Peter Ewaldsen hört auf : Wer wird neuer Amtsvorsteher?

Friedhelm Bahnsen (li.) ist mit vollem Herzen Bürgermeister in Klanxbüll.
Friedhelm Bahnsen (li.) ist mit vollem Herzen Bürgermeister in Klanxbüll.

Klanxbülls Bürgermeister Friedhelm Bahnsen von mehreren Seiten vorgeschlagen. Neues Stimmrecht gibt großen Gemeinden mehr Gewicht.

shz.de von
16. März 2018, 14:29 Uhr

Klanxbüll | Nach der Kommunalwahl am 6. Mai bekommt Südtondern einen neuen Amtsvorsteher. Das steht fest, seitdem die CDU Neukirchen vor kurzem ihre Kandidatenliste bekannt gegeben hat. Auf dieser findet sich nicht mehr der Name von Peter Ewaldsen, des „ewigen“ Bürgermeisters der Gemeinde und des amtierenden, derzeit erkrankten Amtsvorstehers des vor zehn Jahren gegründeten Amtes Südtondern. Denn um in dieses Ehrenamt von den Mitgliedern des Amtsausschusses gewählt zu werden, braucht es ein Gemeinderatsmandat. Spekuliert über den Nachfolger von Peter Ewaldsen wird hinter verschlossenen Türen schon seit längerer Zeit. Ein Name, der sich dabei immer stärker herauskristallisiert, ist Friedhelm Bahnsen – Bürgermeister in Klanxbüll.

„Erst soll und muss einmal gewählt werden, erstmal möchte ich gerne weiter Bürgermeister von Klanxbüll sein“, sagt der pensionierte Polizist. Doch Bahnsen bestätigt: „Ja, ich bin in den vergangenen Monaten von mehreren politischen Wegbegleitern gefragt worden, ob ich mich als Kandidat für das Amt des Amtsvorstehers vorschlagen lassen würde.“ Wenn die Wahlergebnisse dafür sprechen würden und sich auch eine breite Mehrheit im Amtsausschuss finden lassen würde, „dann wäre es für mich eine große Freude und eine große Ehre, in die großen Fußstapfen von Peter Ewaldsen zu treten“, sagt Friedhelm Bahnsen, der auch Vorsteher des Schulverbands Südtondern-Nord ist.

Den Job des Amtsvorstehers, der zusammen mit dem hauptamtlichen Amtsdirektor Otto Wilke das Amt Südtondern in der Öffentlichkeit repräsentiert, traut sich der Schul- und Tourismus-Experte durchaus zu. Die Zeit, die es einfordern wird, würde er gerne investieren, denn: „Nur wenn man sich selbst einbringt, kann man Entwicklungen beeinflussen und voranbringen. Das macht mir noch immer Spaß, das würde ich für Klanxbüll und auch für Südtondern in Zukunft gerne weiter tun.“

„Klar höre auch ich so einiges, aber spannenderweise wird über die Wahl eines neuen Amtsvorstehers ohne Beteiligung der größten Gemeinden Niebüll und Leck spekuliert“, sagt Niebülls hauptamtlicher Bürgermeister Wilfried Bockholt. Er möchte sich, bevor die Ergebnisse der Kommunalwahl in den einzelnen Gemeinden nicht feststehen, aber nicht an den Spekulationen beteiligen. Eines steht aber fest: Seine Stadt, die rund ein Viertel der Einwohner des Amtes stellt, wird in diesem Jahr so viel Einfluss auf die Wahl des Amtsvorstehers nehmen wie noch nie, ähnliches gilt für Leck. Denn gemäß Amtsordnung wird erstmals das einwohnergewichtete Stimmrecht gelten. Bisher hatte der Amtsausschuss 55 Mitglieder und 55 Stimmen, künftig werden diese 55 Vertreter 169 Stimmen auf sich vereinen, auf Niebüll entfallen allein 40 Stimmen. Chancen dürfte also nur ein Kandidat haben, der die größten Amtsgemeinden hinter sich hat.

„Zudem ist der Amtsausschuss kein von den Bügern gewähltes politisches Gremium, sondern eine Vertretung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie zusätzlicher Mitglieder aus den Gemeinden mit mehr als 1000 Einwohnern – nicht mehr und nicht weniger“, erläutert Wilfried Bockholt. Dies sei vielen Bürgern nicht bewusst. Wichtig sei aber eine klare Abgrenzung zu den politisch legitimierten Gremien. Sehr wohl sei der Amtsausschuss als Ganzes eine Art Aufsichtsrat für die gemeinsame Verwaltungsorganisation – dem Amt Südtondern. „Dieses ist anders als in anderen Landesteilen keine eigene Gebietshoheit, sondern ein Dienstleister für die Gemeinden“, sagt Bockholt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen