Leck/Stadum : Wichtiger Standort prägte die Region

Die  frühere Startbahn wird seit mehr als 15 Jahren nicht mehr von Flugzeugen genutzt. Foto: Stephan Bülck
Die frühere Startbahn wird seit mehr als 15 Jahren nicht mehr von Flugzeugen genutzt. Foto: Stephan Bülck

Avatar_shz von
11. Juni 2009, 07:14 Uhr

Leck | Der Bundeswehrstandort Stadum/Leck wird 50 Jahre alt, die Ausbildungswerkstatt besteht seit 30 Jahren. Diese Jubiläen werden am Sonnabend mit einem "Tag der offenen Tür" auf dem ehemaligen Flugplatz gefeiert.

Verschiedene militärische und zivile Dienststellen der Bundeswehr hatten oder haben seit 1959 ihren Sitz in der General-Thomsen-Kaserne in Stadum, aber die Geschichte des Flugplatzes begann schon früher. 1936, 19 Jahre vor Aufstellung der Bundeswehr im Jahr 1955, wurden in Leck erste Vermessungen für einen Flugplatz im Raum Leck/Tinningstedt gemacht. Der Spatenstich erfolgte im September 1939, nur ein Jahr später, im Juli 1940, konnte im Augarten das Richtfest des Platzes gefeiert werden. In den ersten Kriegsjahren war der Flugplatz nicht von großer Bedeutung. 1943 verlegten Gruppen und Staffeln verschiedener Geschwader zur Auffrischung von Personal und Material ihren Standort hierher, unter anderem Kampf-, Jagd- und Nachtjagdgeschwader. Bei Kriegsende wurde er Heimat für kleine Gruppen aus verschiedenen Staffeln der Luftwaffe.
Entwicklung nach den Krieg
Die Übergabe des Flugplatzes an die Royal Air Force erfolge am 6. Mai 1945. Die britischen Truppen zerstörten ihn durch Sprengungen. In deutsche Hände kam das Gelände wieder 1948. Es folgten acht Jahre ohne militärische Präsenz. Erst 1959 bezog die Bundeswehr Stellung mit der Verlegung des Jagdgeschwaders 72 (auf F-86 Sabre) aus Oldenburg. Fünf Jahre später wurde es abgelöst vom Aufklärungsgeschwader 52 aus Eggebek/Tarp (auf RF-84 F "Thunderflash" und RF-104 G "Starfighter"). Die Umrüstung auf die RF-4E "Phantom" geschah 1971. Der Standort Leck war mittlerweile auf rund 1 700 Soldaten und mehr als 400 Zivilbeschäftigte angewachsen. Damit war die Bundeswehr zu einer nicht unerheblichen Stütze der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen eines ansonsten eher ländlich geprägten Bereichs geworden.

1979 nahm die Ausbildungswerkstatt ihren Betrieb auf (wir berichteten). Die Wiedervereinigung hatte ab 1990 auch tiefgreifende Auswirkungen auf den Standort, denn aus zwei deutschen Armeen sollte eine werden. Mit einem Außerdienststellungsappell und großen Zapfenstreich endete am 15. Dezember 1993 die traditionsreiche Geschichte des Geschwaders und die Anwesenheit eines fliegenden Verbandes.
Standort blieb erhalten
Zum Glück für die Region blieb aber wenigstens der Standort erhalten. Ein ebenfalls traditionsreicher Verband, die Flugabwehrraketengruppe 39, kam mit seinem Waffensystem Hawk aus Eckernförde. Die FlaRakGrp war aber nicht der einzige Verband am Standort. Der Marinefernmeldesektor 71, der die Aufklärungseinrichtung "Kastagnette" in Bramstedtlund unterhielt, gehörte dazu. 2002 wurde aus der FlaRakGrp 39 und der FlaRakGrp 41, bis dahin ansässig im niedersächsischen Wangerland, die gemischte Flugabwehrraketengruppe 11 Hawk/Roland gebildet. Der Marinefernmeldesektor 71 erhielt einen neuen Namen: Fernmeldeaufklärungsabschnitt 911.

Die Waffensysteme Hawk und Roland gehörten ab 2003 der Vergangenheit an. Die Flugabwehrraketengruppe wurde am 1. Juli 2005 neuer Hausherr der Kaserne.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen