Klassentreffen in Leck : Vor 60 Jahren ins Berufsleben geschubst

Etwas Bleibendes: Die Klassenkameraden von einst pflanzten bei ihrem Treffen eine Winterlinde.
Etwas Bleibendes: Die Klassenkameraden von einst pflanzten bei ihrem Treffen eine Winderlinde.

In Leck traf sich ehemalige Klassenkameraden, die dort vor 60 Jahren die Mittlere Reife machten.

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30. August 2020, 14:46 Uhr

LECK | Ein Lied, ein Spruch, guten Morgen, setzen! An dieses Ritual in ihrer Kinder- und Jugendzeit konnten sich die sieben gestandenen Damen und Herren noch genau
erinnern. Gern blickten sie bei ihrem Treffen zu einem besonderen Ereignis zurück: 60 Jahre ist es her, seit sie die Mittlere Reife im Aufbauzug
der Grundschule Leck bestanden und ins Berufsleben geschubst wurden.

Baumpflanzung

Damals stand eine Linde auf dem Pausenhof des Schulgebäudes in der Eesacker Straße. Dieser Baum spendet noch heute seinen Schatten und gibt der Schule den Beinamen „an der Linde“. Um Parallelen zu ziehen und in Gedenken an ihre Schulzeit, pflanzten die ehemaligen Klassenkameraden jetzt im Bürger- und Erlebnispark eine Winterlinde.

Kräftig Unterstützung leistete dabei Andreas Nicolaisen, ein Cousin von Gertrud Asmussen, geborene Nicolaisen. Sie hatte dieses Mal die Organisation der Zusammenkunft in die Hände genommen.

Gute Gemeinschaft

Zunächst reisten die ehemaligen Schüler alle zehn Jahre nach ihrem Abschluss in der M10 in ihre heimatlichen Gefilde zurück, später begrüßten sie sich alle zwei Jahre erneut und tauschten Erinnerungen aus. „Das zeugt von einer guten Gemeinschaft“, überlegten einige. 23 Mädchen und Jungen waren sie damals in der Klasse. Aus Achtrup, Enge-Sande, natürlich Leck oder Jardelund kamen sie. Ingrid Paulsen, geborene Christiansen, legte gleich nach: „Ich bin von Lütjenhorn jeden Tag acht Kilometer mit dem Fahrrad gefahren“.

Die Namen ihrer Lehrer haben sich eingeprägt: Albert Holtmeier, Georg Köster, Johannes Classen, Dr. Annemarie Krille, Walter Hein. Letzterer war Musiklehrer sowie Kantor der Kirchengemeinde.

Standhaftigkeit

Immer wieder kamen Schulgeschichten auf den Tisch, es wurde geschnattert und vertraut geplaudert. „Wir haben gemeinsam dem Druck der Lehrer standgehalten“, sagte Wolfgang Warburg mit einem leichten Augenzwinkern.

Rund die Hälfte der damaligen M-10-Klässler ist bereits verstorben. Andere konnten aus verschiedenen Gründen nicht dabei sein: Elke aus Johannisburg fehlte, ebenso Gudrun aus der Schweiz oder Irma aus München.

1960 waren die jungen Leute in alle Himmelsrichtungen verstreut worden. Gertrud Asmussen erklärte: „1959 wurde Leck Garnisonsort, einige von uns Mädchen waren die ersten, die dann mit den Soldaten in die Ferne gezogen sind.“ Die Organisatorin informiert sich übrigens immer noch täglich über das Geschehen in dieser Region. Die frühere Erzieherin lebt heute in Lüneburg.

Was aus den Mitschülern wurde

Ingrid Paulsen hat als Krankenschwester gearbeitet, Gunde Rauch als Arzthelferin und Christel Kaulfuß als Lehrerin und Industriekauffrau. In Kiel lebt Wolfgang Ottens. Er kennt sich im Innenministerium gut aus, war dort als Regierungsamtmann beschäftigt. Wolfgang Warburg aus Reinbek verdiente im Management der Lufthansa sein Geld und engagierte sich gut 20 Jahre lang als stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft ÖTV, die später in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufging. Von seiner Tätigkeit als Geschäftsführer einer namhaften Autofirma in Flensburg berichtete Helmut Zastrow aus Glücksburg.

Bei diesem Klassentreffen beeindruckte insbesondere der kleine Rundgang durch die Straßen mit vielen historischen Erläuterungen des Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Hans-Martin Petersen. Erko Carstensen gab ihm Hilfestellung und Bürgermeister Andreas Deidert ließ sich in den Vereinsräumen blicken. „Dass der Bürgermeister hereingeguckt hat, ist enorm“, würdigte Wolfgang Warburg dessen Besuch.

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