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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 20:08 Uhr

Wohnprojekt : Was braucht der Lecker Osten?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bund und Land finanzieren soziales Wohnprojekt. Infoveranstaltung zum Thema von wenigen wahrgenommen.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 10:41 Uhr

Leck | Die meisten Stühle blieben leer im großen Sitzungssaal des Lecker Rathauses. Insgesamt 14 Bürger kamen zur Informationsveranstaltung zum Förderprogramm der Städtebauförderung, zum Thema „Was braucht der Lecker Osten, um ein lebenswertes Wohnquartier zu bleiben?“. Davon nur fünf aus dem Wohngebiet, um das es ging. Dabei hatte die Gemeinde in ihrer Einladung um Bürgerbeteiligung gebeten.

Zur Erinnerung: Im Oktober 2014 hatte die Gemeinde einen Antrag für ein Förderprogramm „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“ gestellt und im Herbst des Folgejahres einen positiven Bescheid vom Innenministerium bekommen. Somit ist Leck mit 150  000 Euro in der Programmaufstellung der Städtebauförderung gelistet. Ein Drittel davon trägt die Gemeinde selbst. Die restlichen 100  000 Euro kommen jeweils zu einem Drittel von Land und Bund.

Nun geht es darum, wo die Gelder hinfließen sollen. Dazu bedarf es einer Analyse, deren Ergebnisse dem Ministerium vorgelegt werden müssen, denn der Förderbedarf muss ausreichend belegt werden. Einen Einblick in diese Analyse und die vorläufigen Ergebnisse wurden jetzt auf der Infoveranstaltung vorgestellt. Bürgervorsteherin Sabine Detert begrüßte die Anwesenden und stellte Rainer Isensee von der ac-planergruppe sowie Gerd Reesas vom Büro plan-werkStadt vor, die die vorläufigen Analyseergebnisse im Gepäck hatten. Doch zunächst sollten die Anwesenden selber aktiv werden: „Wir möchten wissen, wie sie das besagte Gebiet einschätzen“, erklärte Reesas. Dazu hing auf der einen Seite des Sitzungssaales eine Karte, die das eingegrenzte Gebiet, vom Probst-Nissen-Weg, Bahnlinie, Hyholmer Weg und Osterstraße, zeigte. Auf dieser sollten die Teilnehmer mit roten Punkten Bereiche markieren, an denen dringend etwas geändert werden muss und mit grünen die, die ihnen gut gefallen und sie für wichtig halten.

Auf der anderen Seite des Saales konnten die Teilnehmer Kärtchen aufhängen mit Wünschen, Anregungen und Kritik. Zunächst etwas zögerlich, machten die Lecker sich auf den Weg zu den Stationen. Auch wurden Zweifel an dem Förderprogramm formuliert. „Die Wikingerstraße wird immer ein Brennpunkt bleiben, da wird diese Förderung auch nichts dran ändern“, sagte eine Bürgerin. Nach einer halben Stunde war der interaktive Teil der Veranstaltung beendet. Rainer Isensee und Gerd Reesas fassten die Ergebnisse zusammen: „Da sind ja Interessante Punkte zusammen gekommen, die sich auch in unseren Analysen wiederfinden“, erklärt Reesas. Zum Beispiel wurden die Spielplätze als wichtige, positive Orte markiert, gleichzeitig aber mit einem roten Punkt versehen, da sie häufig verdreckt seien. Als Wunsch wurden Integration, ein Treffpunkt für Jugendliche mit kostenlosem Internet, sowie eine Erweiterung des Familienzentrums genannt. Anschließend präsentierten die Planer ihre vorläufigen Ergebnisse.

Analysiert wurden unter anderem die soziale Infrastruktur, inwieweit Kitas, Schulen und Spielplätze vorhanden sind, die städtebauliche Infrastruktur, die Siedlungs- und Grünstruktur, die Grünflächen zwischen den Mehrfamilienhäusern, Grün im Straßenraum, Kinderspielplätze, Hauseingänge der Mehrfamilienhäuser sowie Müllsammelplätze. Daraus ergaben sich beispielsweise Maßnahmen wie die Schaffung attraktiver Aufenthaltsbereiche im Freiraum für unterschiedliche Bewohnergruppen, neue Kinderspielattraktionen, Entwicklung eines Gestaltungskonzeptes für die öffentlichen und privaten Freiflächen sowie die Aufwertung des öffentlichen Straßenraums durch grüngestalterische Maßnahmen.

Desweiteren wurden die Bevölkerungsstruktur und Sozialstruktur analysiert. Daraus ergaben sich Herausforderungen unter anderem in der Integration von Asylbewerbern und sonstigen ausländischen Zuwanderern, der Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt in der Schaffung von besseren Bedingungen für Kinder und Jugendliche.

Im Laufe der Präsentation wurden viele Fragen gestellt und es machten sich Unruhe und kritische Stimmen breit. „Ich glaube nicht, dass es damit getan ist, wenn man ein paar Rosen und Hecken pflanzt“, merkte eine Teilnehmerin an. Anderen war es zu viel Analyse und zu wenige Ergebnisse. „Wir müssen diese Analyse durchführen, um dann mit dem Ministerium besprechen zu können, wo die Schwerpunkte für die Förderung gesetzt werden“, erklärte Isensee. Auch Bürgervorsteherin Detert hatte auf mehr Anklang gehofft. Sie verwies auf eine weitere Infoveranstaltung, die stattfinden soll, wenn konkrete Inhalte vorgestellt werden könnten. „Da müssen die Bürger dann direkt angeschrieben werden“, sagte Detert.Im nächsten Jahr sollen die Ergebnisse dem Ministerium präsentiert werden und die Gemeinde muss über die Fördermaßnahmen abstimmen. Ob das Projekt 2018 oder 2019 starten kann, ist noch unklar.

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