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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 20:23 Uhr

Vereine in Not : Wer rettet den DRK-Ortsverein?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Findet sich niemand, der den Vorsitz des Ortsvereins Stadum-Sprakebüll des Deutschen Roten Kreuzes übernimmt, bleibt nur die Auflösung

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 05:00 Uhr

Volles Haus bei der Mitgliederversammlung des DRK-Ortsvereins Stadum-Sprakebüll in Kühls Gasthof. Der Punkt „Auflösung des Vereins“ auf der Tagesordnung hatte im Vorfeld der Versammlung bereits einige Unruhe ausgelöst. Nachdem die Vorsitzende, Annelene Thomsen, und vier langjährige Bezirksdamen schon 2014 ihren Rücktritt aus persönlichen Gründen angekündigt hatten, war intensiv versucht worden, entsprechenden, personellen Ersatz zu finden. Doch alle Bemühungen seitens des Vorstandes und der Mitglieder waren fehlgeschlagen.

Die Vorsitzende brachte in ihrem Jahresbericht nochmals die große Bedeutung des Vereins für die Senioren in Stadum und Sprakebüll zum Ausdruck. Sie erinnerte an die Anfänge, als soziale Not nach dem Kriege zur Gründung des Stadumer DRK-Ortsvereins geführt hatte. „Heute ist soziale Not nur einer von vielen Gründen, die den DRK-Ortsverein Stadum/Sprakebüll für die beiden Gemeinden eigentlich unverzichtbar machen“, sagte sie. Heute gehe es vermehrt um Seniorenbetreuung, die sich mit Ausflügen und Reisen, monatlichen Senioren-Nachmittagen, Lotto- und Kartenspielen, Kranken- und Theaterbesuchen der sinnvollen Freizeitgestaltung der älteren Mitmenschen widme. Doch der Grundsatz des Vereins: „Helfen da, wo es notwendig ist“ gelte nach wie vor unverändert: „daran haben wir uns im Verein immer gehalten, und das wird vor allem durch die vielen durchgeführten Blutspendetermine in Stadum dokumentiert“, sagte Annelene Thomsen.

Sie führte weiter aus, dass 1991 in Stadum mit dem Bau der ersten Seniorenwohnungen auch der Grundstein zur Sozialstation Karrharde in Achtrup gelegt werden konnte, die sich später zur Sozialstation Karrharde/Leck Süderlügum/Neukirchen GmbH ausweitete, und im Bereich der sozialen Betreuung hervorragende Arbeit leiste.

Leider führten die erneuten, sehr persönlichen und eindringlichen Appelle der Vorsitzenden, des angereisten Geschäftsführers des Kreisverbandes, Frank Millack, wie auch der Bürgermeister Werner Klingebiel aus Stadum und Karl-Richard Nissen aus Sprakebüll, doch weiterhin nach Möglichkeiten für den Fortbestand des in beiden Gemeinden anerkannten und erfolgreichen Vereins zu suchen, auch vor Ort nicht zum Erfolg. Nach den allgemeinen Regularien verabschiedete Annelene Thomsen mit Blumen die langjährigen Bezirksdamen und Vorstandsmitglieder Marnie Jensen, Maren Eggerstedt, Thea Meyer und Annemarie Langer. In einer sehr herzlich gehaltenen Laudatio sagte sie: „Mit euch gehen 190 Jahre Erfahrung in der ehrenamtlichen Arbeit mit unseren Seniorinnen und Senioren, und wir sind alle sehr bewegt und danken euch von ganzem Herzen“. Sie selber wurde von ihrer Stellvertreterin, Annegret Lorenzen, ebenso herzlich mit Blumen und Dank für ihre insgesamt 33-jährige, herausragende Arbeit als Vorstandsmitglied und Vorsitzende, verabschiedet. Der DRK-Ortsverein Stadum-Sprakebüll wird nun satzungsgemäß bis November 2015 von der stellvertretenden Vorsitzenden, Annegret Lorenzen geleitet. Dann erfolgt auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entweder die Auflösung des Vereins oder, falls sich noch Nachfolgerinnen für die ausgeschiedene Vorsitzende und die Bezirksdamen finden, die Weiterführung des über 60 Jahre lang sehr erfolgreichen und beliebten Vereins.

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