Gefiederte Szene : Vorzügliches Federvieh

Der Moderne Englische Zwergkämpfer – eine hier seltener gehaltene Liebhaberzucht.
Der Moderne Englische Zwergkämpfer – eine hier seltener gehaltene Liebhaberzucht.

Bei der Geflügelschau in der Stadthalle vergab die Jury Bestnoten / Züchter beobachten steigendes Interesse an privater Hühnerhaltung

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11. November 2013, 06:30 Uhr

Züchten – das ist auch Denken in Generationen. Das erklärte Bürgervorsteher Uwe Christiansen bei der Eröffnung der Geflügelausstellung 2013 in der Stadthalle. Dort stellte der Rassegeflügelzuchtverein Niebüll und Umgebung von 1902 übers Wochenende 354 Hühner, Zwerghühner, Tauben und Enten in einer Vielfalt von Rassen, Farben und Strukturen aus. Eine Jury mit fünf Preisrichtern aus ganz Schleswig-Holstein bewertete die Tiere und vergab zum Teil herausragende Noten. Allein sieben Mal stand die Bestnote „vorzüglich“ auf dem Zettel vor dem Käfig sowie 18 Mal ein „Hervorragend“.

Es gab Neuheiten aus dem weiten Feld der Geflügelzucht. Volker Hansen, seit 26 Jahren Vorsitzender des RGZV Niebüll und Organisator und Leiter der Ausstellung, stellte mit seinen schwarz gefiederten „La Fléche“ eine neue Rasse vor. Bei seinen Zwerghühnern handelt es sich um eine in den 1950-er Jahren begonnene deutsche Neuzüchtung. Ihren Ursprung hat sie bei den „Fléches“ aus der französischen Loire-Region, bekannt und geschätzt wegen ihrer weltmeisterlichen Fleisch- und Legeleistung.

Nicht neu hingegen war bei dieser Geflügelschau die Teilnahme von Ammon Momme (86). Der Niebüller gehört zu den erfolgreichsten deutschen Rassegeflügelzüchtern. Sein züchterisches Faible sind die „Modernen Englischen Zwergkämpfer“ und die „Langschan“. Von letzteren wurde kürzlich eine seiner Hennen bei der Deutschen Junggeflügelschau in den Messehalle von Hannover mit dem Blauen Band, der höchsten Benotung, ausgezeichnet. Am 5. Dezember nimmt Ammon Momme mit seinen Spitzentieren an den Deutschen Meisterschaften in Leipzig teil.

Neu in der gefiederten Szene ist auch, dass die Hühnerhaltung wieder eine leicht ansteigende Tendenz hat. Volker Hansen berichtete von Anfragen nach Hühnern zur eigenen Haltung. Man sei die Eier aus den großen Verbrauchermärkten leid, hieß es, und wolle lieber das Frühstücksei von eigenen Hühnern. Hansen sieht darin eine Art Trend „zurück zur Natur“.

Alljährlich zeigen Geflügelausstellungen die „Ernte“ eines Jahres. Diese sei nach den Worten des Vorsitzenden alles in allem gut ausgefallen. Ein etwas zu langer Winter sei aber durch wechselhaftes Wetter, das die Tiere mögen, aufgefangen worden.

Und das sind die Preisträger, die sich über ein „Vorzüglich“ freuen durften: Johanna Deussing (Klanxbüll) auf Orpington gelb, Mathias Petersen (Leck) auf Chabo gold-weizenfarbig, Flemming Olesen (Humptrup), auf Zwerwyandotten weiß, Stephan Lützen (Klixbüll) auf Zwerg La Fléche schwarz, Jan Martens (Niebüll) auf Danziger Hochflieger Schimmel, Marcus Mommsen (Risum-Lindholm) auf Kölner Tümmler und Bjarne Röbbel (Bramstedtlund) auf federfüßige Zwerghühner.

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