Feuerwehr-Jubiläum : „Vorbild und Aufruf zugleich“

Christian Albertsen  ehrte Rolf Jensen und   Peter Andresen.
Christian Albertsen ehrte Rolf Jensen und Peter Andresen.

Seit dem 1. April 1890 gibt es die Freiwillige Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll: Das wurde mit einem dreitägigen Fest gefeiert

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22. Juni 2015, 12:07 Uhr

Anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens feierte die Freiwillige Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll dieses Jubiläum mit einem dreitägigen Fest. Den Auftakt des Programms bildete ein Empfang, zu dem sich die Wehrangehörigen, eine Abordnung der Jugendfeuerwehr und zahlreiche geladene Gäste im Festzelt auf dem Sportplatz einfanden. Gemeindewehrführer Peter Andresen wartete mit einem ausführlichen Rückblick auf die Geschichte auf und erinnerte an herausragende Erfolge. Zählt die Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll doch zu den wenigen Wehren, die alle Leistungsbewertungen erfolgreich absolvierten und dabei die Feuerwehrbeile von Bronze bis Gold und die Prüfungen „Roter Hahn“ der Stufen 1 bis 5 auf Anhieb errangen.

Wie der Chronist ausführte, waren im am 1. April 1890 63 Kameraden in die Wehr eingetreten, davon 13 aus Bosbüll. Im Verlaufe der vergangenen 125 Jahre standen nacheinander zwölf Wehrführer an der Spitze der Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll: von Peter Christiansen (1890 – 1891) bis Peter Andresen (seit 1997), der seinen Posten von seinem Vater, dem heutigen Ehrenwehrführer Hans Andresen, „erbte“. Für die Sparsamkeit der Wehr spricht, dass ihr 42 Jahre altes Tanklöschfahrzeug „TLF 8“ noch heute im Dienst ist.

Es folgte der erste Auftritt des von Pastor Jens-Uwe Albrecht geleiteten und vom Schlagzeuger Detlef Petersen rhythmisch unterstützten Chores „Gospelhouse“. Die spürbare Begeisterung aller Interpreten kam beim Publikum hervorragend an.

Siegfried Puschmann, der stellvertretende Kreispräsident, überbrachte die Glückwünsche des Kreises Nordfriesland, des Innenministers des Landes Schleswig-Holstein und gratulierte auch persönlich. „Die Existenz der Freiwilligen Feuerwehr ist ein Beispiel dafür, dass Bürgertugenden wie Hilfsbereitschaft und Einsatzfreude auch heute noch lebendig sind“, so Puschmann. „Solidarität und Selbstlosigkeit sind bei der Feuerwehr keine leeren Worte.“ Keine Gemeinde könne auf ihre Feuerwehr verzichten. Das bereits seit fünf Generationen währende Wirken der Feuerwehr Klixbüll-Bosbüll sei Vorbild und Aufruf zugleich. Puschmann überreichte dem Gemeindewehrführer Andresen im Namen des Landes für langjähriges Wirken im Bereich des Brandschutzes eine Feuerwehrehrengabe. Als Gabe des Kreises händigte er dem Gemeindewehrführer zudem eine Handglocke und ein vielversprechendes „Flachgeschenk“ aus.

Im Namen aller Gemeinden des Amtes Südtondern gratulierte Amtsvorsteher Peter Ewaldsen der Jubilarin zu ihrem 125. Geburtstag und würdigte die Lebendigkeit und den Reichtum an hilfswilligen Individuen in Klixbüll. Als Bürgermeister der Gemeinde ließ Werner Schweizer die wichtigsten Geschehnisse der Weltgeschichte, wie sie sich seit 1890 zugetragen haben, gedanklich noch einmal Revue passieren und setzte dadurch die Zeit der Existenz der Feuerwehr ins rechte Licht. Auch nutzte er die Gelegenheit, dem Ehrenwehrführer Hans Andresen und dem Ehrenbürgermeister Andreas Thomsen für ihre verantwortungsbewusst geleisteten Dienste als Chronisten zu danken. Mit einem Dank an alle, die kontinuierlich zum guten Funktionieren der FF Klixbüll-Bosbüll beigetragen hatten, sprach er die Hoffnung aus, in 25 Jahren ein weiteres Feuerwehrjubiläum feiern zu können. Abschließend überreichte Werner Schweizer dem Gemeindewehrführer einen Gutschein für die Anschaffung einer Wärmebildkamera, zu deren Kauf später noch Geldbeträge von weiteren Grußrednern hinzugefügt wurden. Bosbülls Bürgermeister Ingo Böhm wusste auf die Frage, weshalb jemand Feuerwehrmann oder -frau wird, eine plausible Erklärung: „Es handelt sich um eine Krankheit. Wer diese in sich trägt, kann gar nicht anders als sich zur Verfügung zu stellen, anderen zu helfen.“

Kreisbrandmeister Christian Albertsen fügte seinen guten Wünschen zwei hochkarätige Ehrungen an. Im Namen des Landesfeuerwehrverbandes überreichte er dem Hauptbrandmeister Peter Andresen für herausragende Verdienste das Schleswig-Holsteinische Feuerwehrkreuz in Silber. Die entsprechende Ehrengabe in Bronze erhielt kurz darauf der für seinen Diensteifer bekannte Oberlöschmeister Rolf Jensen. Amtswehrführer Oliver Jacobsen, Frerk Matthiesen als Vertreter des THW und die Ortswehrführer mehrerer benachbarter Feuerwehren rundeten die Serie der Grußworte ab.

Danach setzte der gesellige Teil des Festes ein, bei dem sich die Feiernden noch bis zum frühen Morgen vergnügten.

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