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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 22:36 Uhr

Wasserturm : Wahrzeichen feiert Richtfest

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Kreishandwerkerschaft Nordfriesland sowie Ehrenamtliche und Sponsoren verhelfen dem ehemaligen Niebüller Wasserturm zu neuem Glanz. Am Montag feierten 100 Gäste schon mal Richtfest.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 05:45 Uhr

Ein nach der starken Ausdünnung der friesischen Hauslandschaft verbliebenes Wahrzeichen der Stadt feiert zurzeit seine Renaissance. Der Wasserturm am Bahnhof wird substanzerhaltend restauriert und künftig auch weiterhin Reisende, die Niebüll erreichen oder auf dem Weg zu den nordfriesischen Inseln passieren, als Wahrzeichen mit dem unverkennbaren Attribut eines Alleinstellungsmerkmals begrüßen.

Nun war Richtfest für den von fleißigen Handwerksburschen gezimmerten und gemauerten Turmkopf, in dessen Innerem sich vorher ein dickbauchiges Wasserbassin befand, aus dem die Dampfrosse der einstigen Reichs- und Bundesbahn bedient wurden. Dem Richtfest und anschließenden Open-Air-Schmaus wohnten mehr als 100 am Bau beteiligte Firmenvertreter, Handwerker und Sponsoren sowie Zaungäste bei. Kreishandwerksmeister Hans-Jürgen Grube und Bürgervorsteher Uwe Christiansen hielten Reden. Zimmerermeister Kay-Walter Wulff zelebrierte den Richtspruch.

Der ehemalige Bahnbeamte und Eisenbahnhistoriker Georg Böhm aus Dagebüll fand heraus, dass die Geschichte des Turms 1889 begann, zwei Jahre nachdem die Marschbahn das Dorf Niebüll erreichte. Doch zu Bau und Inbetriebnahme des 19 Meter hohen Turms nach Plänen der Eisenbahndirektion Altona kam es erst 1908. Dem ursprünglichen Turm folgte 1926 ein größerer, zumal die Bahnstation Niebüll mittlerweile ein Knotenpunkt geworden war. Sein Aus kam erst Anfang der 1970-er Jahre mit dem Ende der Dampflok-Ära – und als die Bundesbahn kein Interesse mehr an dem Turm hatte.

Was wird aus dem Bauwerk? Diese Frage verhieß eine Zeit lang Ungemach für das historische Kleinod. Bis sich geschichts- und traditionsbewusste Niebüller des Bauwerks annahmen – animiert von Sven Vogt, dem eigentlichen Initiator des Projekts „Turmerhaltung“. Die Kreishandwerkerschaft NF-Nord übernahm den inzwischen von der Stadt erworben Turm, dem zuvor eine Reihe verschiedener Verwendungsmöglichkeiten zugedacht worden waren.

Die Dinge nahmen dann schnell ihren Lauf, den Hans-Jürgen Grube mit Zahlen und Daten belegte. Die Kreishandwerkerschaft kaufte den Turm 2009, plante die Restaurierung, warb Sponsoren ein und hatte 2012 die Genehmigung für Aus- und Umbau sowie Restaurierung in der Hand. Die Arbeiten begannen im Sommer vergangenen Jahres. Danach wurden der Turmkopf mit dem großen Bassin abgebaut, zwei Zwischendecken eingebracht, die 25 Tonnen schwere Kopfplatte draufgesetzt, Außenputz und Mauerwerk saniert, das Fachwerk abgebunden, draufgesetzt und ausgemauert sowie das Turmdach gerichtet und abgeschalt. Und das alles von Lehrlingen des Zimmerer- und Maurerhandwerks unter fachlicher Führung und Aufsicht der Zimmerer- und Maurermeister Kay-Walter Wulff und Matthias Petersen.

Das Projekt hatte viele ehrenamtliche Väter, Helfer und Sponsoren und muss von daher als einmalig bezeichnet werden. Auch die Administrative in Stadt, Amt und Kreis half mit. Gespendete Sachleistungen und ehrenamtlicher Einsatz addieren sich zum einem Gesamtbetrag von etwa 250 000 Euro, die der als „Einfaches Kulturdenkmal“ unter Schutz gestellte alte und künftig neue Turm insgesamt kosten wird.

Bürgervorsteher Uwe Christiansen: „Mit ein wenig Fantasie kann man sich schon vorstellen, wie sich der Turm in das Bahnhofsumfeld einbringen wird.“ Das Richtfest sei ein Etappenziel auf dem Weg dorthin, wie der Bahnhof Niebüll und sein Umfeld einmal aussehen werden. Der Kreishandwerksmeister dankte allen, die an diesem in Niebüll bislang einmaligen Projekt beteiligt waren.

 

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