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Nordfriesland Tageblatt

24. September 2017 | 10:52 Uhr

Zeitgeist-Blues und starke Stimmen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 10:06 Uhr

Live-Musik in bunter Vielfalt: Die Offene Bühne lockte am Sonnabend viele Neugierige in den Ratskeller. Darunter Gäste aus Flensburg und Tondern; es hat sich herumgesprochen, dass in Niebüll gute Musik zu hören ist. Das Saxophon-Quartett „Meerklang“ machte den Anfang, begrüßt durch Moderatorin Vera Hesse. Die Gruppe stammt aus dem Niebüller und Flensburger Raum, macht „Musik zwischen den Meeren“, daher der Name. „Wir spielen ein breites Programm von Pop bis Klassik“, lautete die Ansage, „Heute sind jedoch die 80er Jahre dran.“ Mit einem fulminantem Film-Thema der bekannten Serie „Dallas“ ging es los, Hits der Eurythmics und der legendäre Mambo von Herbert Grönemeyer folgten, sehr zum Vergnügen der Zuschauer. Der Sound der einzelnen Saxophone immer wieder kongenial gegeneinander abgesetzt, dann wieder in Kombination, so dass ein echter „Mehrklang“ entstand.

Die Sängerin Kerstin Bogensee wurde mit Applaus und fröhlichem Gekreische begrüßt. „So einen großen Fanclub habe ich noch nicht gesehen. Ein ganzer Bus voller Frauen“, staunte Vera Hesse. Die Newcomerin zeigte keine Nervösität. Berichtete, dass sie ihren Job aufgegeben habe, um sich ganz der Musik zu widmen. Programmatisch daher der erste Titel „Auf zu neuen Ufern“. Die allgemeine Beliebigkeit nahm sie mit „Zeitgeist-Blues“ aufs Korn, um dann daran zu erinnern, dass auch in der Liebe nicht alles „Sicher“ sein muss.

„Wie ein Gewitter“ rütteln ihre Verse auf, die Texte sind eindringlich und beschreiben ungewöhnliche Lebenssituationen. Ein Happy End ist nicht garantiert. So auch, als sie im Song den Schlaganfall einer jungen Frau (und Freundin) beschrieb: „ Am seidenen Faden“. Für einen echten Ohrwurm zum Mitsingen sorgte die Höruperin mit „Heute nicht.“ Eine locker-lustige Aufforderung, alles zu verschieben. Das traf den Nerv, da stimmte das Publikum immer wieder von allein mit ein. Die Zugabe „Lebe Deinen Traum“ war dann wieder eher besinnlich, aber auch aufmunternd, doch sein eigenes „Ding zu wagen“. Ein sehr gelungenes Debüt; und klar ist jetzt bereits – Kerstin Bogensee wird ihren Weg machen.

Derweil standen die Musiker aus Tondern, die Combo „Fools Paradise“, bereits in den Startlöchern. „Wir freuen uns, in Niebüll spielen zu dürfen“, sagte Detlef Kapteina, der einst aus Hamburg nach Dänemark ausgewandert ist. Die Band gründete sich 1999, um sich 2013 nach einer längeren Pause wieder zusammenzufinden. Der Sänger verriet, dass sie erst am Wochenende in Hamburg beim Bandcontest das Halbfinale erreicht hätten. Chapeau! Die Dänen fühlten sich schnell wie zuhause und rockten den Ratskeller im Wortsinn. Mitreißend die Songs, stark An  ja Egeskjolds Stimme: „No need to explain!“

Dann kam ein Newcomer auf die Bühne: Henning Ipsen aus Klanxbüll. Ganz cool, mit Gitarre und Mundharmonika intonierte er Jonny Cash, Marius Müller- Westernhagen und Ben Howard. „Kraftvolle Reibeisenstimme!“, lobten die Kollegen aus der Musikszene.



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