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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 03:12 Uhr

späte Ernte : Weniger Sonne, weniger Mais

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ein kaltes Frühjahr und ein nasser September machen sich derzeit bei der Maisernte bemerkbar. Ein Besuch in Stedesand.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Mit dem als wertvolle Kulturfrucht hoch geschätzten Mais ist es in diesem Jahr so eine Sache. Die klimatischen Bedingungen in seiner diesjährigen Vegetationsperiode waren „mal so – mal so“. Dem einheimischen Maisanbau war das Frühjahr 2015 entschieden zu kalt. Die gegen Ende April eingebrachte Saat war im Juni gerade mal kniehoch aufgegangen. Und in den darauf folgenden Wochen ergab sich, dass sich die diesjährige Ernte, mit der Rinder und Biogasanlagen gefüttert werden, um einen Monat verzögern würde.

So ergeht es auch dem Landwirt Erik Steensen (38) im Störtewerker Koog, der zurzeit dabei ist, seine diesjährige Maisernte einzubringen. Während die Wachstumsbedingungen auf seinem Land zu wünschen übrig ließen, ist es auch mit der Ente nicht anders. Vor allem sei der September zu nass gewesen. Und dabei liegen seine etwa 160 Hektar Maisanbau noch im Grenzbereich zwischen Marsch und Geest, wo der Boden überwiegend befahrbar geblieben ist. Wo das nicht der Fall ist, muss er leichtere Fahrzeuge einsetzen. Das sind die so genannten leichten „Überlader“, die den Mais vom Feldhäcksler übernehmen und ihn zu den schweren, auf dem festen Wirtschaftsweg verbliebenen Silagewagen befördern.

Steensen rechnet in diesem Jahr mit einem um etwa 15 Prozent geringeren Ertrag, Schuld ist ein ganzes Bündel von Ursachen. Unter anderem fehlten dem diesjährigen Mais die zu seinem Gedeihen erforderlichen 1000 Sonnenstunden. Hinzu kam das Übermaß an Nässe. Mit dem Mais füttert er zu einem Drittel seine 350 Rinder und zu zwei Dritteln die seit 2005 betriebene Biogasanlage.

Zum Vergleich: Im Lande halten sich die Maisanbauflächen für die Rinderfütterung und die Erzeugung von Strom und Wärme etwa die Waage. Der Stedesander Landwirt nimmt für die Maisernte die Dienste eines landwirtschaftlichen Lohnunternehmers aus Risum-Lindholm in Anspruch, der seinen Feldhäcksler einsetzt und auch den Großteil der Transportleistungen vom Feld zum Fahrsilo auf dem Hof übernimmt.

Dank der arrondierten Flächen um das bäuerliche Anwesen werden die Transportwege vom Feld zum Hof nur wenig beeinträchtigt und verschmutzt. In der Ernte ist gerade mal fünffache „Manpower“ vonnöten. Die Hauptarbeit bewältigt PS-starkes Gerät. Wenn man so will, ist der Betrieb von Erik Steensen immer noch ein Familienunternehmen. Dem Betriebsleiter obliegen organisatorische Aufgaben. Ehefrau Sina führt den Haushalt und das Büro, versorgt ihre vier Töchter. Vater Christian bleibt auch im Ruhestand aktiv und hilft, wo er kann. Und dann wäre ja noch der große Rinderstall, in dem sich die Familie die Arbeit teilt: beim Füttern, Melken, Ausmisten und zuweilen den Streicheleinheiten, die auch einem Bauern im Umgang mit seinen Tieren gut zu Gesicht stehen.



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