in die Denkmalliste eingetragen.
Eines der ältesten Gebäude Niebülls wurde „gerettet“ und in die Denkmalliste eingetragen.

Die „Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen“ meldet erfreut: Das Haus in der Deichstraße 4 bleibt erhalten

shz.de von
02. März 2017, 11:23 Uhr

Es gibt eine positive Nachricht zum Thema Denkmalschutz und alte Friesenhäuser. Sie betrifft das Haus Deichstraße Nummer 4 in Niebüll, wie Georg Böhm von der „Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen“ verkündet: „Dieses Haus, welches derzeit als das älteste bekannte Profangebäude der Stadt gilt und nach neuester Erkenntnis in die Denkmalliste eingetragen worden ist, kann als gerettet gelten. Der Eigentümer, ein angesehener Niebüller Geschäftsmann, hat von seinem Vorhaben, das Haus zu verkaufen, abgesehen und mit einer Neueindeckung mit Reet dem Haus eine Zukunft gegeben. Leider ist der Altbesitzer vor kurzem verstorben, was die IG Baupflege bedauert.“

Ursprünglich habe es Pläne gegeben, dort abzureißen und neu zu bauen, dem gegenüber hätten allerdings entsprechende Milieuschutzgesetze und ein bestehender Bebauungsplan gestanden. Auch habe es schließlich innerfamiliäre Unterstützung zur Rettung des Hauses gegeben, sagt Böhm weiter. Nun kann das Gebäude das Herz geneigter Niebüller erfreuen, zum Beispiel, wenn sie aus der historischen Koogsreihe Richtung Innenstadt spazieren gehen.

An anderen Stellen vermochte die IG Baupflege nichts auszurichten: 2016 sind zwei Objekte, nämlich die Kate Osterweg/Legerader Weg sowie eine Hofstelle in Deezbüll-Burg, abgerissen worden, was Böhm mehr als bedauert: „Soll das ewig so weitergehen? Was sind Ortsgestaltungssatzungen und Ortserhaltungssatzungen wert, wenn man letztlich doch nur zuschauen kann, wie historische Bausubstanz so bedenkenlos aus dem Stadtbild verschwindet.“ Es werde wohl nur noch nach dem Motto: „Wir schaffen Platz für Neues“ mit der vorgeblich zeitgemäßen Überschrift „Wir wollen eine moderne und zukunftsweisende Stadt sein“ verfahren, sagt Georg Böhm weiter.

Die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland gibt es seit 1980. Die Gründer sahen den historischen Baubestand und die gewachsene Hauslandschaft insgesamt bedroht. Inzwischen hat der Verein sein Betätigungsfeld auch auf Dithmarschen ausgedehnt. Die IG Baupflege will im Sinne der Heimatpflege durch gezielte Aufklärungsarbeit das öffentliche Bewusstsein für den Wert landschaftstypischer Gebäude wecken und fördern. Weitere Ziele sind Anleitung und Hilfe bei der Renovierung und Umnutzung alter Gebäude sowie das Einbeziehen landschaftstypischer Bauformen beim modernen Bauen. In den Jahren seit der Gründung hat die IG Baupflege ein umfangreiches Archiv aufgebaut, in dem Dokumentationen über den historischen Hausbestand in Nordfriesland, über Nebengebäude, über historische Wege und Kleindenkmale in Wort und Bild zusammengetragen worden sind. Eine Fachbibliothek, angeschlossen an die Präsenzbibliothek des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, enthält alle wichtigen Bücher zum Thema. Öffentlichkeitsarbeit betreibt die IG zudem mit der Zeitschrift „Maueranker“, die aktuelle Ausgabe ist gerade erschienen. Den „Maueranker“ gibt es geordnet nach Jahrgängen in der Stadtbücherei Niebüll.


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