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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 10:23 Uhr

Vortrag : Wilde Heilige mit Humor

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Angelika Wohlenberg erzählte den Landfrauen von ihrem Leben in der afrikanischen Steppe. Sie wird „Mama Massai“ genannt.

von
erstellt am 12.Okt.2013 | 10:00 Uhr

Wer kennt sie nicht, die „wilde Heilige der Steppe, Mama Massai“, hinter der sich die Nordfriesin Angelika Wohlenberg verbirgt? Die gebürtige Breklumerin hat sich zurzeit für sechs Wochen bei ihrem Vater in Bollingstedt einquartiert und hält pro Tag zwei Vorträge.

Die Vorsitzende vom Landfrauenverein Enge-Sande/Stedesand, Marita Petersen, konnte über 50 Zuhörerinnen begrüßen, die einen Eindruck vom Leben der in Nordfriesland mit acht Geschwistern aufgewachsenen Pastorentochter erhielten. Mit ihren lebhaften spannenden Erzählungen und eindrucksvollen Bildern entführt die 58-jährige Krankenschwester und Hebamme ihre Zuhörer in die afrikanische Steppe, in der sie seit 30 Jahren lebt. Angelika Wohlenberg liebt, wie sie sagt, Herausforderungen. Und die gibt es bei den Massai in Tansania jeden Tag reichlich. Die quirlige Norddeutsche, von der die Massai sagen, sie rede so schnell wie eine Nähmaschine arbeite, berichtete von guten und dramatischen Erlebnissen, wie dem Massai-Krieger, der ihr Ersatzvater wurde, oder den beiden Löwen, die ihren Weg durch die Steppe blockierten. „Ich musste zu Fuß an ihnen vorbei, ob ich wollte oder nicht.“ Sie schickte ein Gebet gen Himmel und passierte die Großkatzen unbehelligt.

Ihr tiefer Glaube, ihre Unerschrockenheit gepaart mit viel Humor und ihre Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, befähigen Angelika Wohlenberg für das Leben im Busch und ihren erfolgreichen Einsatz. Sie ist nicht nur Krankenschwester und Hebamme für die in ihrem Lebensraum und ihrer Kultur gefährdeten Massai, die sie wie eine Heilige verehren. Sie ist auch Lkw-Fahrerin, Internats- und Schulleiterin, Missionarin und Kämpferin gegen die Beschneidung von Mädchen. „Mama Massai“ – inzwischen mit einem Amerikaner verheiratet – hilft den Massai mit rund 40 tansanischen und deutschen Mitstreitern, neue Schritte für ein besseres Leben zu wagen.

Angelika Wohlenberg kommt jedes Jahr nach Deutschland, manchmal in Begleitung ihrer afrikanischen Freunde. Und die seien immer erstaunt über die sorgenvollen Gesichter hier. „Sie verstehen das nicht, weil sie sagen, dass die Menschen doch alles hätten, vor allem satt zu essen, da müssten sie doch immerzu glücklich sein“.




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