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Von Klassik bis AC/DC : Was Niebülls Akkordeonspieler so drauf haben

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der „1. Harmonika-Club Niebüll e.V.“ begeisterte 400 Besucher in der Stadthalle.

Der im Jahre 1949 gegründete „1. Harmonika-Club Niebüll e.V.“ wartete am Wochenende in der Stadthalle mit seinem 65. Jahreskonzert seiner Vereinsgeschichte auf, das sich als glänzender Erfolg erweisen sollte. Bevor der erste Akkord erklang, hieß Ingemarie Nielsen als Vorsitzende die Zuhörer willkommen. Sie erinnerte daran, dass in der frühen Nachkriegszeit, als der gastgebende Club entstand, noch jegliche Musik „per Hand gemacht“ wurde. Auch nach Einzug der Technisierung bleibe es dabei: „Musik braucht Musikanten, nicht nur Tonträger.“ Bei der Ausbildung junger Menschen habe man immer wieder erlebt, wie sehr das Gemeinschaftserlebnis im Orchester die soziale Kompetenz fördert. Allen Ausbildern, Vorstandsangehörigen und Sponsoren, die dazu beigetragen hatten, das Konzert auf die Beine zu stellen, sprach die Chefin der Vereins ihren Dank aus.

Den ersten Block der musikalischen Darbietungen, der mit der festlichen Ouvertüre zur barocken „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel begann, bestritt das 1. Orchester, geleitet von Martin Gehrke, der seinen Instrumentalisten durch klare Gesten und präzises Anzeigen sämtlicher Einsätze sicheren Halt bot. Unterstützt wurde er dabei durch wuchtige Kesselpaukenschläge des Momme Thomsen, der für seine erkrankte Kollegin Stephanie Fischer kurzfristig eingesprungen war.

Es folgten „Stimmungen“ von Jürgen Reimann und ein Werk mit zwei von George de Godzinsky verfassten Themen, die zum einen in der Folklore, zum anderen in der Klassik wurzelten. Das ebenfalls von Martin Gehrke dirigierte 2. Orchester wartete zunächst mit einer von Martin Böttcher geschriebenen Suite auf, die Themen aus berühmten Karl-May-Filmen enthielt. Sehr einfühlsam gestalteten die Akkordeonisten auch das Chanson „La Mer“ von Charles Trenet, bevor das Duo Charlotte Sönnichsen und Jan-Ove Wieder zu einem Besuch in eine kleine Boutique einluden. Eine Serie schmissiger Bacharach-Sätze wurde an Temperament nur noch übertroffen vom „hochexplosiven“ AC/DC-Titel „TNT“.

Nach einer Kaffeepause ehrte die 2. Vorsitzende, Andrea Nissen, sechs Clubangehörige für langjährige aktive Mitgliedschaft: Steven Novak und Jannik Nissen (10 Jahre), Christel Brodersen (15 Jahre), Anka Müller (25 Jahre) sowie Christine Friedrichsen und Martin Gehrke (35 Jahre). Sodann sorgten die Mädchen und Jungen des von Ute Schröder-Petersen betreuten Schülerorchesters für Stimmung. Sie ließen den Gospel „Oh when the Saints“ als ihre seit Jahren bewährte Erkennungsmelodie erklingen, bevor die erst zehn Monate Akkordeon spielende Emely Bruhn wie ein „alter Hase“ einen alten Bauerntanz solistisch vortrug und Anais und Ruben Kuevi (Akkordeon und Klavier) als Duo ihre Zuhörer mit einem Fahrrad-Song begeisterten. Zur Darbietung des Titels „Cowboy und Indianer“ traten alle Schülerinnen und Schüler – wild tanzend – in entsprechender Kostümierung auf und wurden danach mit tosendem Beifall verabschiedet.

Im letzten Teil des abwechslungsreichen Programm verwöhnte noch einmal das 1. Orchester sein Publikum mit unmittelbar in Ohr gehender Filmmusik von Ennio Morricone, einem Medley aus Songs der legendären Gruppe „Bee Gees“ und einer heiteren Komposition von Lydie Auvray. Sieben Mitglieder des im vergangenen Jahre gegründeten Ensembles „Akkordeon anders“, bestehend aus Instrumentalisten des 1. Orchesters, präsentierten mit großem Erfolg das Ergebnis ihrer Bemühungen, dem Akkordeon immer wieder neue Klänge zu entlocken, ganz nach Art des vielfach ausgezeichneten, polnischen „Motion Trios“.

Am Ende des mehrstündigen Konzertes spendeten die Zuhörer lautstark und ausdauernd Beifall, wofür sich das 1. Orchester – im Namen aller Mitwirkenden – noch mit mehreren Zugaben bedankte.

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erstellt am 17.Nov.2014 | 07:00 Uhr

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