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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 19:44 Uhr

Wenig Spielraum bei den Finanzen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die schuldenfreie Gemeinde sucht nach Möglichkeiten, zu Geld zu kommen / Aus den Reihen der Bürger kamen einige interessante Vorschläge

von
erstellt am 24.Sep.2014 | 14:30 Uhr

Einmütig genehmigt wurde während der Gemeindevertretersitzung der Jahresabschluss 2013. Wie der Finanzausschussvorsitzende Asmus Thomsen erläuterte, beträgt die Bilanzsumme rund 1,324 Millionen Euro bei einem Eigenkapital von 847 773 Euro, einer Quote von 64 Prozent. Die Ergebnisrechnung schließt mit einem Jahresfehlbetrag von 101 792 Euro. „Die Gemeinde Humptrup ist nach wie vor schuldenfrei, hat freies Vermögen aber eine schlechte Liquiditätslage“, so Asmus Thomsen. Deshalb ist man seit 2013 eine Bedarfsgemeinde und hat im bereits im April beim Innenministerium einen Antrag auf Fehlbetragszuweisung gestellt.

Auf Fragen eines Bürgers zuvor in der Einwohnerfragestunde, wie die Gemeinde zu Geld kommen kann, antworteten sowohl der Finanzausschussvorsitzende, wie auch Bürgermeister Erich Johannsen, dass dieses schwierig sein wird. „Wir haben wenig Gewerbebetriebe, können keine Windkraftanlagen bauen lassen und sind von Schlüsselzuweisungen abhängig.“ Durch die erfreulich hohe Anzahl an Kindern im Dorf sind aber die Kosten für Kindergärten und Schulen recht hoch, so dass auch 90 Prozent des Haushaltes als Pflichtausgaben weg gehen. „Es ist schwer vorstellbar, dass die Gemeinde Humptrup sich selbst finanzieren kann“, so Bürgermeister Johannsen. Eine von dem Bürger in den Raum gestellte Zusammenlegung mit Nachbargemeinden lehnte er aber ab: „Wir Humptruper haben auch unseren Stolz.“ Von einem anderen Bürger kam der Vorschlag: „Könnten wir nicht vermarkten, dass wir keine Windkraftanlagen haben?“

Ein in der Gemeinde Humptrup ansässiger Landmaschinenhandel- und Werkstattbetrieb plant den Abbruch einer bisherigen Düngerhalle sowie den Neubau einer Lager- und Ausstellungshalle. Das bestehende Baufenster würde dadurch um fünf Meter nach Süden verlängert, um die Erhöhung der maximal bebaubaren Grundfläche (GR) von bis 2000 auf 3500 Quadratmeter zu ermöglichen. Betroffen ist das Gebiet unmittelbar westlich der Bahnstrecke Niebüll-Süderlügum und südlich der Gemeindegrenze Süderlügum. Nach einer zuvor durchgeführten Bürgeranhörung stimmte die Humptruper Gemeindevertretung einstimmig dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zur ersten Änderung der Bebauungsplanes Nr. 3 zu. Auch die zuvor angehörten so genannten Träger öffentlicher Belange hatten keine Einwände, denn „die Änderung ist eigentlich auch nur eine Kleinigkeit“, so der anwesende Protokollführer Timm Kamke vom Amt Südtondern.

Thema waren auch die durch den schweren landwirtschaftlichen Verkehr kaputt gefahrenen Gemeindewege. „Diese müssen gemäß dem Verursacher-Prinzip von dem Betreffenden dann auch wieder hergestellt werden“, so der Bürgermeister. Der Vorsitzende des Bau- und Wegeausschusses Karl-Heinz Peters berichtete, dass die Sanierung des Daches am Gemeindehaus mit einigen Zusatzarbeiten abgeschlossen ist und Kosten von gut 58 000 Euro verursacht hat. Dazu kamen noch einmal 2600 Euro für Maler- und Fußbodenarbeiten im Büro. Auch die Reparatur des Ehrenmals mit Kosten von 1200 Euro ist fertig gestellt. Mit der Reparatur der Wirtschaftswege ist begonnen worden, die Kosten werden rund 29 600 Euro betragen.

Gemäß Landesentwicklungsplans können in der Gemeinde Humptrup bis zum Jahre 2025 - 19 Wohnbauten errichtet werden, wovon drei bereits am Kjerweg vorgesehen sind, sodass die weiteren über eine neues Baugebiet oder Baulücken möglich sind. Bürgermeister Johannsen berichtete, dass noch sechs Hauskläranlagen nicht nachgerüstet sind, eine 110-Kw Überland-Stromleitung in den Boden verlegt wird, der dänische Kindergarten einem Um- und Anbau für eine Kindergruppe unter drei Jahren plant und der evangelische Kindergarten in Süderlügum von Montags bis Donnerstags eine Nachmittagsbetreuung eingerichtet hat. Hier sind bisher aber noch keine Kinder aus Humptrup angemeldet, so Gemeindevertreter Bernhard Godbersen.

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