Niebüll : Wohnmobil-Platz ist unbenutzbar geworden

Die Bohrungen wurden mit Kies und Sand befüllt. Foto: Stephan Bülck
Die Bohrungen wurden mit Kies und Sand befüllt. Foto: Stephan Bülck

Die Drainage des Marktplatzes hat wenig genutzt, weil sich unter der Erde eine wasserundurchlässige Schicht befindet. Doch was tun? Darüber scheiden sich in dem Bauausschuss die Geister.

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04. Februar 2009, 11:11 Uhr

Niebüll | "So ist er ein Schandfleck", hatte Karl-Heinz Schmidt, Vorsitzender des Ausschusses für Bau- und Planungswesen, Umwelt und Verkehrswegeplanung, während der jüngsten Sitzung verärgert ausgerufen. Gemeint war der hintere Teil des Marktplatzes an der Schwimmhalle. Er wird ganzjährig von Wohnmobil-Fahrern als Stellplatz genutzt. Seit Monaten allerdings ist der Platz, bedingt durch die starken Regenfälle, regelmäßig mit großen Pfützen übersät. Das Wasser fließt trotz einer Drainage, die in den Herbstmonaten gelegt wurde, nur schwer ab.

Unbenutzbar sei der Platz, murrte Karl-Heinz Schmidt. Diesen Eindruck hatten auch die Gremiumsmitglieder bei einem Ortstermin. Der Platz müsse endlich hergerichtet werden, machte Schmidt deutlich: "Das ist ja nicht mal suboptimal." Er forderte, mit dem "herumdoktern" aufzuhören und die Kosten für eine "vernünftige Befestigung" zu ermitteln. Schließlich sei der Stellplatz auch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt.
"Wir sprechen hier über eine sehr, sehr große Summe."
Dipl.-Ing. Arne Ebberg vom Amt Südtondern wies während der Sitzung darauf hin, dass es hier nicht viele Möglichkeiten gäbe. Eine Rasengitterstein-Variante käme der Stadt teuer zu stehen. "Wir sprechen hier über eine sehr, sehr große Summe." Derzeit sei geplant, den Platz abzufräsen, so Ebberg. "Fräsen ist nicht schlecht", kommentierte Ausschussmitglied Kim Holland. Diese Methode habe sich schon andernorts bewährt. Damit allerdings gab sich Karl-Heinz Schmidt nicht zufrieden. Da müsse es noch andere Möglichkeiten geben. Auch Volker Dittmann (Grüne) war der Ansicht: "Ich glaube, dass bleibt Schweinkram." Er regte an, 20 bis 30 Stellplätze fest, den Rest wasserabführend anzulegen.

Bürgermeister Wilfried Bockholt wollte sichergestellt wissen: "Bis zum Spätsommer war der Platz ja benutzbar." Und Fachbereichsleiter Udo Schmäschke vom Amt Südtondern verwies auf die Historie des Niebüller Platzes. In einer Tiefe von 15 bis 25 Zentimetern habe man eine wasserundurchlässige Schicht gefunden. Diese müsse durchstoßen werden. "Dann zieht die Drainage auch", so Schmäschkes Einschätzung.

Die Ausschussmitglieder einigten sich, zunächst von weiteren Maßnahmen abzusehen und bis zur nächsten oder übernächsten Sitzung Vorschläge auszuarbeiten. "Was wir brauchen ist ein funktionsfähiger Platz und keine Minimal lösung", so der Vorsitzende.
"Das hat schon jetzt Wirkung gezeigt."
Inzwischen ist der Bereich auf dem Marktplatz mit einem Holzzaun abgegrenzt worden. Das Areal gleicht einer Mondlandschaft. Udo Schmäschke erklärt, wie man vorgegangen sei: "Ein Bodengutachter hat festgestellt, das die Flächendecke, wahrscheinlich verursacht durch die starke Beanspruchung, verdichtet wurde. Die Gärtner des Bauhofes haben in 200 Bohrpunkten zu je einen Meter Tiefe die wasserundurchlässige Schicht perforiert. Anschließend wurden die Löcher mit einem wasserdurchlässigen Kies/Sand-Gemisch aufgefüllt." Das habe schon jetzt Wirkung gezeigt - und zudem keinerlei Kosten verursacht. "So soll das Ganze einige Tage liegen bleiben, bis das Wasser weggezogen ist." Anschließend werde der Boden abgeschleppt.

Udo Schmäschke wiederholte seinen während der Sitzung gemachten Vorschlag, den betroffenen Teil des Marktplatzes bis zum Beginn des Niebüller Jahrmarktes zu sperren, ihn zu bearbeiten und der Grasnarbe die Gelegenheit zu geben, neu anzuwachsen. "Damit müsste das Thema erledigt sein."

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