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„Zauber der Flöte“ im Spannungsfeld zwischen Poesie und Virtuosität

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Zauber der Flöte“, so lautete das Thema des Konzertes im Lecker Rathaussaal, mit dem der „Verein der Musikfreunde in Leck und Umgebung“ seine neue Saison eröffnete. Dargeboten wurde es vom „Duo Flöte-Klavier“, bestehend aus Stefanie Hofmann (Traversflöte) und Constance Vogel (Klavier). Beiden bereits vielfach ausgezeichneten Künstlerinnen merkte man an, dass sie schon seit ihrer Kindheit auf hohem Niveau kammermusikalisch tätig und im Zusammenspiel mit Vokalisten, Instrumentalpartnern und Orchestern sehr erfahren sind. Ehe der erste Ton erklang, wartete die Vorsitzende Heidi Specht-Christel mit einer Mitteilung auf, die alle Mitglieder und Gäste sehr traurig stimmte: Das Ehrenmitglied Michael Hoppe, seit der Gründung des Vereins 20 Jahre lang dessen rühriger Vorsitzender, sei vor wenigen Tagen verstorben.

Als erste Komposition des Konzertabends kündigte die Flötistin „Morceau de concours“ von Gabriel Fauré an, einen klangschönen, im Jahre 1998 entstandenen Satz, der ein Gegenstück zu den ganz auf Virtuosität und raffinierte Spieltechnik ausgerichteten Werken darstellt, mit denen einst der Flötennachwuchs an der Musikhochschule sein Können unter Beweis stellen musste. Von Constance Vogel einfühlsam begleitet, ließ Stefanie Hofmann ihre Flöte „singen“, dass es eine Freude war.

Es folgte die „Sonate für Flöte und Klavier, op. 164, von Francis Poulenc, bei der beide Instrumente „gleichberechtigt“ – also quasi auf Augenhöhe dialogisierend - in Erscheinung traten. Als „Sahnestück“ des anspruchsvollen Werkes stellte sich im 2. Satz die von der Flöte andächtig zelebrierte und vom Klavier ebenbürtig mitgestaltete „Cantilena“ heraus, die laut Stefanie Hofmann zu den „beliebtesten Flötenstücken überhaupt“ zählt. Stark beeindruckt zeigte sich das Publikum auch von dem temperamentvollen Folgesatz, der beiden Instrumentalistinnen ein Höchstmaß an Virtuosität abverlangte.

Mit seiner „Sinfonischen Kanzone, op. 14“ kam der selten zu hörende Sigfrid Karg-Elert (1877 – 1933), ein exzentrischer Einzelgänger, musikalisch zu Worte. Die kompakte Komposition entstand zu einer Zeit, als man die Vorzüge der in Deutschland noch nicht allgemein bekannten Böhm-Flöte zu schätzen gelernt hatte, deren moderne Bauweise es erlaubte, dem Flötisten alle nur denkbaren technischen und klanglichen Aspekte und Tricks abzuverlangen beziehungsweise zuzumuten. Stefanie Hofmann meisterte sie ohne erkennbare Mühe souverän, wobei Constance Vogel ihr durch ihren Klavierpart sicheren Halt gab.

Zum Ausklang des regulären Programms interpretierte das Duo die „Introduktion und Variationen über „Trockene Blumen“ aus Franz Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“, ein hochromantisches Werk im Spannungsfeld zwischen Poesie und Virtuosität. Der einem Trauermarsch gleichenden Einleitung folgte das Thema des Liedes, das sodann auf sieben verschiedene Weisen kunstvoll variiert wurde. Die traurige Grundstimmung der Komposition hellte sich erst am Ende auf, als ihre Tonart vom düsterem Moll ins Trost spendende Dur wechselte.

Das Publikum bedankte sich durch intensiven Schlussapplaus. Dieser veranlasste Stefanie Hofmann und Constance Vogel, mit einer Zugabe aufzuwarten. Zum Gedenken an das verstorbene Ehrenmitglied Michael Hoppe spielten sie voller Andacht das „Pie Jesu“ aus dem „Requiem“ von Gabriel Fauré.


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erstellt am 11.Nov.2015 | 16:19 Uhr

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