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Nordfriesland Tageblatt

13. Dezember 2017 | 20:10 Uhr

Wo es wieder summt und brummt

vom

Greening für Bienen: Pilotprojekt von Imkern im Norden, dem Verband für Landschaftspflege und dem Umweltministerium

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Rodenäs | Am Rande des Getreidefeldes summt und brummt es, Bienen und Hummeln fliegen emsig von Blüte zu Blüte und krabbeln auf der Suche nach Nektar und Pollen in die kleinen Kelche. Ein Bild, das auf dem Land selten geworden ist. Für Hobbyimker Rolf Berndt Grund genug, bei dem Pilotprojekt "Greening für Bienen" teilzunehmen, einem Gemeinschaftsprojekt vom Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker sowie dem Deutschen Verband für Landschaftspflege. Das schleswig-holsteinische Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) fördert das Vorhaben.

Dabei sollen das Nahrungsangebot auf dem mittlerweile stark von Monokultur geprägtem Feldflur für Honigbienen und andere Insekten erhöht und zudem die Kooperation von Imkern und Landwirten verbessert werden. Ein Projekt, das beiden Seiten hilft, denn dabei wird nicht nur der Unterernährung von Bienenvölkern entgegen gewirkt. Auch die Bestäubungsleistung nimmt zu, wodurch ein höherer Ertrag entsteht - beim Rapsanbau sind beispielsweise bis zu 30 Prozent möglich.

Im Fall von Rolf Berndt hat das hervorragend geklappt. Am Rande eines Kornfeldes von Peter Möller-Ehlers hat der Hobbyimker einen 0,3 Hektar großen Blühstreifen angelegt. Für die nicht nutzbare Fläche erhält der Landwirt aus Rodenäs eine Ausgleichszahlung. "Ohne diese wäre wohl kaum einer zu diesem Projekt bereit", sagt Rolf Berndt. Die Mischung, die der ehemalige Förster ausgebracht hat, ist eine Einheitsmischung, die für die Region Schleswig-Holstein erhältlich ist. Die darin enthaltenen Pflanzen und Blumen, wie beispielsweise Ägyptischer Klee, Phacelia, Buchweizen, Öllein und Sonnenblumen sind speziell für das Klima und die Bodenbeschaffenheiten der Region ausgesucht.

"Auch optisch springt der Streifen Spaziergängern ins Auge, wenn beispielsweise die Phacelia blüht", freut sich Rolf Berndt. Nicht nur Bienen und Hummeln, auch Schmetterlinge und Falter, wie etwa der seltene Feuerfalter, werden von der Blumenpracht magisch angezogen. Wenn im Herbst die Blütenstände verwelkt sind und die Samen auf den Boden fallen, finden zudem Zugvögel und Rebhühner Nahrung - eine positive Nebenwirkung. Pestizide sowie chemische und natürliche Dünger wie Gülle sind beim Greening absolut tabu. Sie beeinträchtigen nicht nur das Wachstum der meisten Blumensorten, sondern sollen auch negative Auswirkungen auf die Vitalität und Orientierung der Bienen haben, sagt der Hobbyimker. Wichtig sei auch, dass die zur Verfügung gestellte Fläche gut zu bearbeiten ist - ein verwilderter Acker sei nicht nutzbar.

Das Beispiel von Rolf Berndt macht inzwischen auch in der Nachbarschaft Schule: Vom Ergebnis angetan hätten der Bürgermeister von Rodenäs sowie einige Einwohner der Gemeinde ebenfalls Blühstreifen angelegt, erzählt er.

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