Zahl der Urnenbestattungen steigt

Anton Nahnsen und Anke Hamann arbeiten an einer neu gestalteten Fläche für Baumbestattungen.
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Anton Nahnsen und Anke Hamann arbeiten an einer neu gestalteten Fläche für Baumbestattungen.

An einem Tag der offenen Tür sollen die Bestattungsmöglichkeiten auf dem Lecker Friedhof der Öffentlichkeit erläutert werden

shz.de von
30. Juni 2014, 10:54 Uhr

Der Friedhof zwischen der Kirchhofstraße und dem Propst-Nissen-Weg ist neu gestaltet worden und weist einen parkähnlichen Charakter auf. Darüber wie über die unterschiedlichen Bestattungsarten und das frisch sanierte Friedhofsgebäude können sich alle Interessierten am Donnerstag, 3. Juli, zwischen 10 und 16 Uhr am „Tag des offenen Friedhofes“ informieren.

Vor Jahrzehnten hatte die Gemeinde vorsorglich ein Stück Land hinter dem Kokkedahler Weg gekauft und für einen neuen Friedhof reserviert. Schon lange zeichnete sich ab, dass diese Fläche nicht in Anspruch genommen werden wird: „Seit Anfang der 90-er Jahre hält sich der Trend zu Urnenbeisetzungen. Im Schnitt machen diese jährlich gut 90 Prozent aus“, erklären Friedhofsgärtnerin Anke Hamann und Bauhof-Mitarbeiter Anton Nahnsen. Auf dem knapp vier Hektar großen Friedhof sind durch diese Tatsache viele Flächen frei und neu angelegt worden. So wurde auf Anregung eines Bürgers 2012 die Bestattung unter dem Baum ermöglicht. Ein Rondell entstand mit einer Stele in der Mitte, auf dem Tafeln mit den Namen der Verstorbenen angebracht sind. Das wurde bisher gut angenommen, so dass nur noch sieben Plätze hier frei sind. Ein zweites Rondell mit einem Tulpenbaum, amerikanischen Amberbaum, Taschentuchbaum und einer Eiche ist angelegt, der Rosenbogen soll noch bepflanzt werden. Eine weitere idyllische Anlage für Baumbestattungen ist im Entstehen: ein Blättergarten inmitten eines Rosariums mit Lavendel und Steinen als Sitzbänken. Auch Angehörigen, deren Verstorbenen auf See bestattet wurden, wird Raum zu ungestörtem Totengedenken gegeben: In Nähe des Ehrenmales können zwischen Rosenbeet und einer meeresähnlichen Fläche mit blauem Gras auf einer Stele die Namen angebracht werden. Ob nun Erd- oder Urnenbestattungen, Wahlrasengräber, Beisetzungen unter einem Baum, halb anonyme oder anonyme Bestattungen – über die Möglichkeiten können sich Interessierte am Donnerstag ausführlich informieren. Auch das sanierte Friedhofsgebäude aus dem Jahr 1964 darf begutachtet werden. Um die Kosten zu senken, wurde so viel Eigenleistung wie möglich erbracht. Gefördert von der Aktiv-Region Nordfriesland Nord musste die Gemeinde nur 38 000 Euro zahlen.

Das 60 Quadratmeter große Gebäude erhielt eine neue Isolierung, aus den bislang zwei Besucher-Toiletten entstand eine barrierefreie Sanitäranlage. Das Büro, der Aufenthaltsraum für die Beschäftigten, der Umkleide- und Waschraum wurden renoviert und entsprechend der Arbeitsstätten-Richtlinien hergerichtet.

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