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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 19:53 Uhr

Warnsignale der Gewalt erkennen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ausstellung im Amt Südtondern zeigt Wege auf, um häusliche Gewalt bereits früh einzudämmen / 30 Jahre Frauenberatung Nordfriesland

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2015 | 11:47 Uhr

Im Amt Südtondern wurde jetzt die Ausstellung „Und das soll Liebe sein – Warnsignale häuslicher Gewalt“ eröffnet. Anlass war das 30-jährige Bestehen der „Frauenberatung und Notruf Nordfriesland“. Auch der Niebüller Bürgervorsteher Uwe Christiansen und seine Stellvertreterin Christine Kernbichler kamen zum Start der Ausstellung, ebenso die Vorsitzende der Landfrauen im Kreis, Margret Albrecht, die FPS-Gleichstellungsbeauftragte Gabriela Wögens, Harald Marake vom Beratungs- und Behandlungszentrum (BBZ) sowie Sylke von Kamlah-Emmermann, Gleichstellungsbeauftragte des Amts. Spontan gesellten sich Schülerinnen der FPS dazu. Sie fanden das Thema spannend. Denn auch im Schulalltag ist das Ausgrenzen und Hänseln einzelner kein Sonderfall.

Gewalt ist eben an der Tagesordnung: in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule. Dazu gehört nicht unbedingt nur körperliche Gewalt, sondern oft auch Psychoterror, Mobbing, und das Druckausüben auf andere. Frauen sind nach wie vor besonders betroffen. „Die Frauenberatung und Notruf Nordfriesland starteten vor dreißig Jahren mit ehrenamtlichen Kräften“, berichtete Maren Leder von der Frauenberatungsstelle, die in Niebüll in der Friedrich-Paulsen-Straße 6a ihr Büro hat. Die Einrichtung leistet Beratungsarbeit für Mädchen und Frauen ab 16 Jahren in Nordfriesland, die von Gewalt – egal welcher Art – betroffen sind oder waren sowie allgemeine Unterstützung für Frauen in Krisensituationen.

Seit 17 Jahren gibt es neben der Husumer Beratungsstelle auch ein kontinuierliches Beratungsangebot in Niebüll, um im ländlichen Raum bestmöglich erreichbar zu sein und Präsenz zu zeigen. „Die Nachfrage ist groß“, so Maren Leder, die sich bei vielen Unterstützern bedankte, bei der Stadt Niebüll, dem Stadtmarketing, dem Sozialverband und auch der Polizei.
„Das Thema geht uns alle an und betrifft viele – vielleicht sie selbst, vielleicht Freundinnen, den Nachbarn oder eine Kollegin“, betonte Sylke von Kamlah-Emmermann und verwies auf die geänderte Gesetzeslage, die es ermögliche, polizeilichen Schutz zu gewähren. Noch besser sei es jedoch, rechtzeitig selbst tätig zu werden. Das Risiko, durch einen Menschen, den man kennt, Opfer von Gewalt zu werden, ist im eigenen Zuhause besonders groß.

Mädchen und Frauen erleben unabhängig von Bildung, Einkommen, Alter und Religion häufig Grenzüberschreitungen im sozialen Umfeld. „Präventive Angebote helfen, destruktive Entwicklungen in Paarbeziehungen möglichst früh zu erkennen, weiterer Gewalt vorzubeugen und neue Perspektiven zu entwickeln“, so Maren Leder. Mit der mehrsprachigen Wanderausstellung des Dachverbandes der autonomen Frauenberatungsstellen NRW wird schnell und eindeutig erklärt, wie Gewalt entsteht. Die Ausstellung ist bis einschließlich 1. Oktober während der Öffnungszeiten im Amt Südtondern zu besichtigen. Führungen für Gruppen – Schulklassen, Vereine, Wohngruppen oder einfach interessierte Mitbürger – sind gewünscht und nach Rücksprache unter 04661/942688 oder niebuell@frauennotruf-nf.de möglich.

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