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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 03:56 Uhr

Gegen Kriminelle : Vorsicht! Wachsamer Nachbar

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Aufklärung und Prävention sind Teil der Arbeit des Niebüller Senioren-Sicherheitsbeauftragten Siegfried Fischer

von
erstellt am 02.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Er sieht ganz harmlos aus, und doch kann ein schlichter Kabelbinder, beispielsweise um den Mast einer Straßenlaterne in einer Wohnsiedlung gelegt, das Zeichen eines Einbrechers an seine Komplizen sein: In diesem Haus gibt es etwas zu holen.

Der Niebüller Siegfried Fischer kennt diese und viele weitere Tricks. Er ist ausgebildeter Senioren-Sicherheitsbeauftragter – einer von insgesamt 28, die im Auftrage der Polizeidirektion Husum im gesamten Kreisgebiet unterwegs sind. Sie gehen in Vereine, Einrichtungen – kurzum überall dorthin, wo Menschen sind, die wissen möchten, wie man sich wirksam vor Kriminellen schützt. Bei Senioren ist die Gefahr besonders groß. „Sie sind häufig gutgläubig und einsam“, erklärt Siegfried Fischer. Neben dem weithin bekannten, aber immer leider noch funktionierenden Enkeltrick, bei dem ein vermeintlicher Verwandter um die Zusendung von Geld bittet, gibt die sogenannten Haustürgeschäfte. Dabei schrecken Späher nicht davor zurück, sich auch als Zusteller zu verkleiden, zu klingeln und beim Öffnen der Tür die Wohnung auszukundschaften, so Fischer. Aber auch bei der scheinbaren Bitte um ein Glas Wasser sollten die Mieter oder Wohnungseigentümer vorsichtig sein, wem sie da die Türe öffnen. Nicht selten diene das Ganze als Ablenkungsmanöver und biete einem Helfer, die Möglichkeit, nach Wertgegenständen zu suchen oder zumindest die Lage zu sondieren.

Opfer von Kriminellen sind jedoch nicht nur die Senioren. Im Grunde genommen ist jeder gefährdet. Besondere Vorsicht ist bei großen Menschenansammlungen und Volksfesten geboten, warnt Siegfried Fischer. „Früher wurde man angerempelt, wenn ein Taschendieb es auf das Portemonnaie abgesehen hatte. Heute kommen sie tanzend daher.“ Dabei werden Besucher in eine ausgelassene Stimmung gebracht, zum mitmachen aufgefordert und so unbemerkt um Kreditkarten, Bargeld oder ähnlichem erleichtert.

Wenn Siegfried Fischer in Sachen Kriminalitätsverhütung unterwegs ist, warnt er auch vor Kaffeefahrten ebenso wie vor E-Mails, die unter vorgeschobenen Gründen PINs abfragen, oder plötzlichen Gewinnbenachrichtigungen, bei der immer unter irgendeinem Vorwand zunächst einmal Geld vorzustrecken ist. „Doch es gibt noch viele weitere Tricks“, erklärt Siegfried Fischer. „Und es kommen immer wieder neue hinzu.“ Fischer unterstützt als Senioren-Sicherheitsbeauftragter die bundesweite Initiative „Vorsicht ! Wachsamer Nachbar“. Ein gelbes Metallschild oder ein Aufkleber sind Teil der Medienreihe zum Schutz vor Einbruchsdiebstahl. Jeder, der mitmacht, kann es anfordern, an die Tür, die Wand oder den Gartenzaun anbringen. Potenzielle Einbrecher und Kundschafter sollen abgeschreckt und ihnen klar gemacht werden: Achtung: Hier passen die Nachbarn aufeinander auf und registrieren, wenn sich jemand unbefugt dem Grundstück nähert. Denn: Gerade in der Ferienzeit sind viele Wohnungen verwaist. Fischer: „Bei uns in der Gotteskoogstraße haben die meisten Nachbarn so ein Schild.“

Der Nachbar als Bewacher – das funktioniert natürlich nur, wenn die Grundstücke gut einsehbar sind. „Hohe Zäune mögen Sicherheit vermitteln“, macht Siegfried Fischer deutlich. Aber sie verhindern eben auch, dass Unregelmäßigkeiten erkannt rechtzeitig erkannt werden – und die Polizei informiert werden kann.

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