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Nordfriesland Tageblatt

23. September 2017 | 18:39 Uhr

„Wie eine große Familie“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei den Landesmeisterschaften setzten sich Mitglieder des Freien Fanfarenzugs Niebüll gegen eine starke Konkurrenz durch

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2017 | 10:42 Uhr

45 Jahre ist es her, dass der Freie Fanfarenzug in Niebüll von Karl-Wilhelm Jannsen gegründet wurde und seine ersten Mitglieder an der Fanfare und der Tenortrommel ausbildete. Zu seiner Blütezeit in den 80-er Jahren zählte der Verein 60 Mitglieder. Heute gibt es den traditionsträchtigen Verein immer noch, zwar mit einer reduzierten Teilnehmerzahl von 25, doch die starke Gruppendynamik und Ehrgeiz sind bis heute geblieben. „Bei uns kann jeder auf jeden zählen, das macht uns aus“, sagt Bert Brun, der Vorsitzende des Vereins.

Das macht sich nicht zuletzt in ihren jüngsten Erfolgen bemerkbar. Bei den diesjährigen Landesmeisterschaften holten sie in der Marschklasse Gold sowie in der Konzertklasse Silber und setzten sich somit gegen eine starke Konkurrenz durch. Mit dieser Leistung haben sie für sich eine neue Tür geöffnet und sich gleichzeitig für die German Championships of Music 2018 in Hessen qualifiziert. Bert Brun schließt einen potenziellen Sieg dort nicht aus: „Nichts ist unmöglich.“

Mit dieser Einstellung haben sie schließlich schon 2006 den begehrten Meistertitel bei den German Championships errungen. Auch 2004 und 2010 heimsten sie sich bei den Deutschen Meisterschaften den Vizemeistertitel ein. Diese Erfolge seien jedoch nur möglich durch hartes Training und viel Hingabe. Zweimal die Woche wird trainiert, das wöchentliche Training wird ergänzt durch gelegentliche Übungswochenenden an der Ostsee und in der Umgebung. „Der Spaß soll bei uns natürlich trotzdem im Vordergrund stehen. Aber an unseren Übungswochenenden an der Ostsee brennen unseren Musikern schon mal die Lippen“, scherzt Bert Brun.

Brennende Lippen nehmen die Mitglieder allerdings gerne in Kauf für ihre Liebe zum Verein und zur Musik. Die 25 Mitglieder setzen sich aus einer bunten Mischung von Mädchen und Jungs, Frauen und Männern im Alter von 13 bis 45 Jahren zusammen, einige von ihnen, wie Birgit Werner, sind schon seit über dreißig Jahren dabei, andere sind noch ganz frisch. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Marie Bestmann, die bereits seit sieben Jahren zum Team gehört. Es gehe darum, gemeinsam Ziele zu erreichen, gemeinsam Spaß zu haben und natürlich um die gemeinsame Leidenschaft zum Instrument. „Ich mache einfach gerne Musik“, bringt Simon Trautmann es auf den Punkt, der selbst schon stolze 17 Jahre für den Freien Fanfarenzug spielt.

Neue Mitglieder, ob erfahren oder nicht, jung oder alt, sind jederzeit willkommen, sich dem Freien Fanfarenzug anzuschließen. Denn seit dem letzten Jahrzehnt erlebt der Verein eine stetig rücklaufende Teilnehmerzahl trotz der anspruchsvollen musikalischen Ausbildung. „Die meisten Musiker haben wir aus beruflichen Gründen verloren. Das ist sehr schade“, sagt Birgit Werner.

Denn wer für den Freien Fanfarenzug in Niebüll spielt, kommt rum: Zur Feier der 20-jährigen Städtepartnerschaft mit Ploty reisen sie am ersten Septemberwochenende nach Polen, um dort Niebüll musikalisch zu repräsentieren. Bevor das Jahr sich dann dem Ende zuneigt, wartet mit einem Auftritt beim Laternenumzug in Hamburg vor tausenden Zuschauern am 30. September noch ein weiteres spannendes Highlight auf die Musiker. Zum feierlichen Höhepunkt kommt es schließlich im Oktober mit einem großen Ball zur Feier des 45-jährigen Vereinsjubiläums. Wenn der Winter kommt, heißt es dann „Übung macht den Meister“: Dann wird kräftig geprobt und ausgebildet, bis es für das Ensemble an Pfingsten 2018 zu den German Championships nach Hessen geht. Birgit Werner hat Vertrauen in ihr Team: „Wir machen das.“

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