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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 06:55 Uhr

Wie zu Luthers Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Mitarbeiterfest der Kirchengemeinde gab es Spiele und Rätsel rund um Martin Luther

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 10:58 Uhr

Wer sich mit Martin Luther nicht auskannte, hatte es schwer auf dem Mitarbeiterfest der Kirchengemeinden Karlum und Ladelund, zu dem Pastor Hans-Joachim Stuck geladen hatte. Rund 70 haupt- und ehrenamtlich tätige Frauen und Männer kamen.

Mit Bezug auf das 500 Jahre zurückliegende Ereignis, dass Martin Luther – zumindest der Legende nach – seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg nagelte, stand das Fest unter dem – humorvoll verfremdeten – Luther-Zitat: „Hier stehe ich, ich kann auch anders!“ Vor dem Betreten des Gemeindesaales wurde jedem Gast eine „Luther-Rose“ überreicht.

Pastor Stuck wies in seiner Begrüßungsansprache auf erhebliche Veränderungen in der Zusammensetzung der Kirchengemeinderäte beider Gemeinden hin. Das Fest biete also eine gute Gelegenheit, einander besser kennenzulernen, den ehemaligen Räten Dank zu sagen, den neu Hinzugekommenen Mut zur dauerhaften Bewältigung ihrer übernommenen Aufgaben zu machen. Da das Kennenlernen am besten über Gespräche funktioniere, so der Pastor, habe der Festausschuss Aufgaben für die Gäste vorbereitet, deren Lösung voraussetze, dass sie sich mit anderen Gästen unterhielten.

Schon die Frage, in welcher Reihenfolge die Tischgemeinschaften das Büfett aufsuchen durften, ließ sich nur von Gästen lösen, die sich mit Luthers Vita auskannten. Denn auf jedem Tisch lagen Zettel mit Ortsnamen aus, die auf eine Lebensstation des Reformators hinwiesen. Da dessen Geburtsort den Anfang machen sollte, durften sich die am Tisch „Eisleben“ Sitzenden als Erste bedienen, gefolgt von denen an den Tischen „Mansfeld“, „Magdeburg“,„Eisenach“ bis „Wittenberg“ und „Worms“. Auch befanden sich an allen Tischen Zettel mit Fotoaufträgen, die es mit einer von drei ausliegenden Digitalkameras und einem Farbdrucker zu erfüllen galt: „Fotografiere die jüngste Mitarbeiterin, ein verträumtes Gesicht, das furchterregendste Gebiss, die elegantesten Schuhe des Abends“ und so weiter. Die fertigen Bilder wurden auf eine große Pappe geklebt und vor der Präsentation mit Unterschriften versehen.

Eine zweite Bitte, sich kreativ zu betätigen, betraf die Kunst des Druckens, um daran zu erinnern, dass ohne die Buchdruckerkunst des Johannes Gutenberg die Schriften Dr. Martin Luthers nicht so rasch hätten verbreitet werden können. Die Druckergruppe des Festes befasste sich – unter Anleitung von Antje Glashagen-Stuck – mit farbigem Stempeldruck.

Gudrun Jessen-Hansen und Sighart Baumgardt unterhielten die Festgesellschaft mit einem Sketch, dessen Text stark an Loriot erinnerte. Er zeigte die Hilflosigkeit eines Ehepaares auf, dessen Fernsehapparat plötzlich seinen Dienst versagt hatte. Weiterhin den dunklen Bildschirm anstarrend, heuchelten die auf die Technik Schimpfenden große Freude, sich endlich mal selbst so richtig unterhalten zu können – ohne dass ihnen auch nur ein einziges Thema einfiel.

Viel Stimmung kam auch auf, als alle Tische aufgefordert wurden, verschiedene Artikel – in Erinnerung an Tetzels Ablasshandel – mit reißerischen Sprüchen zu verhökern. Besonders bejubelt wurde der von Ulla Petersen verfasste Werbeslogan: „Bei die Fische, da muss Butter, bei die Kinder Martin Luther!“

Mit dem Lutherschen Abendsegen und seinem Choral „Ein fest Burg ist unser Gott“ klang der offizielle Teil der Feier aus.

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