zur Navigation springen

Menschen des Jahres : Vorbilder mit Musik und Verstand

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Sänger Finn-Bo Lorenzen der Niebüller Band „Roast-Apple“ ist einer von vier Kandidaten für die Wahl zum Menschen des Jahres 2014

von
erstellt am 10.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Träume haben und sie leben, etwas beginnen, durchzuhalten und zu Ende zu bringen. Dazu gehört viel Mut und Selbstvertrauen. „Wir haben uns nichts Riesiges erhofft“, sagt der Niebüller Finn-Bo Lorenzen, Sänger und Gitarrist der Niebüller Erfolgsband „Roast Apple“. Und doch hat er einen Traum gelebt – und Erfolg gehabt. Dem 18-jährigen Schüler des Friedrich-Paulsen-Gymnasiums ist es gemeinsam mit Rouven Leonavicius (18), Lukas Christiansen (18) und Liam Pitann (20) gelungen, mit ihrer Band nicht nur den Brit-Pop bekannter zu machen, sondern sich durch eine Reihe von Eigenkompositionen eine große Fangemeinde aufzubauen. Das klingt leicht, doch Kenner wissen, wie schwer es ist, Menschen zu begeistern, sie mitzureißen und sie zu halten. „Roast Apple“ hat das alles geschafft, und das nicht nur für eine ausgewählte Altersklasse. Ihre Musik kommt an, auch bei Älteren. „Es ist nicht so, dass nur die 15-jährigen Mädchen bei uns stehen“, sagt Finn-Bo Lorenzen.

Das Jahr 2014 ist für die vier Musiker von „Roast Apple“ ein besonderes: das Einziehen in mehrere Endrunden großer Bandwettbewerbe (zum Beispiel SchoolJam) sowie Auftritte beim WDR Rockpalast, im NDR oder Sat1. Ihr jüngster Erfolg ist der Sieg beim bundesweiten Bandwettbewerb „Talented“ in Hamburg. Ihr Lohn: Auftritte bei der EXPO 2015 in Italien, ein Workshop in Schweden. Eine ausgedehnte Deutschland- und Österreich-Tour, die sie in die Clubs der größten Städte des Landes führt, läuft derzeit noch. „Es ist alles im Moment spannend.“ Kaum zu glauben, das alles hat erst vor dreieinhalb Jahren begonnen. 2011 entstanden erste Demo-CDs. „Das war alles noch sehr experimentell, aber wir hatten viel Spaß“, erinnert sich Finn-Bo Lorenzen. Und: „Es war unsere Chance, Songs zu schreiben.“ Immer mehr Auftritte folgten. „Uns wurde klar: So schlecht läuft es nicht.“ Die Songs wurden besser, die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten. 2013 traten „Roast Apple“ 50 Mal auf, 2014 waren es 65 Auftritte.

Bei aller Professionalität achten die Spieler darauf, das Persönliche zu bewahren. Einmal im Jahr werden Freunde und Familien eingeladen. „Häufig treffen wir uns zu Abenden ohne Musik. Einfach nur reden, reflektieren, vorausplanen. Da gehen schon mal drei bis vier Stunden ins Land.“ Und: „Roast Apple“ sind dabei, wenn „Schüler helfen leben“ um Unterstützung für Kinder und Jugendlichen in der Welt wirbt. Sie geben am Freitag, 5. Dezember, in Kiel ein Konzert für den guten Zweck.

In den kommenden Monaten werden sich die Band-Mitglieder rar machen. Sie ziehen allesamt nach Hamburg. „Wir wollen neuen Songs schreiben, neue Demos produzieren, und wenn wir viele gute Songs haben, machen wir ein Album. Wir möchten uns mehr Zeit lassen, die Abi-Prüfungen hinter uns bringen. Aber die erste Priorität hat immer noch die Musik“, sagt Finn-Bo Lorenzen. „Es sei denn in dem Monat, in dem Prüfungen sind. Da hat die Schule Priorität.“ Der 18-Jährige will Musik-Management studieren. „Rouven zieht es ins Marketing-Management.“

Fest steht: Der Weg von Rouven Leonavicius (18), Lukas Christiansen (18), Liam Pitann (20) und Finn-Bo Lorenzen führt in eine Richtung. „Wir nehmen es ernst, wollen erfolgreich werden. Aber wir wissen natürlich nicht, ob man davon leben kann.“ Eines ist sicher: Ihre Begeisterung und ihr Mut macht sie zu Vorbildern. Sie sind ein Team, haben gemeinsam viel erreicht und ihr Ziel nie aus den Augen verloren. Finn-Bo Lorenzen: „Wir ergänzen uns. Musik ist das, was wir alle am meisten wollen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen