Weltstars ohne Maske porträtiert

Berühmtheit aus einem anderen Blickwinkel betrachten, das ist Tanja Berkhahn Ziel.
Berühmtheit aus einem anderen Blickwinkel betrachten, das ist Tanja Berkhahn Ziel.

Vernissage im Amt Südtondern: Tanja Berkhahns eigensinnige Kunstwerke von bekannten Größen aus dem Show-Geschäft

shz.de von
19. März 2017, 18:05 Uhr

Tanja Berkhahn zeigt derzeit ihre Bilder im Amt Südtondern. Amtsvorsteher Peter Ewaldsen sprach zur Eröffnung am Donnerstagabend und stellte dabei die Künstlerin vor. Er zeigte sich von den Menschenbildern stark beeindruckt und empfahl den Gästen einen aufmerksamen Rundgang.

Die Besucher sehen viele Prominente, die sie aus den Medien kennen. Die Künstlerin hat diese Porträts verändert, so dass sie plötzlich einen eigenen, anderen Ausdruck bekommen. Risum-Lindholms Bürgermeister Hauke Christiansen zeigte sich bei einem Bild von dem Stargeiger David Garret angetan. „Meine Frau ist ein absoluter Fan.“ Ein ideales Geschenk, denn der clevere Bürgemeister fragte gleich nach dem Preis.

Andere Größen aus dem Showgeschäft wie Udo Lindenberg, Marilyn Monroe, Mick Jagger, Liz Taylor oder Cosma Shiva Hagen sind eigenwillig interpretiert. Eine wahre Ikone der Zeitgeschichte ist Bundeskanzler Helmut Schmidt, unverkennbar mit seiner Pfeife. Doch auch Szenegirls und unbekannte Personen bevölkern die Gänge des „Kunsttempels auf Zeit.“

Anja Berkhahn ist in Klixbüll aufgewachsen und wandte sich, geprägt durch ihre musikalische Mutter, Käthe Jürgensen, ebenfalls der Musik zu. Mittlerweile hat sie den C-Schein für Kirchenmusik und musiziert bei Gottesdiensten in Risum-Lindholm, aber auch auf der Insel Sylt. Ihre Begabungen suchten sich eigene Wege: Zur Kunst kam sie durch eine Urlaubsreise an die Costa Brava. „Ich besuchte das Dalí-Museum in Figueras“, berichtet Tanja Berkhan. „Sein Werk hat mich total fasziniert. Gern wäre ich ihm noch persönlich begegnet.“ So entstand bald nach der Heimkehr auch ihr erstes Werk, es zeigt Gala, Dalís nicht minder berühmte Ehefrau. Menschen, die eine bestimmte Aura haben, faszinieren die Nordfriesin besonders.

Für ihre ersten Aufträge hatte die Künstlerin nur vier Wochen Zeit. „Meine Werke wurden eigens für die Pashmin Art Gallery, „Eine Hommage an Hamburg“ gefertigt und dort im Vorjahr ausgestellt.“ Das grundlegende Konzept der Pashmin Art Gallery in Hamburg ist es, durch Präsentation der ausgedehnten Bandbreite von Künstlern, die kulturelle und künstlerische Kluft zwischen den verschiedenen Kulturen und Ländern zu überbrücken. In der Hamburger Dependance zeigte Anja Berkhan erstmals Gesichter, Antlitze, Masken, Klischeebilder und Porträts von prominenten Menschen.

Doch ihr geht es um mehr als die bloße Abbildung: „Meine Porträtserien zeigen die Manipulierbarkeit von persönlicher Identität. Die Medien reproduzieren die immer gleichen Abziehbilder in geringfügigen Variationen. Es geht nicht um die Aussagekraft eines menschlichen Gesichts oder um das persönliche Profil eines Menschen, es geht allein um die Konstanz einer Schablone, eines Klischees, eines Looks, der allein den Gesetzen der Medien, des Marktes und der Mode folgt“, so die Künstlerin. Ihre Arbeitsweise hat Anja Berkhan selbst entwickelt. „Mit einer Kohlezeichnung geht es los, diese übermale ich mit mit Buntstiften und bearbeite sie schließlich mit Creme, ehe das Endprodukt auf Acrylglas gedruckt wird.“ Dazu hört die Kirchenmusikerin am liebsten klassische Musik.

Außerdem werden im Amt Südtondern auch andere Werke der Künstlerin Tanja Berkhahn ausgestellt. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 28. April zu den üblichen Öffnungszeiten, montags bis freitags von 8 Uhr bis 12 Uhr, Donnerstag zusätzlich von 14 bis 18 Uhr.

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