Tourismus : Wohnmobile sind auf dem Vormarsch

Anzahl der Wohnmobil-Zulassungen in Deutschland nimmt zu und Gemeinde Leck investiert 65 000 in 20 neue Wohnmobilstellplätze

shz.de von
13. Juni 2014, 05:00 Uhr

Wenn Peter Wladasch auf den Fahrersitz seines bulligen Hymer-Wohnmobils Platz nimmt und den Schlüssel im Zündschloss dreht, dann beginnt für den Rentner aus Kassel der Urlaub. Genau wie der 63-Jährige, der zurzeit eine Woche auf dem Niebüller Stellplatz verbringt, haben sich auch in diesem Sommer wieder tausende Deutsche für Ferien auf Achse entschieden. Allein in der Bundesrepublik sind etwa 350 000 Wohnmobile und 580 000 Wohnanhänger registriert. Und die Zahl der Wohnmobilisten nimmt weiter zu. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) verzeichnete ein Wachstum des Wohnmobilbestandes um 8,4 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Zahlreiche Wohnmobilbesitzer führt ihre Reise auch durch Südtondern.

„Viele haben das Ziel Sylt oder reisen weiter nach Norwegen und Schweden“, weiß Gunnar Jacobsen, der vor zehn Jahren den Reisemobil-Stammtisch Nordfriesland gründete und die Szene kennt. Momentan bietet Südtondern acht Stellplätze für die mobilen Ferienwohnungen. In Leck sollen die Kapazitäten jetzt erweitert werden. Die Gemeinde will 65 000 Euro für den Bau von 20 Wohnmobil-Stellplätzen östlich des Erlebnisbades investieren. Der Grund: Die Reisenden, die hier ihre teuren Vehikel parken, gelten als kaufkräftige Kundschaft: „Die Experten sagen, dass die Wohnmobilisten pro Tag mindestens 40 Euro im Ort lassen“, rechnet Lecks Tourismus- und Gemeindemanagerin Sabine Schwarz vor. Ähnlich sieht das Niebülls HGV–Vorsitzender Heinz H. Christiansen, der privat selbst mit Wohnmobil auf Reisen geht: „Die Kaufkraft ist in der Gastronomie zu spüren.“ Gunnar Jacobsen vom Reisemobil-Stammtisch Nordfriesland schätzt, dass während der Saison von Mai bis September etwa 50 Mobile auf jeden Stellplatz eines Wohnmobilparkplatzes wie in Niebüll kommen. Für Christiansen liegen die Gründe dafür auf der Hand: Niebüll sei mit seinen 25 gebührenpflichtigen Stellplätzen schlicht gut gelegen. „Die Erreichbarkeit des Umlandes und der Inseln ist von Niebüll aus ideal.“ Ein Blick auf das einschlägige Info-Portal für Wohnmobilbesitzer scheint diese Einschätzung zu belegen. Alle Nutzer-Bewertungen geben dem Stellplatz am Marktplatz Bestnoten aufgrund seiner zentralen Lage.

Auch Peter Wladasch, der für sein Wohnmobil mal 72 000 Euro bezahlt hat, kommt ab jetzt gerne nach Südtondern: „Da wo es schön ist, da bleiben wir. Und hier ist so ein Ort.“




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