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erstes Fazit : „Xaver“: Region kam glimpflich davon

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Orkantief wütete über die Weihnachtsmärkte, richtete sonst aber keine größeren Schäden an. Auch die Deiche hielten stand.

von
erstellt am 06.Dez.2013 | 19:15 Uhr

Orkan „Xaver“ wütete in Südtondern. Glücklicherweise aber nicht so heftig, wie befürchtet. Auf dem Lecker Weihnachtsmarkt wurde die Hütte des Weihnachtsmannes arg in Mitleidenschaft gezogen: Das Dach war weggeflogen und das Schloss an der Vorderfront auseinandergebrochen. Die großen Flügeltüren öffneten sich und der Wind hatte ein leichtes Spiel, die liebevoll gestaltete Stube durcheinander zu wirbeln. Außerdem verabschiedeten sich zwei Lichterketten von dem großen Weihnachtsbaum, Absperrungen mit Tannengrün kippten um und, die Lichterkette zwischen den Ständen riss entzwei.

„Als ich gestern gegen 20 Uhr hier war, war noch alles in Ordnung“, sagte Eckerhard Aust vom Bürgerfestverein. Morgens um 7 Uhr entdeckte er die Sturmschäden und kurz darauf Einbrüche in zwei Punsch-Stände. „Das hat es in den vergangenen 18 Jahren noch nicht gegeben“, erboste er sich über die Dreistigkeit. Die unbekannten Täter haben jede Menge Alkohol und Kakao entwendet. Einbruchspuren entdeckten Eckerhard Aust und seine Helfer schließlich auch bei jeder anderen Bude: „Die Schlösser haben sie anscheinend nicht geöffnet bekommen“, mutmaßte er. Gestern standen erst einmal Reparaturarbeiten an, und der Weihnachtsmarkt blieb geschlossen. Ob er heute öffnet, wird heute Morgen erst entschieden, hieß es.

Auch der Niebüller Weihnachtsmarkt litt unter dem Orkantief. Nach einigen Böen schaffte es „Xaver“ am Donnerstag gegen 19 Uhr, den Baum umzuwehen. Der Stamm brach am unteren, verjüngten Ende. Gestern gegen 15 Uhr richtete sie Manne Jensen von „Bauxpert Christiansen“ mit seinem Kran die Tanne wieder auf. Johannes Boysen musste mehrmals mit der Motorsäge ran, um den Fuß zu stutzen, bevor die Männer, unterstützt von Karl-Heinz Michaelsen, den Sieben-Meter-Koloss wieder in Position bringen konnten. „Er ist jetzt um 75 Zentimeter kürzer“, gesteht Johannes Boysen.

Für die Feuerwehr gab es in Niebüll einiges zu tun, wie Gemeindewehrführer Uwe Mussack auflistete: Auf der Tennishalle des TSV lösten sich Teile des Daches ab. In der Koogsreihe wurde ein Schuppen in Mitleidenschaft gezogen. Am Bahnweg nahe der Gärtnerei Boysen kippte eine Straßenlaterne um und an der Araltankstelle das Preis-Anzeigeschild. Am Kindergarten Bunte Welt geriet der Zaun an der Mühlenstraße in Schieflage. In der Gartenstraße lösten sich das Dach eines Wintergartens – und vom Dach der alten Post mehrere Dachpfannen. Uwe Mussack: „Es war zwar, gemessen an dem, was ,Christian‘ anrichtete, nur Kleinkram. Aber auch der hielt uns auf Trab, weil ,Xaver’ nachholte, was ,Christian‘ nicht geschafft hat.“ In der Feuerwache Niebüll ging das Licht am ersten „Xaver-Tag“ erst gegen 22 Uhr aus. Bei der Feuerwehr Leck hingegen verlief laut Wehrführer Joachim Pilz alles ruhig. „Es war kein aufregender Einsatz dabei.“ Bereits um 19 Uhr wurde die Alarmbereitschaft aufgehoben.

Lübke-Koogs Bürgermeister Christian Nissen berichtete, dass die Deichläufer nachts auf dem Außendeich unterwegs waren, dass am Deich alles heil geblieben ist und es der Blanke Hans nur bis zu halben Höhe unter der Deichkrone schaffte. In den Gemeinden des ehemaligen Amtes Karrharde mussten die Feuerwehren insgesamt 32 Mal ausrücken. Abgesehen von dem abgerissenen und zertrümmerten Dach einer Zuschauertribüne auf dem Sportplatz an der Grundschule Ladelund, einer Maßnahme zur Stabilisierung eines ins Wanken geratenen Carports in der Gemeinde Achtrup, der Bergung eines abgerissenen Blechdaches in Sprakebüll und zwei von der Feuerwehr Soholm-Schardebüll-Engerheide geleisteten Funkeinsätzen am Außendeich erfolgten die übrigen Alarme wegen umgestürzter Bäume.

Alle Feuerwehrgerätehäuser waren vom frühen Nachmittag bis tief in die Nacht besetzt. Am stärksten gefordert war die Ortswehr Achtrup mit zehn Einsätzen, am geringsten die zweite Wehr der Gemeinde, die Ortswehr Lütjenhorn, die sich auf bloßes Warten im Gerätehaus beschränken konnte.

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