Patientenhilfe Niebüll : Zeit für Zuwendung am Krankenbett

Ehrenamtlich im Einsatz: Inge Petersen (l.) und Annelore Bünger möchten den Patienten den Aufenthalt im Krankenhaus erleichtern. Foto: Ute Weiß
Ehrenamtlich im Einsatz: Inge Petersen (l.) und Annelore Bünger möchten den Patienten den Aufenthalt im Krankenhaus erleichtern. Foto: Ute Weiß

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15. August 2008, 09:17 Uhr

Niebüll | Über 1 000 Stunden waren sie schon für andere da. Auf diese stolze Bilanz können die Mitglieder der ehrenamtlichen Patientenhilfe an der Klinik Niebüll verweisen. Begonnen wurde damit im Mai 2004. Die damals erste Patientenhilfe im Kreis Nordfriesland ist seither ununterbrochen im Einsatz. Es sei noch nicht vorgekommen, dass eine Station nicht besucht worden sei, verweist Koordinator und Begründer Werner Preuß auf ein kontinuierliches Hilfsangebot, mit dem den Patienten der Aufenthalt in der Klinik erleichtert werden soll.

"Das Wichtigste ist das Zuhören", weiß Annelore Bünger, die seit dreieinhalb Jahren in der ehrenamtlichen Patientenhilfe mitarbeitet und darin auch für sich einen Gewinn sieht: "Man geht sehr befriedigt hier raus." Da kann Inge Petersen, die seit vier Jahren dabei ist, nur bestätigen. Für sie war die Patientenhilfe auch eine gute Therapie in einer Zeit schwerer Schicksalschläge. "Das hat mich von meinem eigenen Schmerz abgelenkt." Inge Petersen machte ebenfalls die Erfahrung, das vor allem die menschliche Zuwendung für die Patienten wichtig ist: "Hauptsache, die Leute werden ein bisschen aufgemuntert."
"Wer Zeit hat, hat Zeit."
Die Damen und Herren der Patientenhilfe treffen sich an jedem dritten Mittwoch im Monat um 19 Uhr in der Caféteria im Untergeschoss des Krankenhauses. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist dabei die Aufstellung eines Dienstplanes. Dabei bleibt es jedem überlassen, in welchem Umfang er seinen ehrenamtlichen Einsatz absolviert. Inge Petersen bringt es kurz und bündig auf den Punkt: "Wer Zeit hat, hat Zeit."

Jede Station des Krankenhauses wird einmal pro Woche besucht. Annelore Bünger: "Wir gehen in alle Zimmer, in die wir dürfen." Dabei sprechen sich die Helfer vorher mit der Stationsschwester ab. Dass sie willkommen sind, spüren die Helfer immer wieder, wie Inge Petersen betont: "Die Patienten freuen sich, wenn wir kommen. Das wird sehr gut angenommen." Das Gespräch kommt schnell in Gang - auch bei den Patienten aus Dänemark. Einige Mitglieder der Patientenhilfe beherrschen diese Sprache ebenso wie sie auch im Plattdeutschen zu Hause sind.
"Viele erzählen von ganz früher."
Bei den Gesprächen geht es weniger um Krankheit. Annelore Bünger: "Viele erzählen von ganz früher". Was auch immer erzählt wird und wen sie besucht haben - die zwischen 40 und 70 Jahre alten Mitglieder der Patientenhilfe bewahren darüber absolutes Stillschweigen.

"Wir haben Zeit für persönliche Anliegen, wir können zuhören und bieten organisatorische Hilfe an", bringt Werner Preuß das Motto der Gruppe auf den Punkt. Die Patientenhilfe gilt mittlerweile als ein wichtiger, ergänzender Baustein in der Patientenversorgung. Sie soll aber keinesfalls eine Konkurrenz für die professionellen Pflegekräfte und übrigen Berufsgruppen sein. Die Hilfe beschränkt sich auf den Bereich innerhalb des Krankenhauses. Den Patienten, die sich um das sorgen, was nach dem Klinikaufenthalt kommt, zeigen die Helfer auf, an wen sie sich wenden können.
Gute Seelen im Fischerhemd
Die Damen und Herren sind zu erkennen an ihrem maritimen Outfit. Inge Petersen: " Wir wollten uns ein bisschen der Nordseeküste anpassen." Für Interessierte, die sich ebenfalls die Fischerhemden überstreifen und sich der Patientenhilfe anschließen möchten, ist die Gruppe jederzeit offen. Wer mitmachen möchte, sollte mindestens 17 Jahre als sein und gut zuhören können. Ein Einsatz auf Station kann auf Wunsch probeweise und zunächst auch in Begleitung eines der erfahrenen Helfer absolviert werden. Erste Kontakte können bei den monatlichen Treffen oder telefonisch über Werner Preuß,

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