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Breitband : Weite Wege machen Breitband-Vorhaben teuer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Galmsbüll setzt seinen Weg zum eigenen Netzausbau unbeirrt fort / Anschluss für Ende 2016 geplant

Wenn’s um das liebe Geld geht, hat auch der Solidargedanke Grenzen. Das bekam die Koogsgemeinde Galmsbüll jüngst zu spüren. In „Sachen Breitband“ gehört sie zu jenen Gemeinden, die für eine Einbeziehung in das Glasfasernetz niemand haben will. Der Grund: Es rechnet sich nicht, die entfernt liegenden Haushalte an das Netz zu gleichen Bedingungen anzuschließen, wie es in dichter Bebauung möglich ist. Schon gar nicht für errechnete 3500 Euro, die in dichterer Bebauung für einen Anschluss ausreichen.

Im Falle Galmsbülls musste auch die Breitbandnetzgesellschaft (BBN), eine bundesweit einmalige (und jüngst sogar ausgezeichnete) Bürgerinitiative, kapitulieren. Mit wenigen Ausnahmen ist Galmsbüll Außenbereich, in dem ohne finanziellen Anschub erst 2020 gebaut werden könnte – und dann auch noch ohne Garantie, dass alle Haushalte drankämen. Das will die Gemeinde Galmsbüll so nicht hinnehmen und steuert einen eigenen Weg an. Doch auch auf dem tun sich Hürden auf.

Nach den Sommerferien einigte man sich in der Gemeinde darauf, den Kommanditanteil an der Breitbandnetzgesellschaft (BNG) auf das Amt zu übertragen – also auszusteigen, wie wir in unserer Zeitung bereits berichteten. Der Begriff „Ausstieg“ passte der BNG nicht, weil er unerwünschtes Medieninteresse erregte. Man wünschte eine der BNG genehmere Sprachregelung. Doch Tatsache blieb, dass Galmsbüll nun einen eigenen Weg geht. Dieser begann mit einer Markterkundung, die ergeben sollte, ob jemand in den nächsten Jahren ein Breitbandnetz auf eigene Kosten bauen wolle. Wenn sich niemand meldet, könnte Galmsbüll es selbst in Angriff nehmen. Um sicher zu gehen und keine Fehler zu machen, bedient sich die Gemeinde seither juristischen Rates durch eine Kanzlei und erörterte die weiteren zum Alleingang erforderlichen Schritte in einem Gespräch mit dem Breitbandkompetenzzentrum (BKZSH).

Nach heutigem Stand ist nun im Zuge der Galmsbüller „Umentscheidung“ zum Betreibermodell alles im Fluss. Inzwischen hat der Bund auch ein Förderprogramm gestartet, aus dem sich die Gemeinde einem Zuschuss in Höhe von 50  000 Euro erhofft. Bürgermeisterin Sinje Stein geht davon aus , dass die Planungen in Kürze beginnen können. Wie es aussieht, hat sich auch im Zuge der Markterkundung niemand gemeldet, der das Breitbandnetz in Galmsbüll „auf eigene Faust und Rechnung“ bauen will, so dass die Ausschreibung auf den Weg kann.

Vorausgesetzt, dass auch die letzten 40 Haushalte auf die Datenautobahn einschwenken, ist die Gemeinde einer 100-prozentigen Anschluss-Quote nahe. Ist das der Fall, würde das Galmsbüller Breitbandnetz alles in allem etwa 1,8 Millionen Euro kosten und die Flächengemeinde mit ihren fünf Kögen gegen Ende nächsten Jahres am schnellen Glasfasernetz sein.


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erstellt am 15.Dez.2015 | 17:00 Uhr

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