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Barfusspark und mehr : Wehlengebiet wird ein Erholungspark

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Umfassendes Projekt soll die Attraktivität der Wehle steigern. Eine Vorentwurfsplanung, die im Ausschuss für Umwelt und Wirtschaft Thema war, stieß auf breite Zustimmung.

„Das hat mit dem ursprünglich geplanten Barfußpark nichts zu tun“, erklärte Ralph Hoyer (SPD). „Das hier ist viel besser.“ Seine Begeisterung für den Konzeptplan eines Themenparks „Wasser und Meer“ mit vier Aktionsbereichen teilten auch andere Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Wirtschaft. Bei der Idee, die Jo Agnes Hauck, Landschaftsarchitektin bdla (Bund Deutscher Landschaftsarchitekten) aus Flensburg, dem Gremium präsentierte, handelt es sich allerdings lediglich um eine Vorentwurfsplanung, um Projektskizzen und Ideen. Als Standort für den geplanten Erholungspark Wehle ist das Areal zwischen der Jugendherberge, Parkplatz und der Badewehle anvisiert.

Die Anforderungen an den Konzeptplan für das Modell in Niebüll erläuterte Jo Agnes Hauck: „Es soll die Attraktivität der Wehle insgesamt steigern, soll interessante Angebote zum Barfußgehen anbieten, ganzjährig nutzbar und frei zugänglich sowie leicht zu warten sein.“ Damit hebe sich das Projekt deutlich von bisher bekannten Parks dieser Art ab. Udo Schmäschke vom Amt Südtondern unterstrich: „Wir befinden uns im öffentlichen Raum, daher muss alles nachhaltig erhaltbar und praxisnah pflegbar sein.“

Vier mit maritimen Begriffen benannte Aktionsbereiche sind vorstellbar: Beim Aktionsbereich 1 „Seemannsgarn“ wird die vorhandene rote Betonpflasterung zwischen Kiosk und Wehle in gleichem Material und gleicher Wegstrecke vom Kiosk zum Parkplatz an der Jugendherberge verlängert. Somit ist dieser Bereich künftig auch für Menschen Gehbehinderungen, Rollstühlen und Rollatoren gut nutzbar. Parallel wird entlang der gesamten Strecke bis zu Wehle ein etwa ein Meter breiter Barfußweg mit unterschiedlichen Materialien angelegt. Maritime Pflasterbilder, Seefahrtsymbole, Märchenfiguren sind nur einige Ideen.

Der Aktionsbereich 2 „Strandgut“ (zwischen Kiosk und Parkplatz) könnte wie ein aus künstlichen Materialien imitierter Spülsaum angelegt werden. Ergänzend dazu sind Sitzkugeln, Findlinge, einer „Schiffsbank“ – also möglichst viele Sitzgelegenheiten – denkbar. Die schon vorhandene, von Anwohnern in Eigeninitiative errichtete Feuerstelle wird integriert. Eine derzeit zugewucherte Brachfläche müsse noch gerodet werden.

Aktionsbereich 3 „Ins Netz gegangen“ bezeichnet eine Fläche, die zum Sandbuddeln und fühlen, Klettern an Netzen und Ähnlichem einlädt. „In die Netze kann man sich natürlich auch hineinlümmeln“, ergänzte die Landschaftsarchitektin.

Aktionsbereich 4 ist mit „Landgang“ betitelt. In dem Bereich am Parkplatz sind ein oder zwei Plattformen mit Wackel-Brücken, -Balken oder -Stegen denkbar. Aussichtsplattformen und Balancierbalken seien weitere Varianten.

Zu den voraussichtlichen Baukosten (brutto): Aktionsbereich 1: 18 000 bis 22 000 Euro; Aktionsbereich 2: 20 000 bis 55 000 Euro; Aktionsbereich 3: 28 000 bis 52 000 Euro; Aktionsbereich 4: 30 000 bis 42000 Euro. Für alle Vorschläge gilt: „Welche Materialien am Ende verwendet werden, hängst ganz davon ab, was bereits vorhanden ist oder was hinzugekauft werden muss.“ Und auch die Größe und die Art der Umsetzung – denkbar ist die Verwirklichung nur eines Teils oder auch der beispielsweise der Abschnitte 2 und 4. „Sie alle sind räumlich unabhängig voneinander.“ All diese Faktoren bestimmen letztendlich die Kosten. Eine bestimmte Größe aber sollte nicht unterschritten werden. „Wenn das Ganze zu klein wird, macht es irgendwann keinen Sinn mehr“, so Jo Agnes Hauck.

Die anschließende Diskussion warf einige Fragen auf, jedoch am Ende stand breite Zustimmung. Ausschussmitglied Hendrik Schwind-Hansen (SPD) („Es gefällt mir gut“) erinnerte daran, insbesondere für den Aktionsbereich 2 an Müllbehälter zu denken. Christine Kernbichler (SSW): „Die Idee ist gut, aber ich sehe die Wehle als Naturschutzgebiet. Für meinen Geschmack sind da zuviele künstliche Elemente drin.“ Ausschussvorsitzender Peter Schumann („Große Klasse“) sprach in Zusammenhang mit dem Aktionsbereich 2 das Thema „Vandalismus“ an. Jo Agnes Hauck dazu: „Die Netze und Seile haben eine Stahllitze, sind ummantelt und schwer entflammbar.“ Bauhofchef Jochen Johannsen bestätigte: „Bei anderen Spielplätzen wie in der Mühlenstraße ist an solchen Geräten nie Vandalismus das Problem. Eher ist es die Abnutzung.“ Jürgen Henningsen (CDU) begrüßte, dass für die Planungen hauptsächlich derzeit ungenutzte Flächen vorgesehen seien.

Stadtmanager Holger Heinke erinnerte an eine Niebüllerin, die 2007 die Ursprungsidee zum einem Barfußpark hatte. Er bewertete das Konzept als eines, dass „dem Naherholungspark Wehle und dem Marschenpark guttun würde“. Udo Schmäschke wertete den Park als ein zusätzliches, attraktives Angebot für die Anwohner, zu denen auch bald die Bewohner der von Gewoba Nord und Mürwiker Werkstätten geplanten 12 bis 15 Wohnungen gehören werden.

Einig wurden sich die Ausschussmitglieder, die übrigen Nutzer des Wehlengeländes in die Planungen mit einzubeziehen, im Januar einen Ortstermin zu vereinbaren, konkrete Kosten zu ermitteln und die Umsetzung des Projektes auf zwei Jahre zu verteilen. Der Beschlussvorschlag für die Stadtvertretung lautet, 100 000 Euro plus die Planungskosten in den Haushalt stellen zu lassen.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 08:45 Uhr

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