Wohl dosiert zur Integration

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23. Juli 2015, 16:26 Uhr

Dass Neukirchen Flüchtlinge aufnehmen will, ist die gute Nachricht. Die – sagen wir mal – weniger gute ist, dass Bürgermeister Peter Ewaldsen dabei eine Auswahl treffen möchte, was die vorbildliche Tat auch gleich wieder etwas relativiert. Familien: her damit. Junge Männer: bloß nicht. Doch etwa 90 Prozent der Hilfesuchenden sind nun einmal männlich. Nach Neukirchens schlechten Erfahrungen mit Flüchtlingen und Asylsuchenden ist die Auslese des Bürgermeisters zwar verständlich, aber unnötig. Denn auch hier gilt: Wohl dosiert funktioniert es. Wo junge Männer in Sammelunterkünften im Abseits landen, folgen meist Probleme. Werden sie aber in die Familien verteilt und mit Paten versehen, dann haben auch sie die Chance, hier Fuß zu fassen. Bestenfalls sitzt dann der Syrier nachmittags beim Bauern mit am Kaffeetisch und lernt Plattdeutsch noch vor Hochdeutsch. Ewaldsens Elan ist beachtlich. Pragmatisch geht er an die Flüchtlingsproblematik heran, damit Neukirchen profitieren kann. Er hat sich etwas in den Kopf gesetzt. Und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. „Jemand muss den Anfang machen“, sagt er. Ja, bitte gern. Und meinetwegen auch vorerst, als eine Art Probelauf, mit Familien. Dann aber sollte ohne Einschränkung geholfen werden, mit einer guten Mischung aus Familien und Alleinstehenden. Denn wo Integration ist, da ist ein Weg – auch für junge Männer.



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