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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 03:56 Uhr

Fimcamp : Zickenkrieg und Computersucht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Drei Tage produzierten junge Filmemacher in einem Camp ihre eigenen Streifen / Heute um 14 Uhr ist öffentliche Premiere im Ecks Kino

von
erstellt am 01.Aug.2015 | 05:00 Uhr

„Zwei Tage hat es geregnet, das war echt frustrierend“, sagt Marie Wilke. Es ist Tag drei im Filmcamp auf dem Gelände des „Watt’n Sound Studios“ , und endlich zeigt sich am frühen Nachmittag die Sonne. Chance für die beiden Filmteams, einzelne Szenen im Freien nachzudrehen. Aber die Zeit wird knapp. Die Filme müssen noch geschnitten und kopiert werden, denn am Sonnabend, 1. August, ist die öffentliche Präsentation der Streifen im Niebüller Ecks Kino (14 Uhr). Die jungen Filmemacher haben in den vergangenen Tagen hart gearbeitet, Ideen ohne Ende entwickelt – und dabei jede Menge Spaß gehabt: Tom aus Leck, Robin und Jon aus Niebüll, Hannes aus Emmelsbüll sowie Miriam und Levke (beide aus Klixbüll). Mit Ausnahme von Jon (13) sind alle zwölf Jahre alt. Angeleitet werden die jungen Regisseure von den Teamern: dem Foto & Videografen Eugen Heimböckel, Marie Wilke (19) vom Kulturbüro Niebüll, Natalie Kujawa (19), die Marie übrigens ab 1. September FKJ-lerin (Freiwilliges Kulturelles Jahr) in Niebüll ablösen wird, und dem Niebüller Tino Jessen (20), derzeit in der Ausbildung zum Erzieher.

„Maike ist lieb“ steht an der Tafel im ehemaligen Klassenzimmer. Gemeint ist Maike Christiansen vom „Watt’n Sound Studio“. Sie hat den jungen Filmemachern das Equipment und die Räumlichkeiten, die ehemalige Schule von Emmelsbüll-Horsbüll, zur Verfügung gestellt. „Das trifft es genau“, sagt Natalie Kujawa. Die Teams – Jugendliche und Erwachsene – fühlen sich hier sauwohl. „Es ist eine tolle Atmosphäre“, gesteht Tino, und Natalie ergänzt: „Es ist ein Ferienlager.“ Wer Ideen sammeln möchte, greift hin und wieder zu den Instrumenten, die in dem Raum stehen. So macht das Schaffen Spaß.

Miriam und Levke hocken auf dem Sofa, der erklärte Lieblingsplatz der Filmleute, und gestalten am Laptop gerade die Titelsequenz. Der Arbeitstitel ihres Streifens lautet „2,75 Euro - Der Film“. Ob es dabei bleibt, steht noch nicht fest. Worum geht es? „Um Zickenkrieg“, sagt Levke. Die vier Jungs haben sich dem Thema Computer-Spielsucht gewidmet. Doch auch die vier Teamer machen einen Film: „Wir stellen die Geschichte dieses Gebäudes nach, einem Musikstudio für junge Künstler, die sich selbst verwirklichen wollen“, verrät Natalie.

Zur Einstimmung hatten die Teams am Mittwochabend einen Fantasie-Film angeschaut, in dem es um rätselhafte Ereignisse geht. Genug Stoff und Anreize für die eigenen Drehbücher. Am Donnerstag bekam das Filmteam fachliche Unterstützung und wertvolle Tipps von einem Profi. Der aus Rodenäs stammende Schauspieler und Sprecher Enno Kalisch (unter anderem spielte er 2013 im Tatort „Gegen den Kopf“ und ist in den Kinofilmen „Miasto 44“, 2013, sowie „Von Zeit zu Zeit“, 2015, zu sehen) schaute vorbei und gab Tipps („Wo kommt die Figur her? Warum handelt sie so“), erzählte den gespannt zuhörenden Jugendlichen von seiner Arbeit. Von Enno Kalisch erfuhren sie auch mehr über dessen Grundeinstellung, nämlich „dass überall nur mit Wasser gekocht wird. Fehler macht jeder“. „Das hat die Kinder richtig gepackt“, sagt Marie Wilke.

Und was hat ihnen am Camp sonst noch so gefallen? Levke sagt, was alle bestätigen: „Das selbstständige und kreative arbeiten.“ „Und, das wir uns so gut verstanden haben“, ergänzt Hannes. Tom ist zum ersten Mal dabei, völlig begeistert. „Ich habe mit meinen Brüdern und Freunden schon Filme gedreht. Von diesem Camp hat mein Vater in der Zeitung gelesen.“

Outdoorfilmcamp – das nehmen die Teilnehmer wörtlich, denn geschlafen wird in allen drei Nächte draußen in Zelten. Für das Kochen ist Tino Jessen zuständig. Er gibt unter anderem Kurse in der Volkshochschule. Auf dem Speiseplan stehen Spaghetti, Pizza, aber auch Vegetarisches als Altenative. „Heute wird gegrillt.“ Kein Camp ohne die wertvolle Unterstützung von Sponsoren. So hat Edeka Lück den Teams eine gut ausgestattete Kundenkarte für den kostenlosen Einkauf von Lebensmitteln geschenkt. Das Equipment wie Kameras, Mikros und Laptops haben die Teams vom Offenen Kanal in Flensburg geliehen.

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