Wechsel an der Spitze

Ein Radiomacher aus Westfriesland: Rein Tolsma. Fotos: erk
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Ein Radiomacher aus Westfriesland: Rein Tolsma. Fotos: erk

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25. Februar 2009, 03:59 Uhr

Föhr | Um Gedanken auszutauschen und Kontakte zu knüpfen trafen sich Friesen aus West-, Ost- und Nordfriesland in diesem Jahr in Alkersum auf Föhr. Der sechste Biike-Empfang, zu dem der Friesenrat in die Bib liothek der Ferring-Stiftung eingeladen hatte, diente aber auch dazu, Regional- und Landespolitikern die friesische Vielfalt zu präsentieren. Diese wurde optisch durch die verschiedenen Trachten und akustisch durch die unterschiedlichen Dialekte deutlich.

Der Vorsitzende der Ferring-Stiftung, Prof. Dr. Volkert Faltings, erinnerte an den Stiftungsgründer Dr. Frederik Paulsen, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Paulsen habe wie kein anderer die interfriesische Bewegung und Begegnung geprägt.

"Friesen brauchen Freunde, und Du hast viele hinzugewonnen" - das wurde dem Niebüller Ingwer Nommensen attestiert, der nach acht Jahren den Vorsitz des Friesenrats (Sektion Nord) an den gebürtigen Föhringer Erk Hassold abgibt. Die Verabschiedung war ein Schwerpunkt der Veranstaltung und Ingwer Nommensen durfte sich viel Lob und Dank anhören für seinen langjährigen Einsatz für die Friesen in zahlreichen Gremien. "Dü beest en guden frinj faan a feringen (Du bist ein guter Freund der Föhringer)", ein größeres Lob an einen Festländer aus dem Munde eines Föhrers gibt es wohl kaum.

Jakob Tholund zeichnete ein lebendiges Bild des Nordfriesen, der aus einem "soliden friesischen Bauernhaus" stammt und in Marie Tångeberg die Grundschullehrerin fand, die in ihm das friesische Feuer im Herzen entzündet habe. Mit seiner geradlinigen Art, viel Humor und einer Portion Gewitztheit habe er es verstanden, für die friesische Sache zu kämpfen und sie durch kreative Beiträge immer wieder voran zu bringen. "Wir werden nur bestehen können, wenn uns die Kombination von Weltoffenheit und Heimatverbundenheit so gelingt, wie Du sie uns vorgelebt hast", sagte Tholund. Und: "Rüm hart, klaar kiming".

Zahlreiche Redner schlossen sich dem Dank an, überreichten Geschenke und wünschten Ingwer Nommensen viel Erfolg in seiner neuen Wahlheimat Norwegen als Direktor der Deutschen Schule in Oslo.

Dr. Thorsten Sadowsky, Leiter des Museums "Kunst der Westküste" stellte die Architektur und das Konzept der Einrichtung vor, die für rund 13 Millionen Euro in Alkersum entstanden ist und im Sommer eröffnet werden soll. Die Sammlung umfasst bisher rund 480 Werke aus der Zeit von 1830 bis 1930 und wird laufend erweitert. Das regionalgeschichtliche und gleichzeitig europäische Konzept wird in einem mehrteiligen Gebäude-Ensemble umgesetzt, das den ehemaligen Künstlertreffpunkt "Grethjens Gasthof" umringt.

Der Westfriese Rein Tolsma

referierte über die Erfolgs geschichte des friesischen Radios in der niederländischen Provinz Friesland. Am Beispiel "seines" Radiosenders "Omrop Fryslân" schilderte der stellvertretende Chefredakteur die Chancen und Möglichkeiten eines Radiosenders, für die Stärkung des Zusammenhalts in der Gesellschaft und den Erhalt der friesischen Sprache zu wirken. Eine entsprechende Profilierung könne für eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen.

Viel Beachtung fanden auch die musikalischen Darbietungen. Unter der Leitung von Doris Rethwisch trugen "Junge Stimmen des Nordens" gekonnt und stimmgewaltig drei Stücke vor, die einen aktuellen Bezug zum Biike-Empfang hatten.

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