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Verwirrung um Phantom-Anrufe : Wie sich ein Telefon in Nordfriesland selbstständig machte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Telefon eines Ehepaars ruft ohne ihr Zutun andere Anschlüsse an. Ein Anruf sorgt sogar für Polizei-Besuch.

Bereits im April diesen Jahres mussten die Eheleute Maren und Kay Karstensen aus Neukirchen-Südfeld leidlich erfahren, wie es ist, wenn das eigene Telefon sich selbstständig macht. Sie erhielten von verschiedenen Telefonteilnehmern aus dem eigenen Vorwahl-Netz „04664“ (Neukirchen, Aventoft und Teile von Nachbarorten) Rückrufe, warum sie denn mitten in der Nacht bei ihnen angerufen hätten. Die Telefonnummer der Eheleute Karstensen war stets im Display als entgangener Anruf zu sehen gewesen. Doch die hatten nirgends angerufen.

So rückte dann ein Spezialist der Telekom an, der sich das ganze auch nicht recht erklären konnte. Er wechselte aber sowohl die Telefon-Anschlussdose in der Wohnung, wie auch die bei der im gleichen Haus wohnenden Mutter. Gleichzeitig empfahl er, ein anderes Telefon anzuschließen. Das hatten die Eheleute Karstensen dann auch getan – und seitdem lief alles wieder normal.

Bis zum 6. November, da kam ein Rückruf von der vor sieben Monaten schon betroffenen Martina Petersen aus Neukirchen, dass sie um 20.17 Uhr von dem besagten Anschluss angerufen wurde, aber niemand in der Leitung gewesen sei. Und so ein Phantom-Anruf wiederholte sich dort in den nächsten Tagen noch mehrmals zu jeder Tag- und Nachtzeit.

„Es klingelt immer nur einmal,“ so Martina Petersen, „aber wir haben einen Notrufknopf bei meinem Schwiegervater und sind natürlich bei einem Anruf mitten in der Nacht total erschrocken.“

Inzwischen meldeten sich weitere Anruf-Geschädigte bei den Eheleuten Karstensen. So auch Lore und Hans-Jürgen Jürgensen aus Aventoft, die ebenfalls zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten vom besagten Anschluss angerufen wurden – aber sich auch hier nach dem Abheben niemand meldete. Das gleiche passierte bei Silke und Dirk Winkelmann in Rodenäs, Julius Petersen in Aventoft und Brenda Möller-Dumke in Neukirchen – allesamt Telekom-Kunden.

Und plötzlich tauchte sogar die Polizei auf dem Hofplatz der Eheleute Karstensen in Neukirchen auf, denn sie hatten angeblich den Notruf 112 gewählt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt waren Maren und Kay Karstensen, die immer wieder versicherten, keinen der Anrufe getätigt zu haben, derart verzweifelt, dass sie am 10. November ihr Telefon von der Anschlussdose nahmen – und trotzdem liefen die mysteriösen Anrufe weiter. Der Phantomanschluss wählte weiter fremde Nummern.

„Einen Tag später kam dann ein Techniker des von der Telekom beauftragten Fernmeldeservice aus Sörup, der alles durchgemessen, aber keine Störung gefunden hatte“, erinnert sich Maren Karstensen. Deshalb habe er das Problem an die Telekom weitergegeben. Die Verwirrung wuchs derweil noch: Rief man bei Familie Karstensen an, so erreichte man letzte Woche noch die Sprachbox als Anrufbeantworter, obwohl gar kein Telefon angeschlossen war.

„Wir wissen ja gar nicht, wie viele Telefonteilnehmer in unserer Region wieder davon betroffen sind“, sorgt sich Maren Karstensen mit Blick auf eine eventuelle Dunkelziffer. Sie bittet die Angerufenen, sich ebenfalls an die Telekom zu wenden, um so zur Aufklärung dieser Ungereimtheiten beizutragen.

Mit dem besonderen Fall konfrontiert, versprach die Pressestelle der Telekom schnelle Hilfe für die geplagten Karstensens. Am Wochenende meldete das Unternehmen, dass man sich mittlerweile bei der Familie entschuldigt habe und das Problem gelöst sei. „Unsere Kollegen stehen in persönlichem Kontakt zur Familie Karstensen und haben eine Lösung gefunden“, so eine Telekom-Sprecherin.

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erstellt am 23.Nov.2015 | 18:53 Uhr

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