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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 11:46 Uhr

Windkraft in Planung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Enge-Sande will im südlichen Gemeindeareal Windeignungsflächen ausweisen

von
erstellt am 26.Mär.2015 | 12:31 Uhr

Auf der jüngsten Gemeindevertretung galt das Hauptinteresse der Gäste dem Sachstand zur Windkraftplanung. Planer Jörg Rassmus von der Firma „Freilandökologie und Naturschutzplanung mbH“ (Molfsee) führte aus, durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig sei die Teilfortschreibung 2012 der Regionalpläne I und III – und damit die Ausweisung von Windeignungsgebieten – für unwirksam erklärt worden. Nach Eintritt der Rechtskraft werde dadurch die bisherige Steuerwirkung durch landesplanerische Ziele und Grundsätze zu Fall gebracht. Da es bis dahin noch keine neue raumordnerische Planung geben werde, sei ein Wildwuchs von Windkraftanlagen möglich, wenn auch von den Gemeinden nicht erwünscht. Aus diesem Grund empfehle die Landesplanung, Aufstellungsbeschlüsse für neue Flächennutzungspläne zu fassen. Durch diese könnten Anträge auf Errichtung von Windkraftanlagen bis zu zwei Jahren zurückgestellt werden. Da das Land grundsätzlich die Förderung der Windenergiegewinnung befürworte, seien die Gemeinden gehalten, Windeignungsflächen in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen. Wenn bei einer Kommune keine gemeindliche Steuerung über den F-Plan vorliege, müsse die Genehmigungsbehörde beantragte Vorhaben bauplanrechtlich als „privilegiert“ werten.

Nach diesen Ausführungen stellten zwei Privatpersonen die Planung eines weiteren Windparks im Schardebüller Koog vor. Für die Schardebüller Flächen habe es positive Rückmeldungen gegeben. Bei Einhaltung eines Abstandes von 300 Metern zur Soholmer Au und 800 Metern zur Bebauung verbleibe eine Fläche von rund 35 Hektar, auf der fünf Windkraftanlagen errichtet werden könnten. Ziel sei es, zusammen mit der Gemeinde einen Bürgerwindpark zu errichten und durch die Sicherung der Flächen fremden Investoren zuvorzukommen. Bürgermeister Carsten-Peter Thomsen erklärte, dass die Gemeindevertretung bei einer ersten Einschätzung dazu geneigt habe, den Enger und den Schardebüller Koog von Windkraftanlagen freizuhalten. Deshalb werde von weiteren Kosten verursachenden Maßnahmen abgeraten.

Die Gemeinde plane eher, im südlichen Bereich von Sande und im Gebiet des Ortsteils Soholm weitere Windeignungsflächen auszuweisen. Es bleibe abzuwarten, wie die Landesplanung in den nächsten Monaten reagieren wird. Die Gemeindevertretung fasste den einstimmigen Beschluss, die 18. Änderung ihres Flächennutzungsplanes (Eignungsflächen für Windenergie ) aufzustellen.


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