Verkehr Niebüll : Wachsender Parkbedarf?

Im Haushalt 2009 stellt die Stadtvertretung 56.000 Euro für die Herrichtung des Parkplatzes an der Lornsenstraße bereit. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen will diese Mittel streichen lassen. Es fehle ein Parkraumkonzept.

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26. Januar 2009, 12:54 Uhr

Niebüll | In der Stadt wird der Parkraum knapp. Ein Blick auf den proppenvollen Marktplatz verdeutlicht die Situation. An Wochentagen und sonnabends während des Wochenmarktes sind die großen wie die kleinen Parkmöglichkeiten in der Stadt voll ausgeschöpft. "Wir haben ein Volumen-Problem", stellte Bürgermeister Wilfried Bockholt anlässlich einer Diskussion im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus fest und zeigte auch eine der Ursachen auf: "Wir haben so viele Schüler wie nie, die mit einem eigenen Auto zur Schule kommen."

Auf der Suche nach zusätzlichem Parkraum haben die Kommunalpolitiker in der Innenstadt den provisorischen Platz an der Lornsenstraße ins Auge gefasst. Hier sollen die baufälligen Gebäude abgerissen und der Platz hergerichtet werden. Im Etat für 2009 stellte die Stadtvertretung dafür 56.000 Euro bereit. Eine Entscheidung, die allerdings nicht die uneingeschränkte Zustimmung aller Stadtvertreter fand: Bündnis 90/Die Grünen stimmten dagegen.
Erst Bedarf prüfen

"Wir brauchen keine weiteren Parkplätze in der Innenstadt, bevor nicht ein Parkraumkonzept erstellt wird", begründete die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Gesche Zimmermann, in ihrer Haushaltsrede die Ablehnung des Parkplatzes. Nach Auffassung der Grünen müsse zunächst einmal geprüft werden, ob überhaupt Bedarf bestehe.

Die Grünen möchten, wie Gesche Zimmermann in ihrer Haushaltsrede ausführte, vielmehr die Fortbewegung mit dem Fahrrad fördern, zum Beispiel durch Stadträder, die umsonst ausgeliehen werden können oder sogar einen Service Fahrradtransporte - wie Rikschas - um die Innenstadt autofrei zu bekommen. Eine Idee, die der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus, Mogens Lesch, zwar witzig findet, sich die Realisierung aber nur schwer vorstellen kann: "Dafür ist Niebüll zu klein."
"Beseitigung meines baulichen Missstandes"

Die anderen Fraktionen in der Stadtvertretung sehen hingegen den Bedarf an weiterem Parkraum gegeben. Darauf wies Karl-Heinz Schmidt (SPD) hin, bevor über den Verbleib der 56.000 Euro für den Parkplatz abgestimmt wurde. "Der Marktplatz ist knüppeldicke voll", so Schmidt, der als weiteres Argument den Zustand des Platzes an der Lornsenstraße anführte: "Hier geht es auch um die Beseitigung meines baulichen Missstandes."

Als weitere Park-Option ist eine Fläche zwischen Autohaus Kornkoog und der Bahnlinie im Gespräch - allerdings mit einigen Unwägbarkeiten. "Wir sind ein bisschen unsicher", formuliert der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus, Mogens Lesch (SSW) die Zweifel, ob dieser Parkplatz dann auch so angenommen wird. "Objektiv ist er genauso nah wie der Marktplatz. Subjektiv liegt aber die Bahn dazwischen", so Lesch mit Blick auf die dann erforderliche Anbindung und Überwegung. Für Mogens Lesch ist es wichtig, dass ein Platz, der mit Steuergeldern angelegt wird, dann auch von den Bürgern und Kunden der Stadt genutzt wird.

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