Olympische Winterspiele in Südkorea : Was ein Nordfriese und Kompressionsstrümpfe mit Olympia zu tun haben

Melf Sönnichsen (38) aus Rodenäs ist bei Olympia in Pyeongchang im Einsatz.
Melf Sönnichsen (38) aus Rodenäs ist bei Olympia in Pyeongchang im Einsatz.

Melf Sönnichsen ist Experte für Bandagen und Orthesen. Er arbeitet jetzt bei den Winterspielen in Pyeongchang.

shz.de von
09. Februar 2018, 04:45 Uhr

Rodenäs/Pyeongchang | Nach seinem Olympia-Debüt bei den Sommerspielen 2016 in Brasilien kommt der gebürtige Rodenäser Melf Sönnichsen (38) jetzt auch zu seinem ersten Einsatz bei den am Freitag beginnenden Olympischen Winterspielen in Südkorea. Er ist aber nicht als Athlet in Pyeongchang, sondern als Projektleiter für die Versorgung der rund 3000 Sportler aller teilnehmenden Nationen mit Bandagen, Orthesen, medizinischen Kompressionsstrümpfen und orthopädischen Einlagen.

Den Olympia-Einsatz verdankt der frühere Schüler der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) seinem Beruf als Marketing-Leiter der Bauerfeind-Sportabteilung. Dazu ist er vor drei Tagen, am 6. Februar, nach Seoul geflogen, um von dort mit dem Zug weiter an die Ostküste Südkoreas zu den olympischen Sportstätten zu fahren. Neben vier organisatorisch tätigen Mitarbeitern besteht sein Team aus 13 internationalen erfahrenen Techniker aus mehreren Ländern. Seit seinem Start bei der Firma Bauerfeind-AG, einem seit 1929 im thüringischen Zeulenroda in vierter Generation bestehenden mittelständischen Familienunternehmen, im September 2014 begleitet Melf Sönnichsen das Projekt Olympia.

Schon während der Sommerolympiade in Brasilien begannen die ersten Kontaktaufnahmen und Vorbereitungen für die Winterspiele in Südkorea. So weilte Melf Sönnichsen auch im vergangenen Jahr allein zwei Mal dort, um auch mit dem Chefarzt des Organisationskomitees die Vorbereitungen und Bedingungen zu besprechen. Als Partner ist Bauerfeind hierfür Bestandteil des zentralen medizinischen Versorgungssystems und unterstützt vor Ort die medizinische Versorgung aller teilnehmenden Athleten.

Die dafür benötigten Produkte sind in beiden Polikliniken in den olympischen Dörfern (Mountain & Coastal Cluster) erhältlich. In den Polikliniken arbeiten die Techniker von Bauerfeind Hand in Hand mit den dort tätigen Ärzten. Kommt ein verletzter Athlet, wird nach der Diagnose durch den Arzt gemeinsam das für den Sportler optimale Produkt ausgewählt. Der Orthopädietechniker erklärt dem Athleten, wie das Produkt wirkt und wie er es richtig anlegen muss.

Aber bereits im Vorfeld der Spiele wurden Ärzte und Physiotherapeuten, die an den Wettkampfstätten und in den Polikliniken mit Bauerfeind-Produkten arbeiten, über deren Einsatz und Wirkweise informiert sowie im Umgang mit den Produkten geschult. Insgesamt wurden über 5000 Produkte von Zeulenroda nach Pyeongchang geschickt, um auch alle nötigen Materialien in den verschiedenen Größen vorrätig zu haben. Diese lindern Schmerzen, wirken stabilisierend und beugen Wiederholungsverletzungen vor.

Geschätzt wird von Athleten und Ärzten neben der ausgezeichneten Produktqualität „Made in Germany“ der professionelle Service durch die Bauerfeind-Techniker, die über umfangreiche Erfahrungen beim Versorgen und Betreuen von Spitzensportlern verfügen, so Melf Sönnichsen. Denn seit mittlerweile 17 Jahren ist Bauerfeind im nationalen und internationalen Sport aktiv. Man war bereits für die deutschen Olympiamannschaften in Salt Lake City, Athen, Turin, Peking, Vancouver und London vor Ort. Außerdem war Bauerfeind auch bei den Winterspielen 2010 und 2014 sowie bei den Sommerspielen 2012 und 2016 als Partner des jeweiligen Olympia-Organisationskomitees in den Polikliniken für die Athleten aller beteiligten Nationen da.

Als einziger Hersteller der Welt liefert man nun wieder für die Olympischen (9. bis 25. Februar) und Paralympischen Winterspiele (9. bis 18. März) 2018 in Südkorea die verschiedenen Spezialprodukte. Melf Sönnichsen selbst wird dabei bis zum 27. Februar vor Ort sein. In seiner knappen Freizeit wird er lediglich ein olympisches Eishockeyspiel besuchen können, denn noch während er in Pyeongchang tätig ist, beginnen für ihn die Vorbereitungsarbeiten für die Sommerspiele 2020 in Japan, sagt der 38-Jährige.

Durch seine Tätigkeit kommen zwei seiner Hobbys, nämlich Familie und Musik natürlich hierbei immer etwas zu kurz. Dafür hat er seine anderen beiden Hobbys quasi zum Beruf gemacht – das Reisen und den Sport.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen