zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 05:57 Uhr

Wie geht es weiter mit der Bahn?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bürgermeister Wilfried Bockholt hatte Fachleute von Bahn und Politik zu einer internen Runde in Niebüll eingeladen

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 15:16 Uhr

Das Thema Bahn-Problematik auf der Strecke Hamburg-Westerland nimmt kein Ende. Bürgermeister Wilfried Bockholt hat nun die Initiative ergriffen und gestern morgen zu einer internen Runde ins Niebüller Rathaus gebeten. Erschienen waren Bernhard Wewers, Geschäftsführer von NAH.SH, Torsten Reh, Leiter der DB Regio AG in Schleswig-Holstein, Achim Bonnichsen, Facebook-Pendlergruppe, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Stephan Tack, Thomas Nissen, SPD-Fraktionschef im Kreistag, Berthold Brodersen, Kreisvorsitzender der FDP Nordfriesland, sowie einige Kreistagsabgeordnete der FDP. Die Sylter Unternehmer hatten aus Zeitgründen abgesagt, zumal gerade ein Treffen auf der Insel stattgefunden hatte.

„Wir sind ganz bewusst nach Niebüll gekommen, um hier alles zu kommunizieren“, erklärte Bernhard Wewers. „Im Hinblick auf Ostern und den Saisonbeginn wollten wir uns auf den neuesten Stand bringen,“ sagte Wilfried Bockholt. „Am 6. April gibt es eine Zusammenkunft mit Minister Meyer, dort werden wir mehr über die Ergebnisse der Gutachten erfahren,“ so der Niebüller Bürgermeister weiter.

Gleich drei Botschaften verkündete Bernhard Wewers: „Die Sicherheit der Reisenden geht vor. Dadurch dauert manches länger. Das fehlende TÜV-Süd-Gutachten wird Mitte März eintrudeln. Anfang April werden wir erst endgültig mehr wissen über den Wiedereinsatz der Wagen.“

„Gravierend erscheint die Vermutung, dass die Kupplungen nach einem Check im Jahre 2012/2013 nicht ordnungsgemäß zusammengebaut worden sind“, meint Achim Bonnichsen. Diese noch nicht bestätigte Annahme wird derzeit noch vom TÜV Süd überprüft. Es kann aber auch ganz anders sein: „Es gibt circa fünf bis sechs Theorien“, meinte der nah.sh-Geschäftsführer, „ich schließe mich derzeit keiner an.“ Wie auch immer die Lösung des Rätsels lautet – das Eisenbahnbundesamt muss am Ende des Verfahrens die Gutachten zur Kenntnis nehmen, so Bernhard Wewers. Erst dann weiß man auch offiziell, wie man die Kupplungen reparieren kann – und wie lange alles noch dauert. Nach Aussage des Verkehrsministers Reinhard Meyer (SPD) kann es sich noch bis über den Sommer hinziehen. Bernhard Wewers ist da optimistischer. „Nicht alle Kupplungen sind defekt, rund die Hälfte sind okay.“

Die Pendler bleiben derweil am Ball: „Morgen fahren wir nach Kiel zur Regionalleitstelle von DB Regio“, verriet Achim Bonnichen vorab, „dort treffen wir beim Rundgang auf DB-Regio-Marketingleiterin Constanze Mehlhose.“ Weitere Schritte folgen: „Wie werden uns das Kieler Ausbesserungswerk anschauen und in zwei Wochen wollen wir die Waggons in Flensburg begutachten“, sagen beide unisono. Achim Bonnichsen ist sich unsicher, in welchem Zustand die Waggons sind. „Diese haben lange herumgestanden!“ Sich alles anzuschauen ist für ihn Ehrensache: „Wir wollen alles wissen, damit es weitergeht!“

Wenig hält der genervte Pendler von der Initiative der Fraktionen des Kreistages, ein extra Bahn-Gremium einzuberufen. „Die wollen sich erst Mitte Mai treffen, das ist viel zu spät!“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen