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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 06:31 Uhr

Inklusion : Werben um mehr Verständnis

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Claudia Larsen und ihre Familie luden anlässlich des weltweiten Tages für Menschen mit Down-Syndrom zu einem Infonachmittag ein.

Die Kinder rutschen, fahren Dreirad und toben nach Herzenslust. Sigurd ist mittendrin – so wie er es gewohnt ist im dänischen Kindergarten in Niebüll. Der Vierjährige leidet unter dem Down-Syndrom. Weniger auf die Krankheit, sondern darauf, dass diese Kinder von der Gesellschaft nicht ausgegrenzt werden dürfen, wollte Mutter Claudia Larsen am Sonnabend anlässlich des weltweiten Tages für Menschen mit Down-Syndrom aufmerksam machen.

Das deutsche Down-Syndrom-Infocenter hatte zu Fotos von betroffenen Menschen aufgefordert. Die Lehrerin an einer dänischen Schule schickte eines von ihrem Sohn und erhielt damit bedruckte Plakate mit dem Slogan „Einfach Sigurd“. Mit diesem Plakat warb sie für ihre Aktion und lud Interessierte zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. Es kamen rund 60 Interessierte: Kollegen, Therapeuten, Erzieher, Nachbarn, Freunde, Familienangehörige und natürlich viele Eltern mit ihren Kindern. Bei deftiger Suppe und Stockbrot-Backen, Spiel und Schnack ging es darum, Schwellenängste abzubauen und offen über das Thema Down-Syndrom zu sprechen.

„Ich möchte, dass Sigurd angenommen und aufgenommen wird in der Mitte der Gesellschaft, so wie er ist“, erklärte Claudia Larsen und wies auf das Schlüsselwort Inklusion hin. Inklusion heißt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit. Sigurd, der im Juni fünf Jahre jung wird, erfährt diese Inklusion unter anderem in der Nachbarschaft und im dänischen Kindergarten in Niebüll. Mit Hilfe und Unterstützung des Kreises Nordfriesland wird er dort gefördert und begleitet.

„Unsere Erfahrungen sind positiv. Mein Sohn entwickelt sich gut nach seinen Möglichkeiten und in seinem Tempo“, sagt Lehrerin und Mutter Claudia Larsen. Offen gibt sie zu: „Die Krankheit meines Sohnes bedeutete für mich nie einen großen Schock oder eine große Belastung.“ Besonders sei sie dankbar über die hilfreiche Unterstützung ihres Ehemannes.

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