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Streit in Leck : Weiterhin keine Alternativen zur maroden Brücke

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Infrastrukturausschuss plädiert dennoch vorläufig für Stahl-/Holzbrücke

von
erstellt am 14.Jan.2016 | 13:00 Uhr

„Mir platzt allmählich der Draht aus der Mütze“, wetterte Ingo Scholz (CDU), und auch die Gemüter der anderen Politiker kochten hoch bei der Sitzung des Infrastruktur- und Umweltausschusses: Die Verwaltung im Amt Südtondern war wiederholt gebeten worden, Modellvarianten für eine neue Brücke „Am Audeich“ vorzulegen. Eine gewissenhafte Vorbereitung fehlte nun wieder – und der Brückenbau rückt einmal mehr in die Zukunft.

Seit knapp drei Monaten ist die Überquerung über die Au in der Straße „Am Audeich“ aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das bedeutet ein Ärgernis für die Anwohner im Kokkedahler Gebiet, weil ihnen die kurze und schnelle Anbindung in den Ort fehlt. Einig sind sich die Politiker, dass eine Brücke nur für Fußgänger und Fahrradfahrer gebaut werden soll. Seit längerem liegt ein Angebot für eine Stahl-/Holzbrücke, die mit allem „drum und dran“ (Abriss, Überbau, Statik usw.) 75  000 Euro teuer ist, auf dem Tisch. Doch die Politiker konnten sich nicht entscheiden und forderten Alternativen. Das blieb beim Amt Südtondern anscheinend ungehört, wurde auf der Gemeindevertretersitzung Mitte Dezember angemahnt und der Auftrag erweitert definiert: Was kostet eine reine Stahl-, Beton, Alu- oder Holzbrücke?

Als Antwort musste das bereits vorliegende Modell herhalten, eine ähnliche Brücke werde demnächst in Niebüll gebaut, hieß es, außerdem wurden eine Kunststoff- sowie eine Alubrücke aufgelistet und Preise genannt. Wie sich die Preise aber konkret zusammensetzen, diese Informationen konnten nicht geliefert werden. Schriftlich lag nichts vor – was die Politiker „auf die Palme“ brachte und sie recht laut werden ließ. „Es muss doch möglich sein, etwas mehr zu tun im Bauamt als nur ins Internet zu gucken“, monierte beispielsweise Annemarie Carstensen (SPD). Man erwarte kein architektonisches Wunderwerk, die politischen Vertreter seien auch keine Brückenfachleute, die Fachleute säßen im Bauamt in Niebüll oder sie müssten sich fachliche Expertisen von außen holen, wurde klar definiert.

„Ich bin der Meinung, dass die Politik nicht den Grund für eine weitere Verzögerung des Brückenbaus liefern soll“, meldete sich Klaus Schmidt (UWL) zu Wort. Er mahnte, diesen Tagesordnungspunkt nicht wieder zu vertagen, sondern jetzt zu entscheiden und plädierte, schon jetzt die Brücke mit Stahlunterbau und Bongossiholz (netto 23  000 Euro) auszuschreiben. Dafür hoben die Ausschussmitglieder (7 Ja-, eine Nein-Stimme, eine Enthaltung) ihre Hände. Ob die Gemeindevertretung am 28. Januar letztendlich den Auftrag für dieses Brückenmodell befürwortet, steht noch in den Sternen. Parallel werden sie sich nämlich noch über die vom Amt angeforderten Alternativ-Vorschläge unterhalten und dann abwägen.

Einen enormen Handlungsbedarf, den Einwohnern im Kokkedahler Bereich eine Alternative zu geben, sah Ingo Scholz. Er fordert die Verwaltung auf, zu prüfen bzw. beim Statiker nachzufragen, ob die jetzt gesperrte Brücke nicht doch für Fußgänger und Fahrradfahrer zumindest für drei Monate geöffnet werden kann. Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn entgegnete: „Das geht nicht, die Abrissarbeiten sind bereits vergeben.“ Diesen Auftrag könne man zurückziehen, war die einhellige Meinung.

Nach der hitzigen Diskussion ließen sich die Politiker auch über den Zustand einer weiteren Brücke, der Kokkedahler Brücke, informieren. Der eigentliche Betonkörper sei dort soweit in Ordnung. Jedoch müssten die Kappen auf der Brücke und das Geländer, die Abdichtungen unter der Brücke sowie der Gussasphalt erneuert werden. Das soll im nächsten Jahr geschehen.

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