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Kritik an Reiter : Wild-West im Süderlügumer Forst

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Immer mehr Reiter nutzen für die Ausritte mit ihren Pferden nicht dafür ausgeschilderte Wege - mit Folgen für Flora und Fauna.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 08:26 Uhr

Süderlügum | Zertrampelte Fußgängerwege und Pferdeäpfel - die Spuren und Hinterlassenschaften von Ross und Reiter nehmen im Süderlügumer Forst immer größere Ausmaße an. Darüber ist der zuständige Förster, Torsten Bensemann, weit mehr als verärgert. "Wir haben im vergangenen Jahr viel Geld in die Instandsetzung der Reitwege inklusive einer neuen Beschilderung gesteckt", erzählt er. Doch die ausgewiesenen Wege benutze kaum jemand. Es sei eine Ausnahme, dass er Reiter auf diesen Wegen anträfe. Der Großteil nutze die Fußgängerwege oder gar die Wege, die einzig für die Holzerntefahrzeuge vorgesehen sind.

Dabei ist gemäß dem Landes-Waldgesetz das Reiten im Wald auf eigene Gefahr nur auf besonders gekennzeichneten Waldwegen, den Reitwegen, gestattet und ansonsten verboten. "Das interessiert die meisten Reiter überhaupt nicht", sagt der Förster, der regelmäßig Diskussionen deswegen führen müsse. "Es gibt so wenige Gesetze hier im Forst. Schade, dass nicht einmal die eingehalten werden können."

Dabei gibt es gleich mehrere Gründe dafür, warum nur die ausgeschilderten Wege von Pferd und Reiter genutzt werden dürfen. Zum einen fühlen sich zunehmend Erholung suchende Fußgänger beeinträchtigt, wenn Reiter ihr Hobby im vollen Galopp auf den Fußgängerwegen des Waldes ausleben. "Das hat hier im Forst schon Wild-West-Charakter angenommen", sagt Bensemann sauer. Zum anderen werde in nächster Umgebung sensibler Naturschutzgebiete unerlaubt geritten, was vor allem in der Setz- und Brutzeit eine Störung für die dortige Fauna bedeute.

Aus den Löchern, die die Hufe galoppierender Pferde auf den weichen Böden hinterlassen, könnten zudem Schlaglöcher entstehen, da sich dem Regen dort eine einfache Angriffsfläche bietet. Von den Pferdeäpfeln, die auf den Fußgängerwegen liegen bleiben, ganz zu schweigen.

Sollte das Verbot der Wegenutzung weiterhin missachtet werden, plant der Förster, Konsequenzen zu ziehen. Zum einen darf er Reiter, die außerhalb der Reitwege durch den Forst ziehen, anzeigen. Zum anderen kann er, wie es einige seiner Kollegen bereits getan haben, die Nutzung von kostenpflichtigen Kopfplaketten bei Pferden einführen. Allerdings wäre es ihm lieber, wenn es auch ohne diese Maßnahmen ginge und ein respektvolles Miteinander entstände. Ein weiterer Wunsch des Försters ist es, dass sich zukünftig auch die Reiter bei der Pflege der Reitwaldwege beteiligen würden, wie es in anderen Forsten bereits üblich sei.

Zur besseren Übersicht wurde für den Forst zudem eine Reitwegekarte erstellt, die bald erhältlich sein wird. Darauf sind nicht nur die Reitwege, sondern auch die für Gespanne geeigneten Wege eingezeichnet. Doch schon jetzt sei im Süderlügumer Forst ganz klar erkennbar, was ein Reitweg ist, und was nicht.

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