Weihnachts-Tradition : Von Hirten, Königen und der heiligen Familie

Krippe der Risumer Familie.
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Krippe der Risumer Familie.

Krippen sind für viele Menschen wichtiger Teil der Weihnachtszeit- auch in Südtondern. Wir stellen vier davon vor.

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22. Dezember 2017, 02:29 Uhr

Risum-Lindholm | Fast jeder hat eine zu Hause, ob sie nun selbstgemacht ist, gekauft oder in seltenen Fällen vielleicht sogar ein Erbstück: Die Weihnachtskrippe. Man findet sie in Kirchen, Schulen und sogar in Kindergärten. Einer davon ist der evangelische Kindergarten in Risum. Stolz präsentieren die Sprösslinge ihre Krippe, die jedes Jahr zum ersten Advent mit den Kindern und Erzieherinnen im Kindergarten aufgestellt wird. „Die Krippe hat ein Vater eines ehemaligen Kindergartenkindes selber gebaut“, erklärt Frauke Christiansen, Leiterin des Kindergartens. Und schon bricht eine angeregte Diskussion über alte Zeiten los. Denn die Krippe ist schon knapp vierzig Jahre alt, erzählt sie. Sogar das Baujahr 1981 fällt ihr wieder ein. Ihr Alter sieht man dem Schmuckstück jedoch kaum an, und die Kinder freuen sich jedes Jahr wieder auf die alljährliche Tradition, auch wenn die eigentliche Babykrippe noch nicht aufgestellt ist. „Die stellen wir erst an Weihnachten auf. Da wurde Jesus ja erst geboren“, sagt Christiansen.

Eine ähnliche Tradition gibt es auch im Kindergarten in Lindholm. Nur ein paar Kilometer entfernt steht auch in dieser Einrichtung eine Weihnachtskrippe. Sogar gleich drei, für jede der Kindergartengruppen eine eigene. Rund zehn Jahre alt sind diese nun schon, noch nicht ganz so antik wie die im Risumer Kindergarten, dafür mit einem ganz anderen Ritual. 24 Teelichte werden am ersten Dezember beim Aufbau vor der Modelllandschaft verteilt. Vom ersten bis zum vierundzwanzigsten Dezember wird dann jeden Tag eine weitere Kerze angezündet, bis dann am Ende alle Lichter brennen und zu Jesu Geburt die eigentliche Krippe aufgestellt wird. Besonders schön und gemütlich fänden das vor allem die Kinder, erzählen die Erzieher.

Ganz anders, jedoch nicht weniger schön sieht die Krippe einer Familie aus Risum-Lindholm aus. Über vierzig Jahre alt ist diese kleine, hübsche Krippe, die von der Oma damals auf dem Flohmarkt gekauft wurde und deren Alter sich nur schwer bestimmten lässt. Die Familie stellen ihre Krippe immer immer schon vor dem ersten Dezember auf. „Ich bin immer so ungeduldig und es sieht immer so schön weihnachtlich aus wenn die Krippe schon aufgestellt ist“, sagt die jüngste Tochter der Familie und lacht verlegen. Aufgestellt wird sie jedes Jahr von einem anderen Familienmitglied. „Das mag irgendwie jeder gerne bei uns, manchmal gibt es auch Streit deswegen“, gibt das Nesthäkchen kleinlaut zu.

Viel größer und mächtiger dagegen ist die Krippe der Michaeliskirche zu Lindholm. Das Gehäuse stammt von Peter Johannsen und ist noch nicht ganz so alt, genau wie die Tonfiguren die erst seit rund fünf Jahren zur Krippe gehören. Die hat nämlich der ehemalige Pastor Hans-Peter Spießwinkel mit seinen Konfirmanden selber gemacht und der Kirche überlassen. Aufgebaut wurde die Krippe am vergangenen Mittwoch; traditionell von der Küsterin der Kirche, Dorle Carstensen, und ihrem Mann. „Die Tonfiguren sind viel zu schwer, da brauche ich immer ein bisschen Hilfe“, lacht sie. Mit beim Aufbau dabei ist stets auch Frau Johannsen. „Sie setzt sich immer in die vorderste Kirchenbank und passt ganz genau auf, was ich mache“, erklärt die Küsterin und schmunzelt. Abgebaut werde die Krippe dann Anfang Januar, wenn der ganze schöne Weihnachtstrubel langsam vorbei ist.

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