zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 06:09 Uhr

Von Texas nach Nordfriesland

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ausstellung der Malerin Marilyn Reverchon im Amt Südtondern eröffnet/ Werke der gebürtigen US-Amerikanerin noch bis zum 31. März zu sehen

von
erstellt am 13.Feb.2015 | 11:26 Uhr

Großer Andrang im Amt Südtondern: Die erste Vernissage mit Werken von Marilyn Reverchon lockte viele Interessierte, Freunde und Kunstkenner aus ganz Schleswig-Holstein an. Amtsvorsteher Peter Ewaldsen brachte zur Begrüßung in seiner unnachahmlichen Art die Dinge auf den Punkt. Marilyn, schon dieser ungewöhnliche Name zeige, dass sie nicht aus Risum-Lindhom stamme, sondern aus der Ferne, den USA. Peter Ewaldsen zeigte sich erstaunt über die Vielfalt der Maltechniken, betonte, dass hier nichts nachgeahmt oder kopiert sei. „Die Porträts sind für mich die schönsten Arbeiten“, so der Amtsvorsteher, der regelmäßig 174 Schritte durch alle Flure des Gebäudes unternimmt, um sich alles nach und nach genau anzuschauen.

Gleiches empfahl er den Gästen. „Sie werden viel entdecken!“ Eine Videobotschaft der Schweizerin Mal-Lehrerin Lisa Schneider – bei ihr hatte Marilyn Reverchon ein Fernstudium für klassische Malerei begonnen – brachte den Zuschauern die Künstlerin näher. Beispielhaft wurden einzelne Werke – jeweils gestaltet mit Bleistift, Tusche, Kohle, Aquarellfarben, Gouache oder Acrylfarben – erläutert. Eine ideale Einführung, um die rund 100 Arbeiten später genauer unter die Lupe zu nehmen.

Marilyn Reverchon zeigte sich bewegt über den großen Zuspruch. Sie bedankte sich beim Amtsvorsteher und Elisabeth Sönnichsen, die alles perfekt organsiert hatte. „Ich habe das Gefühl, im Indian Summer meines Lebens angekommen zu sein. Dieses Naturschauspiel, dessen leuchtende Farben ich in meine Heimat oft bewundert habe, beeinflusst mich heute in wachsendem Maße“, stellte sie resümierend fest. Inspiriert wurde die Wahl-Nordfriesin stets durch Menschen, Landschaften und Stillleben.

„In meinen Bildern spiegeln sich die Sorgen der Menschen in der Welt sowie ihre Lebensbedingungen und auch die Dinge, die mein eigenes Leben bestimmt haben“, erklärte die Künstlerin. Da sind die Vietnamesen auf der Flucht vor dem Krieg und Gefangene, die auf ihren Prozess warten. Da sind kurdische Staatsmänner aus Irak: Mustafa Barzani, der sein Volk gegen Saddam Hussein verteidigte und Nechirvan Barzani, der heutige Premier und Reformer von Kurdistan. „Ich habe Flüchtlingskinder aus Syrien gemalt – und dann wieder Landschaften, die mir vertraut sind, doch mein größtes Interesse galt immer den Menschen.“

Marilyn Reverchons Porträts sind ebenso eindrucksvoll wie die Stillleben, Landschaftsbilder aus Nordfriesland packen den Betrachter beim Gemüt, ebenso der gemütlich schlummernde Kater. Keck die freche Krähe, fast melancholisch die Heimkehr eines Bauern auf dem Feld. Wundervoll hinzukomponiert sind die Wolkentürme. Dann wieder etwas ganz anderes: Detailgetreue Regentropfen an der Fensterscheibe. Eine laszive Schönheit im Sessel. Ein expressives Mohnfeld. Fröhliche Musiker bei der Session daheim. Verführerische Früchte zum Nachtisch. Für die Besucher ist der Rundgang ein Erlebnis; die Werke können auch erworben werden.


Die Ausstellung ist noch bis zum 31. März zu sehen.

Amt Südtondern, Marktstraße 12, Öffnungszeiten: Mo. bis Fr . 8 bis 12 Uhr. Do.14 bis 18 Uhr.






zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen