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Krimizeit an der FPS Niebüll : Von Mäusen und Mördern

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Theater-AG der Friedrich-Paulsen-Schule begab sich mit dem Stück „Mouse Trap“ auf Agatha Christies Spuren

shz.de von
erstellt am 25.Jun.2016 | 06:15 Uhr

Der Gärtner, der in den Krimis oft der Mörder ist, war es nicht. Wer war es dann? Diese Frage stand im Fokus eines Krimis von Agatha Christie, den die Oberstufe der FPS auf die Bühne der Mensa zauberte, inszeniert vom Lehrerinnentrio Doreen Frank, Anja Kretschmann und Dörte Wilbrand und von einem begeisterten Publikum mit viel Applaus bedacht.

Die Geschichte von der Mausefalle (auf Englisch Mouse Trap) hat eine Vorgeschichte. Queen Mum Mary hatte sich zum 80. Geburtstag etwas von Agatha Christie gewünscht. Heraus kam ein 20-minütiges Hörspiel – nämlich das von den drei blinden Mäusen, die der Mörder in einem Kinderreim besingt. Christie erweiterte das Hörspiel zu einem Kurzkrimi und später zu einem Bühnenstück, wobei sie allerdings eine geistige Anleihe bei Shakespeare aufnahm, und zwar aus dem dritten Akt von „Hamlet“. Aus den Mäusen wurde die „Mausefalle“ und das Stück ein Renner. Auch die Niebüller Gymnasiasten schienen von der „Mouse Trap“ derart begeistert, dass sie sie zum jährlichen Theaterstück der Oberstufe kürten.

Und es wurde ein Erfolg nicht zuletzt auch deshalb, weil sich unterschiedliche Pennälertypen nach Herzenslust austoben konnten, was Schulleiter Eckhard Kruse nach dem letzten Vorhang (zum Spaß) zur Frage veranlasste, ob denn der oder die eine oder andere etwa nur die Rolle oder etwa auch ein wenig sich selbst gespielt habe. Wie oder was auch immer: Das Oktett der Mimen von der FPS kam prächtig von der Parade. Das mussten auch Agatha Christie und Miss Jane (eine ihrer Krimifiguren) vom Bühnenrand aus feststellen.

Doch zum Geschehen auf den Brettern der Mensa, das nach dem Muster des klassischen „Whodunit“ ablief. So wird im Krimi der Ablauf bezeichnet, in dem die Lösung und der Täter erst nach spannendem Hin und Her herausschälen. Mollie Ralston hat ein Haus geerbt, das sie und ihr Mann Giles in die Pension „Monk Well Manor“ verwandelt haben. Sie hören aus dem Radio vom Mord an Maureen Lyon in London. Dank eines schneereichen Wintertages trifft es zu, dass sich gleich vier Gäste einstellen: der merkwürdige Architekturstudent Mr. Wren, die zickige Altjungfer Mrs. Boyle, die sonderbare Miss Casewell und Major a.D. Metcalf. Hinzu kommt Mrs. Paravicini, die mit dem Auto in einer Schneewehe gelandet ist, Unterschlupf in der Pension und Kognak auf der Anrichte findet. Per Telefon kommt die Nachricht, dass Detective Sergeant Trotter, eine Polizistin, auf Skiern unterwegs zur Pension sei, weil deren Adresse im Zusammenhang mit dem Mord an Miss Lyon gefunden wurde.

Nach dem Eintreffen der Polizistin enthüllt sich ein Geheimnis nach dem anderen. Die ermordete Maureen Lyon hieß in Wirklichkeit Maureen Stanning und war aus dem Knast entlassen worden. Sie saß, weil sie während des Krieges drei ihr anvertraute Kinder misshandelt hatte und eines davon verstorben war. Diese drei Kinder hatte ihr seinerzeit Mrs. Boyle zugewiesen. Sie wird in der Bibliothek der Pension erwürgt aufgefunden – und Mordopfer Nr. 2. Für Sergeant Trotter sind plötzlich alle Gäste in der Pension verdächtig. Major Metcalf ist, wie sich herausstellt, Undercover-Polizist. Miss Casewell ist Sergeant Trotters Schwester. Das Ehepaar Ralston erweist sich als unschuldig. Aber Mollie Ralston, die die drei misshandelten Kinder unterrichtet hatte, sollte Opfer Nr. 3 werden. Als sie mit der Polizistin allein ist und von dieser angegangen wird, kommt heraus, dass Sergeant Trotter selbst die Mörderin ist.

Heraus kommt auch, dass Major Metcalf sie schon vorher verdächtigte – und dass der damalige britische Premier Sir Winston Churchill schon nach dem 1. Akt gewusst habe, wer der Mörder ist. Dass es nur Sergeant Trotter gewesen sein konnte, ergab sich auch daraus, dass sie eines der drei im Krieg misshandelten Kinder war. Der Bitte auch an unsere Zeitung, den Mörder nicht zu verraten, mussten wir nicht nachkommen, weil gestern die zweite und zugleich letzte Vorstellung auf der Bühne der Mensa lief.

Die Personen  der Handlung

Es spielten in den Rollen der Autorin und ihrer Krimi-Heldin Ann-Kathrein Gäning und Marieke Petersen. Der Radiosprechrer hinterm Vorhang: Carsten Brix; Ehepaar Ralston: Esther Johannsen und Lukas Christiansen; Christopher Wren: Fleming C. Brauns; Mrs. Boyle: Lara Hansen; Major Metcalf: Juri Nitzling; Miss Casewell: Miriam Neidt; Mrs. Paravicini: Emily Wilbrand; Detective Sergeant Trotter: Rebecca Wurst.                                                      



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