Nordfriesland : Wird Ferkel Borsti zum Werbestar?

Borsti geht shoppen: Ein Unternehmen in Niebüll übernimmt künftig die Kosten für Verpflegung und den Tierarzt. Foto: Stephan Bülck
Borsti geht shoppen: Ein Unternehmen in Niebüll übernimmt künftig die Kosten für Verpflegung und den Tierarzt. Foto: Stephan Bülck

Das von einer Dackelhündin gesäugte Ferkel Borsti hat sich in die Herzen vieler Menschen gegrunzt. Borsti könnte nun sogar zur Werbeikone werden.

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14. Juni 2013, 09:50 Uhr

Risum-Lindholm | "Jeder fragt uns nach Borsti", erzählt Kathrin Jensen und lächelt. Das kleine Ferkelchen ist in nur wenigen Tagen zu einem Liebling geworden, den viele Menschen in ihre Herzen geschlossen haben. Die Geschichte des drei Wochen alten Minipigs und seiner Ziehmutter - der Rauhaardackeldame Jule, die das Schweinchen mit ihrer Muttermilch ernährt - hat nicht nur viele Leser in Südtondern begeistert.
Bei Familie Jensen in Risum-Lindholm (Kreis Nordfriesland) stand seit vergangenen Freitag das Telefon nicht mehr still. "Die NDR Welle Nord und Radio Nora haben noch am selben Tag von uns Live-Interviews gesendet, auch von Sat 1 und RTL waren Teams zu Dreharbeiten für das Regionalprogramm hier", erzählt Kathrin Jensen. Sie, ihr Mann Carsten und auch ihre Töchter Gina (8), Pia (6) und Lara (7) nehmen den Rummel um das kleine Ferkel mit Humor und freuen sich über das Interesse. "Damit hätten wir nie gerechnet." Die Zahl der Kinder-Besuche auf dem Hof der Jensens ist sprunghaft angestiegen. "Alle wollen mit dem Kleinen spielen."

Borsti soll auf Ahnengalerie verewigt werden

Zur Welt gekommen ist das Ferkel mit zehn Geschwistern auf einem benachbarten Hof. Doch das Mutterschwein hat Borsti verstoßen. Ein Schicksal, das dennoch ein gutes Ende fand: Familie Jensen hörte von dem Vorfall, fasste sich ein Herz und brachte das Ferkel zur Dackeldame, die das Minischwein auch prompt annahm.

"Wir hatten auch zwei Anfragen von Leuten, die Borsti gerne aufnehmen wollten." Darüber freuen sich die Jensens, obwohl nun doch für Borsti keine neue Bleibe mehr gesucht werden muss, denn das Friesencenter in Niebüll unterstützt die Familie finanziell. Es hat die Patenschaft für den kleinen Racker übernommen. Am Sonnabend besuchte das Minipig-Ferkel mit den Jensens seine Sponsoren und kam mit einem Korb voller Katzenmilch, Hundenahrung (die liebt er) und Spielzeug wieder nach Hause. Marktleiter Mathias Kniese: "Wir haben die Idee, Borsti zu fotografieren und auf der Mitarbeiter-Tafel, der sogenannten Ahnengalerie, am Eingang zu verewigen." Die Patenschaft schließt die Übernahme der Kosten für das Futter und auch Tierarztkosten ein. Ob er auch hin und wieder einmal auf Werbeprospekten abgebildet werden soll, steht noch nicht fest. Übertrieben werden solle es auf keinen Fall. Kniese: "Wir möchten einfach nur etwas Gutes tun."
Auch Familie Jensen hat das Wohlergehen des Kleinen im Auge, achtet von Anfang an streng darauf, dass Borsti nicht überfordert wird. Denn er ist und bleibt nun einmal ein Tier. Die meiste Zeit macht Borsti das, was alle Ferkel tun oder gerne tun würden: grunzend und spielend durch den Garten toben. "Am Montag war er ausgebüxt, um im Misthaufen zu wühlen und sich bei den Pferden umzuschauen." Dackeldame Jule und Rüde Ossi ließen ihn nicht aus den Augen. Doch zur Sicherheit planen Jensens, ein Stück ihres Gartens einzuzäunen. Eines wird sich nicht mehr ändern lassen: "Borsti ist mittlerweile sehr menschenbezogen. Morgens kommt er sogar mit, um die Kinder zu wecken."

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