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Risse in Schleswig-Holstein : Wölfe versetzen Schäfer in Südtondern in Sorge

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Rund 120.000 Mutterschafe grasen derzeit in Nordfriesland. Wolfssichtungen in Dänemark beunruhigt Schäfer in Südtondern.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2015 | 05:00 Uhr

In den Schäfereien ist zurzeit weitgehend Pause. Das Ablammen ist längst beendet. Die im Januar geborenen Lämmer haben das Schlachtgewicht erreicht. Nur in den Schäfereien, die ihren Bestand nicht aufgestallt haben, ist die Schur noch im Gange. Und draußen auf dem Grünland läuft die Futterbergung, erster Schnitt – in diesem Jahr etwas später als sonst. Wohl wegen des zu kalten Wonnemonats.

„Es ist bis jetzt alles gut gelaufen“, sagt Christian-Ludolf Lorenzen-Nissen, der lange Zeit Vorsitzender des Herbuchbezirks Südtondern war und heute noch 2. Vorsitzender des „Landesverbandes Schleswig-Holsteiner Schafzüchter e.V.“ ist. Allerdings bangen die Schäfer um die Sicherheit ihrer Tiere. Die Gefahr lauert in der Gestalt von Meister Isegrim, der Meldungen zufolge bis nach Dithmarschen vorgedrungen ist und bereits gerissen haben soll. „Der Wolf ist zum Thema geworden“, sagt Lorenzen-Nissen, der Hinweise erhalten hat, dass er schon weiter nördlich Spuren hinterlassen hat – freilich nur in Form von Kot, Fußspuren sowie in der Fotofalle. „Oh wie schön, dass es ihn nicht mehr nur in der Fabel gibt“, sagen die einen, „Achtung!“ die andern. Auch im dänischen Mögeltondern soll er Spuren hinterlassen haben. Insgeheim überlegt der heimische Schäfer, wie er seine Schafe schützen kann.

Die Schafe werden entweder das ganze Jahr über im Freien gelassen oder von Ende Januar bis April aufgestallt. Das ist etwa auch die Lammzeit und die Zeit der Schur, die früher Sache von Scherkolonnen wahrgenommen wurde, heute vornehmlich von den Schäfern daheim besorgt wird. Es ist auch die Zeit, in der die Mutterschafe den Gesundheits-Check und die Suche nach Parasiten über sich ergehen lassen müssen. Inzwischen ist ein Teil der Bestände bereits draußen auf der Weide oder am Deich. Nachdem auch die Rinder draußen sind, wird das Bild der Marschlandschaft komplett, einer Landschaft mit ihren Alleinstellungsmerkmalen, zu denen auch das Schaf gehört. Janine Buser, stellvertretende Vorsitzende im Verband und Zuchtleiterin, notiert zurzeit etwa 120 000 Mutterschafe in Nordfriesland. Ausgehend von einem Geburtenfaktor von 1,7 wäre das ein temporärer Bestand von über 200 000 Schafe. Und das in jedem Jahr.
 

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