Zweisprachige Beschilderung : Vor einem friesischen Lückenschluss

Markante Punkte und Einrichtungen in Nordfriesland können künftig in deutscher und friesischer Sprache ausgeschildert werden. Foto: vb
Markante Punkte und Einrichtungen in Nordfriesland können künftig in deutscher und friesischer Sprache ausgeschildert werden. Foto: vb

Viele Landes-Behörden werden in diesem Jahr zweisprachig auf sich aufmerksam machen. Regelungen für Radwege sind in Arbeit.

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14. April 2010, 07:07 Uhr

Nordfriesland | Gut Ding will Weile haben, heißt es im Volksmund. Was deutsch-friesische Schilder an den Türen von Landes-Behörden angeht, scheint sich das Sprichwort zu bestätigen. Denn an vielen Standorten im Kreisgebiet fehlen derartige Hinweise nach wie vor. Allerdings soll in diesem Jahr richtig Bewegung in die Angelegenheit kommen. Außerdem hat das Land einen neuen Radwege-Erlass angekündigt, der in Nordfriesland ebenfalls eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Beschilderung in deutscher und friesischer Sprache möglich macht.

"Immerhin, es bewegt sich was", konstatiert der SSW-Landtagsabgeordnete Lars Harms. Er hatte zwei "Kleine Anfragen" zu diesem Komplex an die Landesregierung gerichtet. Mit Blick auf die Förderungs-Möglichkeit hofft er, dass sich nun auch die kommunale Ebene vermehrt des Themas annimmt.
40 Einrichtungen und mehr

Das Friesisch-Gesetz (friisk-gesäts) stammt bereits aus dem Jahr 2004. Es bestimmt unter anderem, dass im Kreis Nordfriesland und auf der Insel Helgoland Behörden und andere Institutionen des Landes zweisprachige deutsch-friesische Schilder erhalten. In einigen Fällen ist das frühzeitig geschehen, wie bei Polizeistationen, Katasteramt, den meisten Gebäuden des Finanzamtes, den Amtsgerichten in Husum und Niebüll, den Straßenmeistereien in Bredstedt und Husum oder auch beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Husum. An vielen anderen Einrichtungen tat sich hingegen lange Zeit nichts.

Doch in diesem Jahr könnte es Schlag auf Schlag gehen: Nach Angaben des Landes sollen die Straßenmeisterei Leck mit Stützpunkten in Niebüll und auf Sylt folgen, Einrichtungen der Deutschen Rentenversicherung Nord in Husum, Nebel und Westerland, die Förstereien in Drelsdorf, Leck und Süderlügum sowie die Landwirtschaftsschule in Bredstedt. Hinzu kommen Hafen-, Fischerei- und Seeämter in Husum, Tönning, Wyk, List und Hörnum sowie zwei Dutzend Dienststellen, Häfen und Schleusen des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz oder auch die Außenstellen des "Gebäudemanagement Schleswig-Holstein" in Husum, Leck und Westerland.

Der Radwege-Erlass des Landes wird 2010 fortgeschrieben. Dabei geht es um ein "eindeutiges, leicht lesbares und benutzerfreundliches Radwegweisungssystem". Im Erlass soll folgende Formulierung aufgenommen werden: "Das Land Schleswig-Holstein wirkt darauf hin, dass die Beschilderung von topografischen Bezeichnungen im Kreis Nordfriesland zweisprachig in deutscher und friesischer Sprache ausgeführt wird."
Inhaltlicher Bezug bestimmend

Was für Erhebungen oder Gewässer gilt, kann "ausnahmsweise" auch für Einzeleinrichtungen in Anspruch genommen werden, "die einen eindeutigen inhaltlichen Bezug zur friesischen Sprache haben" , wie ein Institut oder ein kulturelles Zentrum der friesischen Volksgruppe.

Eine finanzielle Förderung der zweisprachigen Beschilderung von Radwegen ist nach Angaben des Landes grundsätzlich möglich, was der SSW-Landtagsabgeordnete Lars Harms ausdrücklich begrüßt. Denn an der Westküste wird das Radwegenetz in Zusammenarbeit von Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland und touristischen Partnern zurzeit ohnehin optimiert. Nordfriesland sollte diese sich bietende Chance nutzen, appelliert Harms. "Das wäre eine tolle Sache und Tourismus-Förderung pur."

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