Tafel Südtondern : Zahl der Tafel-Nutzer steigt weiter an

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Unterstützung für Bedürftige: Bei der Vereinsversammlung stand der Vorsitzende Reimer Bock in der Kritik.

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21. Juni 2014, 08:00 Uhr

Die Südtondern Tafel mit ihren Ausgabestellen in Leck und Niebüll wird von immer mehr Bedürftigen angenommen. Nach einer Hochrechnung werden es bis Jahresende mehr als 14 000 Ausgaben an Bürger aus dem Amtsbereich Südtondern sein, die sich hier mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs eindecken. „Das allein zeigt die Notwendigkeit der Tafel“, resümierte der Vorsitzende Reimer Bock.

Ihren Betrieb hat die Südtondern Tafel Ende 2011 aufgenommen. „Die Einrichtung ist nicht mehr wegzudenken“, unterstrich Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn die Wichtigkeit auf der Mitgliederversammlung im Rathaussaal. Das belegte Reimer Bock mit seinem detaillierten Bericht: Während im ersten Halbjahr 2013 in Leck 1361 Kunden und in Niebüll 1310 Kunden versorgt wurden, so waren es im ersten Halbjahr 2014 in Leck 1558 und in Niebüll 3205 Kunden. Rechnet man Familienmitglieder mit, half die Tafel im Vorjahr in Leck 3389 und in diesem Jahr bereits 4062 Bedürftigen, in Niebüll wurden 3144 Personen im vorigen Jahr und in 2014 bis jetzt 3205 Bedürftige erreicht.

Für diese Kernaufgabe der Tafel setzen sich insgesamt 36 Helferinnen und 25 Kraftfahrer ehrenamtlich ein. Das vereinseigene Kühlfahrzeug ist regelmäßig von Montag bis Donnerstag jeder Woche im Einsatz. Dazu kommen Sonderfahrten zur Abholung von Großspenden. Sehr großzügig zeigen sich Lebensmittelketten, Bäckereien und andere Geschäftsinhaber in Aventoft, Süderlügum, Niebüll, Risum-Lindholm, Leck, Klintum und Achtrup-Tettwang. „Die würden es am liebsten sehen, wenn wir täglich kommen, um die überschüssige Ware abzuholen“, meinte Reimer Bock.

Neben dem Alltagsgeschäft beschäftigten drei Projekte die Südtondern Tafel: Eine Spende vom NDR und deren Verwendung (wir berichteten), Ländertreffen der Tafeln aus Schleswig-Holstein und Hamburg sowie eine neue Bleibe für die Ausgabestelle Leck. Diese war im vorigen Herbst vom Rathaus in die Rudolf-Diesel-Straße 19 – 21 umgezogen und muss diese Räumlichkeiten leider wieder aufgeben. Eine Konstellation wie in Niebüll, wo die Ausgabe im Osterweg von der Stadt bereitgestellt wird, zeichnet sich in Leck nicht ab. Deshalb hat der Verein für knapp 50 000 Euro das Gebäude in der Rudolf-Diesel-Straße 16 erworben. Es soll mit je 30 000 Euro Eigenkapital und Kreditaufnahme finanziert werden. Die Kosten für den Kredit sollen in etwa gleich hoch sein wie die bisherige Miete. So weit wie möglich sollen An- und Umbau ehrenamtlich ausgeführt werden. Helfer sind willkommen.

Den Kassenbericht für 2013 erläuterte Bernd Michaelis. Demnach wurden beispielsweise 12 000 Euro „Tütengeld“ eingenommen (Bedürftige zahlen symbolisch jedes Mal zwei Euro) sowie knapp 24 000 Euro an Spenden, die die Arbeit der Tafel sichern helfen (Miete, Betriebskosten und mehr). Die Tafel kann auf ein gutes finanzielles Polster zurückgreifen. Die anwesenden Mitglieder entlasteten den Vorstand.

Kurz angesprochen wurde die Verlegung des Sitzes der Südtondern Tafel von Niebüll nach Leck. Dazu müsste die Satzung geändert werden, und eben dieses stand nicht auf der Tagesordnung, wie bemängelt wurde. Also wurde der Punkt gestrichen. Insgesamt knisterte die Stimmung auf der Versammlung. Reimer Bock, der vor einem halben Jahr die mehrheitliche Wahl zum Vorsitzenden angenommen hatte, schlug der Wind ins Gesicht. Insbesondere formelle Fehler wurden ihm angekreidet – manche zu Recht, andere aus Unwissenheit. Der neue Vorsitzende beschwichtigte mehrmals, mahnte zur Ruhe, versuchte, den Wind aus den Segeln zu nehmen und leitete seine erste Mitgliedersammlung sachlich. Paul Christian Burgwald aus Niebüll platzte der Kragen über die angespannte Atmosphäre: „Meine Bitte ist, dass alle miteinander vernünftig umgehen und wir unsere Verantwortung wahrnehmen. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen und nicht zermartern!“

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